{"id":53451,"date":"2018-03-27T13:31:53","date_gmt":"2018-03-27T13:31:53","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=53451"},"modified":"2018-03-29T12:42:02","modified_gmt":"2018-03-29T12:42:02","slug":"comiczeichnerin-sarah-andersen-unsere-allerliebste-ausenseiterin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=53451","title":{"rendered":"Comiczeichnerin Sarah Andersen: Unsere allerliebste Au\u00dfenseiterin"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">&bdquo;Der findet mich eklig&ldquo;, die Unsicherheiten von Teenagern bei dem ersten Kontakt mit dem anderen Geschlecht.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Sarah Andersen zeichnet Comics &uuml;ber sich selbst: eine scheue junge Frau voller Selbstzweifel. Viele Menschen aus ihrer Generation lieben sie daf&uuml;r. Doch die politische Lage in Amerika macht ihr zu schaffen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">S<\/span>arah Andersen ist nur kurz &uuml;berrascht, als man sie danach fragt, wo sie ihre Geb&auml;rmutter aufbewahrt. In ihrer alten Wohnung, erz&auml;hlt sie dann, hatte sie das Ding einfach in einen Schrank gepackt, &bdquo;ein sehr angemessener Platz &uuml;brigens, denn die Geb&auml;rmutter sa&szlig; die meiste Zeit im Dunkeln. Wenn ich den Schrank &ouml;ffnete, schaute sie mich mit ihren gro&szlig;en Augen bedrohlich an.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Sp&auml;testens an dieser Stelle muss der Hinweis erfolgen, dass es sich bei dem Organ, von dem hier die Rede ist, um einen Pl&uuml;sch-Uterus handelt, angefertigt von einem italienischen Fan nach einer Vorlage der &uuml;berraschten Andersen selbst. In deren Cartoon-Serie &bdquo;Sarah&rsquo;s Scribbles&ldquo; n&auml;mlich taucht der Uterus der Protagonistin immer wieder mal als eigenst&auml;ndiger, h&ouml;chst widerborstiger Charakter auf, und zwar in unangenehmer Regelm&auml;&szlig;igkeit dann, wenn frau es am wenigsten gebrauchen kann &ndash; etwa wenn eine sch&ouml;ne Reise ansteht oder wenn sie gemartert vom anstrengenden Tag heimkehrt, im irrigen Glauben, dass es heute nicht mehr schlimmer kommen kann.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Stimme der Millennials<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nun ist, dass Sarah Andersen den in der Kunst eher vernachl&auml;ssigten Topos der Menstruationsbeschwerden in ihren Comics aufgreift, einerseits bemerkenswert- andererseits h&auml;tte allein das die 25 Jahre junge Amerikanerin kaum zu einer Frau gemacht, die oft als Stimme der Millennials gefeiert wird und vielen ihrer 2,4 Millionen Follower auf <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"090e1d977aeeb5ee52270a2f63eb34ec6464099b\" href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/instagram\">Instagram<\/a>, Frauen wie M&auml;nnern, eine Art Seelenverwandte ist. Nein, die wahre Hauptrolle in den unzweifelhaft autobiographischen, h&ouml;chst selbstironischen Comics Sarah Andersens spielt nicht der Unterleib, sondern ihr Kopf &ndash; und der liefert ihr seit nunmehr sieben Jahren, in denen sie als Cartoonistin arbeitet, Stoff genug.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Sarah&rsquo;s Scribbles&ldquo;, was man &uuml;bersetzen k&ouml;nnte mit Sarahs Kritzeleien, erz&auml;hlen in zwei bis f&uuml;nf Bilder kurzen Strips aus dem Leben einer jungen Frau, die Sarah hei&szlig;t. Sarah tr&auml;gt zum strubbeligen Pixie-Cut zumeist einen gestreiften Pullover und ist ein weiblicher Nerd, der daheim am Tablet arbeitet. Gemeinhin w&uuml;rde man von ihr als Heldin der Geschichten sprechen, nur l&auml;sst sich der Begriff mit den Eigenarten der Cartoon-Sarah schwer in Einklang bringen: Sie ist introvertiert, hochsensibel, gr&uuml;blerisch, menschenscheu, lethargisch, &auml;ngstlich, chaotisch, vertr&auml;umt und voller Selbstzweifel- s&auml;mtlichst Eigenschaften, die in unserer auf Effizienz und Selbstoptimierung getrimmten Gesellschaft als hochproblematisch gelten. In einem Strip gelingt es Sarah, beim ersten Weckerklingeln das Bett zu verlassen, gut zu fr&uuml;hst&uuml;cken, ordentlich das Bett zu machen und zwei saubere, zueinander passende Socken zu finden: ein, wie sie findet, stolzer Tag. Jedenfalls so lange, bis Sarahs gelegentlicher Sidekick, ein sprechendes Kaninchen &ndash; Reminiszenz an den eloquenten Tiger aus &bdquo;Calvin und Hobbes&ldquo; &ndash;, ihr mitteilt, dass schon wieder eine ihrer Freundinnen aus den Highschool-Tagen ein Kind bekommen habe.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Um sich selbst zu kreisen, ihre Zeit im Netz zu verplempern, nichts auf die Reihe zu kriegen und einfach nicht erwachsen zu werden: Mit ebendiesen Vorw&uuml;rfen sehen sich Menschen, die mal Millennials genannt werden, mal Digital Natives und mal Generation Y, die auf jeden Fall in einer der letzten beiden Dekaden des vergangenen Jahrtausends geboren wurden, h&auml;ufig konfrontiert. Von daher wundert es wenig, dass sich in &bdquo;Sarah&rsquo;s Scribbles&ldquo;, die Andersen zun&auml;chst bei Tumblr und sp&auml;ter auch auf diversen anderen Plattformen ver&ouml;ffentlichte, so viele Leute wiedererkennen. Das Gef&uuml;hl, ein Au&szlig;enseiter zu sein, ist auch in der Mitte der Gesellschaft weit verbreitet.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/comiczeichnerin-sarah-andersen-sprachrohr-der-generation-y-15511042.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/comiczeichnerin-sarah-andersen-sprachrohr-der-generation-y-15511042.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sarah Andersen zeichnet Comics \u00fcber sich selbst: eine scheue junge Frau voller Selbstzweifel. Viele Menschen aus ihrer Generation lieben sie daf\u00fcr. 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