{"id":54428,"date":"2018-05-25T07:35:28","date_gmt":"2018-05-25T07:35:28","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=54428"},"modified":"2018-05-29T06:44:47","modified_gmt":"2018-05-29T06:44:47","slug":"parallelwahrung-phantasievolle-ideen-der-wahlsieger-in-rom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=54428","title":{"rendered":"Parallelw\u00e4hrung: Phantasievolle Ideen der Wahlsieger in Rom"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Matteo Salvini ist Chef der Lega Nord.<\/div>\n<p class=\"post_description\">In Italien m&ouml;chte die rechte Partei Lega spezielle Schuldscheine in Umlauf bringen. Sie glaubt, damit ein Problem der Unternehmer l&ouml;sen zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">W<\/span>&auml;hrend in Italien die Regierungsbildung n&auml;herr&uuml;ckt, geraten phantasievollen Ideen der populistischen Wahlsieger f&uuml;r den Umgang mit den italienischen Schulden in den Fokus. Claudio Borghi, der Wirtschaftssprecher der rechten Lega, verspricht, mit einer Parallelw&auml;hrung namens &bdquo;Minibot&ldquo; die N&ouml;te der italienischen Unternehmer zu lindern, die manchmal jahrelang auf die Begleichung ihrer Rechnungen durch &ouml;ffentliche Institutionen Italiens warten m&uuml;ssen. Gerade hat der italienische Unternehmerpr&auml;sident Vincenzo Boccia gefordert: &bdquo;Nie wieder darf es erlaubt werden, dass Unternehmen in Konkurs gehen, die sichere, aber unbezahlte Forderungen gegen&uuml;ber der italienischen Staatsverwaltung haben&ldquo;.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die N&ouml;te dieser Unternehmer gegen&uuml;ber dem italienischen Staat, der zeitweise Lieferantenrechnungen von 70 bis 100 Milliarden Euro vor sich herschiebt, nutzt der Lega-Politiker, um Anh&auml;nger f&uuml;r seine Partei und f&uuml;r seine Idee zu gewinnen: Die &bdquo;Minibots&ldquo; sind dem Namen nach &bdquo;BOT&ldquo;, so werden Staatstitel mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten genannt. Im Gegensatz zu diesen &bdquo;BOT&ldquo;, mit einem Mindestwert von 1000 Euro sollen die &bdquo;Minibot&ldquo; eine St&uuml;ckelung von 5 bis 500 Euro erhalten. Zu Wahlkampfzwecken wurden Scheine mit anti-deutschen Motiven aus dem Fu&szlig;ball entworfen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;Nicht mehr vor der EZB knien&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Vertrauen in die Werthaltigkeit dieser Titel will Borghi schaffen, indem diese &bdquo;Minibot&ldquo; f&uuml;r die Zahlung von Steuern anerkannt werden. Aus der Perspektive des Lega-Politikers ist sicher, dass viele italienische Unternehmer sich von Italiens &ouml;ffentlicher Hand mit diesen &bdquo;Minibot&ldquo; bezahlen lassen w&uuml;rden, wenn sie vor die Wahl gestellt w&auml;ren, sofort &bdquo;Minibot&ldquo; oder viel sp&auml;ter Euro zu erhalten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Aus seiner Sicht wird eine solche unerwartete Quelle von Liquidit&auml;t gro&szlig;e Schubkraft f&uuml;r den Konsum in Italien erzeugen. F&uuml;r ihn ist vor allem von Bedeutung, dass &bdquo;wir dann nicht mehr auf Knien um Bargeld von der EZB bitten m&uuml;ssen&ldquo;. Neue Schulden w&uuml;rden damit nicht entstehen, weil ja nur alte Verbindlichkeiten beglichen w&uuml;rden, behauptet Borghi. Allerdings hat er damit viele &Ouml;konomen gegen sich, die argumentieren, die Lieferantenverbindlichkeiten seien bisher verdeckte Schulden, die man bisher eben nicht in der offiziellen Statistik auftauchen lassen wolle.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Bei einer Bezahlung von Verbindlichkeiten mit Staatstiteln, mussten bisher immer auch die Daten f&uuml;r die Staatsverschuldung erh&ouml;ht werden. Dennoch finden manche &Ouml;konomen die Idee reizvoll, dass Italien mit den &bdquo;Minibot&ldquo; eine Parallelw&auml;hrung schaffen k&ouml;nne, die auch gegen&uuml;ber dem Euro abgewertet werden k&ouml;nne. Offen bleibt damit wiederum, ob aber eine Abwertung von &bdquo;Minibot&ldquo; auch eine Abwertung der Staatsschulden bedeuten w&uuml;rde und was wiederum aus diesem Umstand folgt.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der anti-europ&auml;ische &Ouml;konom Paolo Savona, den die Lega zum Finanzminister machen will, schl&auml;gt einen Schuldentausch f&uuml;r Italien vor. Auf freiwilliger Basis solle es m&ouml;glich sein, die Staatstitel in neue Papiere umzutauschen, mit einer Laufzeit von sieben Jahren mit einem variablen Zins, der sich aus zwei Komponenten errechnet &ndash; der Inflationsrate und 20 Prozent des realen Wachstums.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Zudem soll jeder neue Titel mit einer Option f&uuml;r k&uuml;nftig verbrieften Staatsbesitz ausgestattet werden. Auf diese Weise w&uuml;rden aus 1000 Milliarden Euro kurzlaufender Titel schlie&szlig;lich mittelfristige Schulden von 650 Milliarden Euro und ein Fonds f&uuml;r Staatsbesitz. Zweifler glauben nicht daran, dass es Staatsbesitz von 350 Milliarden Euro gebe, der noch dazu Ertrag erwirtschafte.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/italien-phantasievolle-ideen-der-populistischen-wahlsieger-15605835.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/italien-phantasievolle-ideen-der-populistischen-wahlsieger-15605835.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Italien m\u00f6chte die rechte Partei Lega spezielle Schuldscheine in Umlauf bringen. 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