{"id":52216,"date":"2018-01-09T12:28:43","date_gmt":"2018-01-09T12:28:43","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=52216"},"modified":"2018-01-10T08:15:11","modified_gmt":"2018-01-10T08:15:11","slug":"trumps-massenausweisung-zuruck-in-die-unsicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=52216","title":{"rendered":"Trumps Massenausweisung: Zur\u00fcck in die Unsicherheit"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Demo f&uuml;r das Aufnahmeprogramm TPS (Temporary Protected Status) in Washington<\/div>\n<p class=\"post_description\">200.000 Salvadorianer sollen bald die Vereinigten Staaten verlassen. So will es Pr&auml;sident Trump. Was hat diese Menschen &uuml;ber die Grenze getrieben, und was erwartet sie in ihren Heimatl&auml;ndern?<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie Regierung Trump macht ernst und will etwa 200.000 Salvadorianer in ihr Herkunftsland zur&uuml;ckschicken. Die meisten der Betroffenen fl&uuml;chteten 2001 in die Vereinigten Staaten, nachdem mehrere schwere Erdbeben ihre Lebensgrundlage in El Salvador zerst&ouml;rt hatten. Ein 1990 unter der Regierung von <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"01e0816cc596e0decd48e250117140bc5617b3e6\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/george-bush\">George Bush<\/a> eingef&uuml;hrtes humanit&auml;res Programm namens &bdquo;Temporary Protected Status&ldquo; (TPS) garantierte ihnen das Aufenthaltsrecht sowie eine Arbeitserlaubnis. Pr&auml;sident Donald Trump will dieses Programm bald auslaufen lassen. Den Salvadorianern bleibt Zeit bis September 2019, um die Vereinigten Staaten zu verlassen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die amerikanischen Migrationsbeh&ouml;rden liegen nicht falsch in ihrer Einsch&auml;tzung, dass das Motiv der Auswanderung &ndash; die Erdbeben-Katastrophe von 2001 &ndash; heute nicht mehr existiere. Das Programm sch&uuml;tzt jedoch nicht nur Migranten aus L&auml;ndern, die von Naturkatastrophen betroffen sind, sondern vor allem auch Personen aus Konfliktgebieten. Hier beginnt die Grauzone.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Gewalt, Erpressung, Drohungen<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">F&uuml;r viele Salvadorianer ist ihr Heimatland in den vergangenen Jahren n&auml;mlich zu einem grausamen Konfliktgebiet geworden. Dasselbe gilt f&uuml;r Honduras und Guatemala. Die drei L&auml;nder des sogenannten Nord-Triangels Zentralamerikas haben eines gemeinsam: Sie sind von Diktaturen, wirtschaftlicher Misere, Korruption und Gewalt gezeichnet. <\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Waren es fr&uuml;her vor allem Wirtschaftsfl&uuml;chtlinge, die nach Norden fl&uuml;chteten, so sind es heute immer mehr Vertriebene. Sie fl&uuml;chten vor der grassierenden Gewalt, vor Erpressung und Bedrohung, denen sie in ihren L&auml;ndern ausgesetzt sind. El Salvador und Honduras geh&ouml;ren mit Mordraten von 60 F&auml;llen auf 100.000 Einwohner zu den gef&auml;hrlichsten Staaten der Welt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In etlichen St&auml;dten der drei L&auml;nder ist die Mordrate noch weitaus h&ouml;her. Zum Teil verfeindete und &auml;u&szlig;erst aggressive Verbrecherbanden k&auml;mpfen um die Vormacht im Drogen- und Waffenhandel und machen das Leben der Bev&ouml;lkerung zur H&ouml;lle. Zentralamerikaner, die es &uuml;ber die Grenze nach Mexiko schaffen, weisen laut der Organisation &bdquo;&Auml;rzte ohne Grenzen&ldquo; nicht selten dieselben Symptome auf wie Fl&uuml;chtlinge aus Kriegsgebieten: Sie sind unterern&auml;hrt, haben physische Gewalt erlitten und leiden unter posttraumatischem Stress. Schockierend viele Frauen sind vergewaltigt worden.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nach den Salvadorianern d&uuml;rften die Honduraner die n&auml;chsten sein, die Trumps Regierung in ihre Heimat zur&uuml;ckschicken will. Es sind Migranten, die oft schon mehr als ein Jahrzehnt in den Vereinigten Staaten leben, sich dort eine Existenz aufgebaut und eine Familie gegr&uuml;ndet haben, deren Kinder in den Vereinigten Staaten geboren und aufgewachsen sind. Diese Menschen stehen bald vor der Wahl, in die Illegalit&auml;t zu fl&uuml;chten oder nach Zentralamerika zur&uuml;ckzukehren &ndash; in L&auml;nder, in denen sie nicht nur einer st&auml;ndigen Bedrohung ausgesetzt sind, sondern auch kaum wirtschaftliche Perspektiven haben. In Honduras und Guatemala leben rund 60 Prozent der Bev&ouml;lkerung in Armut, in El Salvador knapp ein Drittel.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die geplanten Massenr&uuml;ckf&uuml;hrungen h&auml;tten auch wirtschaftliche Auswirkungen auf die Herkunftsl&auml;nder in Zentralamerika. So sind die Landsleute im Ausland in den vergangenen Jahren zu einer bedeutenden wirtschaftlichen Komponente geworden. Sie haben 2015 Milliarden Dollar in ihre Heimat geschickt, wobei der gr&ouml;&szlig;te Teil aus den Vereinigten Staaten stammt. Im Falle von El Salvador waren es 2016 rund 4,2 Milliarden Dollar, das entspricht etwa 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Falle von Honduras haben die &Uuml;berweisungen aus dem Ausland ein noch gr&ouml;&szlig;eres Gewicht.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/salvadorianer-unter-trump-zurueck-in-die-unsicherheit-15382185.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/salvadorianer-unter-trump-zurueck-in-die-unsicherheit-15382185.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>200.000 Salvadorianer sollen bald die Vereinigten Staaten verlassen. So will es Pr\u00e4sident Trump. 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