{"id":55008,"date":"2018-07-30T04:52:02","date_gmt":"2018-07-30T04:52:02","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=55008"},"modified":"2018-07-30T13:45:48","modified_gmt":"2018-07-30T13:45:48","slug":"raumfahrt-auf-chinesischer-mission","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=55008","title":{"rendered":"Raumfahrt: Auf chinesischer Mission"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Nach oben: Matthias Maurer, hier 2017 im Trainingsmodul des European Astronaut Center in K&ouml;ln, bereitet sich nun auf einen m&ouml;glichen Einsatz auf der chinesischen Raumstation vor.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Im Weltraum holt China schnell auf. Die Esa will mit auf die bald entstehende Raumstation&#8230;.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>rei Astronauten der europ&auml;ischen Raumfahrtagentur Esa lernen intensiv Chinesisch: eine Italienerin, ein Franzose und der deutsche Materialwissenschaftler <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"3af4df8a19be6dd3f449b04c90fdb04831b82e22\" href=\"\/aktuell\/wissen\/thema\/matthias-maurer\">Matthias Maurer<\/a>. Sie tun das nicht zum Spa&szlig;, sondern um Geschichte zu schreiben. Jeder von ihnen hofft, im Jahr 2023 als erster Ausl&auml;nder zur neuen chinesischen Raumstation zu fliegen, die bis dahin einsatzbereit sein soll. Chinesisch wird fern der Erde zu einer Verkehrssprache? Das zeigt, wie schnell sich die Gewichte im Weltraum verschieben. China holt auf, in riesigen Schritten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mit nur sieben bemannten Missionen hat der Nachz&uuml;gler den Sprung in den Kreis der f&uuml;hrenden Weltraumnationen geschafft. 2003 flog erstmals ein chinesischer Taikonaut ins All, 2008 wagte ein anderer den ersten Au&szlig;eneinsatz, 2012 umkreiste das chinesische Raumlabor &bdquo;Himmelspalast1&ldquo; erstmals bemannt die Erde. Und schon in f&uuml;nf Jahren will Peking seine eigene Version einer internationalen Raumstation, die China Space Station (CSS), pr&auml;sentieren &ndash; p&uuml;nktlich zum m&ouml;glichen Ende der von Amerika, Russland, Europa, Japan und Kanada gemeinsam betriebenen Internationalen Raumstation (<a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"bc4c89f82eab57bc70028d06c338255b69e5dd4a\" href=\"\/aktuell\/wissen\/thema\/iss\">ISS<\/a>), deren Zukunft ab 2024 ungewiss ist.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;Daf&uuml;r hatten die Chinesen am Anfang kein Verst&auml;ndnis&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Im Mai unterzeichnete China eine Vereinbarung mit den Vereinten Nationen, in der es andere Nationen einl&auml;dt, k&uuml;nftig an Bord der CSS Forschung zu betreiben. Die Europ&auml;er wollen von Anfang an mit dabei sein. Doch bis es so weit ist, sind noch viele Fragen zu kl&auml;ren. Organisatorische, sprachliche und politische. Zum Beispiel die, was China daf&uuml;r bekommt, dass es die Esa-Astronauten nicht nur an Bord l&auml;sst, sondern auch dorthin bef&ouml;rdert. Diskutiert wird &uuml;ber den Beitrag eines wissenschaftlichen Testger&auml;ts, das &auml;hnlich wie auf der ISS auf der chinesischen Raumstation zum Einsatz kommen soll. Knowhow wollen die Europ&auml;er auch einbringen.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Matthias Maurer, der seine Astronauten-Grundausbildung 2017 abgeschlossen hat, ist &uuml;berzeugt, dass die Chinesen noch &bdquo;sehr, sehr viel&ldquo; lernen k&ouml;nnen. &bdquo;Sie sind jetzt an einem Punkt, wo sie Kurzzeitmissionen fliegen. Wir Europ&auml;er haben dagegen seit zehn Jahren ein eigenes Modul auf der ISS und fliegen seit fast 20 Jahren Langzeitmissionen.&ldquo; Der Unterschied zwischen einer Zwei-Wochen- und einer Sechs-Monats-Mission sei immens. Zum Beispiel f&uuml;r den K&ouml;rper. Im Weltraum l&auml;uft der Knochenabbau 30 Mal schneller ab als auf der Erde. Sport, Ern&auml;hrung und medizinische Versorgung sind deshalb bei Langzeitmissionen &uuml;berlebenswichtig.