{"id":55434,"date":"2018-08-27T05:06:39","date_gmt":"2018-08-27T05:06:39","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=55434"},"modified":"2018-09-05T08:34:40","modified_gmt":"2018-09-05T08:34:40","slug":"wirtschaftliche-attacke-lauft-italiens-rechte-redet-eine-neue-finanzkrise-herbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=55434","title":{"rendered":"\u201eWirtschaftliche Attacke l\u00e4uft\u201c: Italiens Rechte redet eine neue Finanzkrise herbei"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Matteo Salvini ist der starke Mann in der italienischen F&uuml;hrung &ndash; er f&uuml;hrt die rechte Partei Lega.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Aus Sicht des italienischen Innenministers und Lega-Chefs Matteo Salvini ist klar: &Uuml;ber die Finanzm&auml;rkte l&auml;uft ein Angriff auf sein Land. Fachleute r&auml;tseln, was dieses Gerede bezwecken soll.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\">&bdquo;Ruft sich Italien den &Auml;rger in Haus?&ldquo;, fragt verwundert der italienische Wirtschaftsprofessor Lorenzo Codogno, der an der London School of Economics lehrt. Tats&auml;chlich spricht Italiens Vizepremier und Lega-Chef <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"8e61a7f206225a85cc710560cd1703f940072bcd\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/matteo-salvini\">Matteo Salvini<\/a> in seinen j&uuml;ngsten Interviews auch immer &uuml;ber eine bevorstehende Finanzkrise f&uuml;r Italien, angeblich inszeniert von dunklen Kr&auml;ften, die Italiens Regierung st&uuml;rzen wollten. &bdquo;Die Generalprobe f&uuml;r eine wirtschaftliche Attacke hat schon begonnen&ldquo;, sagte Salvini gerade dem &bdquo;Corriere della Sera&ldquo;. Der Florentiner Zeitung &bdquo;La Nazione&ldquo; sagte Salvini: &bdquo;Sie werden auf jegliche Weise versuchen, das italienische Experiment zu ersticken, mit den Staatsschulden, dem Spread, der Abwertung durch Ratingagenturen, Abmahnungen und Strafen.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Salvinis Stellvertreter, Giancarlo Giorgetti, bisher ein eher verschwiegener &Ouml;konom und fr&uuml;herer Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Parlament, er&ouml;ffnete schon Mitte August den Reigen der Ank&uuml;ndigungen im legatreuen Populistenblatt &bdquo;Libero&ldquo;: &bdquo;Ich erwarte eine Attacke, die M&auml;rkte sind voller spekulativer Fonds, die sich ihre Beute aussuchen und dann zuschlagen.&ldquo;<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Nur ein Stimmungstest f&uuml;r die M&auml;rkte?<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&Uuml;ber die Motive dieser Aussage sind sich selbst erfahrene italienische Analysten und Beobachter der Szene nicht klar. Von zehn Befragten kommen zehn Antworten, die meisten wollen namentlich nicht genannt werden. Einig sind sich alle nur dar&uuml;ber, dass &uuml;blicherweise Finanzminister und Regierung die M&auml;rkte beruhigen, vor allem wenn sie wie in Italien noch in diesem Jahr 47,9 Milliarden Euro an kurzlaufenden und 65,7 Milliarden Euro an mehrj&auml;hrigen Staatstiteln abl&ouml;sen m&uuml;ssen. Zudem haben internationale Anleger gerade im Mai und Juni italienische Staatstitel f&uuml;r 72 Milliarden Euro verkauft, und im September stehen Auseinandersetzungen &uuml;ber gro&szlig;e Ausgabenw&uuml;nsche der neuen Regierungsparteien bevor.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der in London ans&auml;ssige &Ouml;konom Lorenzo Codogno bringt drei m&ouml;gliche Gr&uuml;nde ins Spiel: Giorgetti und nun auch Salvini wollten die Stimmung an den M&auml;rkten testen, um herauszufinden, wie weit die Regierung ihre Pl&auml;ne eines expansiven Haushalts treiben k&ouml;nne. Ebenso w&uuml;rden auf diese Weise Br&uuml;ssel und die Regierungen der anderen europ&auml;ischen L&auml;nder getestet, meint Codogno. Schlie&szlig;lich habe Giorgetti indirekt auch die Parteigenossen zu Vernunft angehalten. Umgekehrt vermutet aber ein bekannter italienischer Wirtschaftskommentator, dass die Lega mit diesen &Auml;u&szlig;erungen den unparteiischen und eher vorsichtigen Schatzminister Giovanni Tria dazu antreiben will, im Haushalt f&uuml;r 2019 ein Defizit von deutlich mehr als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zuzulassen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Eine Strategie des Beruhigens hilft wohl ohnehin nur, wenn sie von der EZB kommt, aber nicht, wenn sie von der italienischen Regierung verfolgt wird&ldquo;, sagt ein Anlagestratege aus Mailand. &bdquo;Dahinter steckt wohl die Taktik mit dem guten und dem b&ouml;sen Polizisten, oder man will wie Trump die Erwartungen zunichtemachen.&ldquo; Ein italienischer Wirtschaftsanalyst und Kommentator meint, es gehe darum, sich die Unterst&uuml;tzung der Bev&ouml;lkerung zu sichern, &bdquo;im ewigen Kampf zwischen uns und denen&ldquo;. Vielleicht meine aber mancher, dass die europ&auml;ischen Institutionen Angst bek&auml;men, Italien mehr Spielraum zugestehen w&uuml;rden oder sp&auml;ter zu Hilfe k&auml;men.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Eine typisch italienische Erkl&auml;rung w&auml;re: Man warnt vor, damit man sp&auml;ter entweder sagen kann, man habe es vorausgesehen, oder aber auch, man habe erfolgreich die Krise vermieden&ldquo;, sagt ein in Jahrzehnten erfahrener italienischer Wirtschaftsjournalist. Der f&uuml;gt jedoch besorgt hinzu: &bdquo;Es gibt eine Reihe von Leuten in dieser Regierung, die wirklich eine Krise wollen. Salvini hat sich dazu noch nicht festgelegt.&ldquo; In der Lega denke man, das k&ouml;nne nutzen und wom&ouml;glich zu Neuwahlen mit extremen Positionen f&uuml;hren.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Der Teil im Regierungslager, der einen Komplott sieht, will die W&auml;hler vorbereiten&ldquo;, sagt ein politischer Kommentator aus Rom. &bdquo;Man will eine nationalistische Antwort erreichen, mit dem von dunklen Kr&auml;ften verletzten Nationalstolz. Das soll helfen, im Krisenfall nicht an Konsens zu verlieren.&ldquo; Eine politische Antwort kommt dagegen vom ehemaligen liberalen Senator Franco Debenedetti: &bdquo;So benehmen sich alle Populisten von Erdogan bis Maduro, sie wenden sich an ihre W&auml;hler und denken nicht an die Finanzm&auml;rkte.&ldquo;<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/italiens-rechte-redet-neue-finanzkrise-herbei-15757030.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/italiens-rechte-redet-neue-finanzkrise-herbei-15757030.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Sicht des italienischen Innenministers und Lega-Chefs Matteo Salvini ist klar: \u00dcber die Finanzm\u00e4rkte l\u00e4uft ein Angriff auf sein Land. 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