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Auch gegen die psychische Belastung der Astronauten haben die Europ&auml;er &uuml;ber die Jahre komplexe L&ouml;sungen entwickelt. Nicht jede davon st&ouml;&szlig;t aber in China auf Interesse. Auf der ISS, auf die Maurer 2020 erstmals zu fliegen hofft, gibt es zum Beispiel die M&ouml;glichkeit, die Kameras f&uuml;r eine Zeitlang auszuschalten, um den Astronauten Privatsph&auml;re zu gew&auml;hren. &bdquo;Daf&uuml;r hatten die Chinesen am Anfang kein Verst&auml;ndnis&ldquo;, erz&auml;hlt Maurer. &bdquo;Sie fragten, wie wir sicherstellen, dass die da oben &uuml;berhaupt arbeiten, wenn die Kameras nicht angeschaltet sind.&ldquo;<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Kooperation mit Chinas Raumfahrtbeh&ouml;rde untersagt<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">China ist kein einfacher Partner. In der Raumfahrt hat das Land wenig Erfahrung mit Kooperationen, denn die Amerikaner verhindern eine Beteiligung an der ISS. Zudem sind die Entscheidungsstrukturen in Peking kafkaesk. Selbst kleine Schritte m&uuml;ssen vom Vorgesetzten des Vorgesetzten abgenickt werden. &bdquo;Sehr oft sto&szlig;en wir auf Blockaden&ldquo;, sagt Maurer. Und das &uuml;berbordende Selbstbewusstsein, das <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"52102f24f163f0e774e7a079a2dfe053f9f65793\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/xi-jinping\">Xi Jinping<\/a> seinem Land verordnet hat, steht bisweilen der Selbstreflexion im Wege.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;In den Bereichen, in denen wir noch f&uuml;hrend sind, sind die Chinesen sehr offen&ldquo;, sagt der Saarl&auml;nder. &bdquo;In Bereichen, in denen sie schon das Gef&uuml;hl haben, die Nase vorn zu haben, treten sie manchmal schon arrogant auf und fragen, was wir an Wissen einbringen k&ouml;nnen, wenn wir nicht mal unsere eigenen Astronauten in den Weltraum schicken k&ouml;nnen.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Maurer wird oft gefragt, ob es &uuml;berhaupt im Interesse Europas sei, mit China im Weltraum zu kooperieren. Schlie&szlig;lich dient das ambitionierte Programm dem Land dazu, sich als Technologie-Gro&szlig;macht zu positionieren. Der autorit&auml;ren F&uuml;hrung in Peking verschafft es innen- wie au&szlig;enpolitisch Prestige. Und nicht zuletzt ist Chinas Raumfahrt eng mit der Modernisierung des Milit&auml;rs verkn&uuml;pft. Aus diesen Gr&uuml;nden und wegen Spionagebedenken hat der amerikanische Kongress der Nasa die Kooperation mit Chinas Raumfahrtbeh&ouml;rde untersagt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/raumfahrt-kooperation-zwischen-china-und-esa-15713941.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/raumfahrt-kooperation-zwischen-china-und-esa-15713941.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Weltraum holt China schnell auf. Die Esa will mit auf die bald entstehende Raumstation&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":55029,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[35,21],"tags":[5347,321,426,1299,6162,720,536],"class_list":["post-55008","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ausland","category-politik","tag-amerika","tag-china","tag-esa","tag-iss","tag-matthias-maurer","tag-peking","tag-un"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=55008"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55008\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/55029"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=55008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=55008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=55008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}