{"id":51068,"date":"2017-10-29T15:35:20","date_gmt":"2017-10-29T15:35:20","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=51068"},"modified":"2017-10-30T08:37:07","modified_gmt":"2017-10-30T08:37:07","slug":"legalisierung-von-cannabis-kiffen-erlaubt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=51068","title":{"rendered":"Legalisierung von Cannabis: Kiffen erlaubt?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Eine Jamaika-Koalition, die den Joint kreisen l&auml;sst, zeigte schon das Titelbild der F.A.Z.-Woche vom 29.September, direkt nach der Bundestagswahl.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Noch nie war die Legalisierung von Cannabis so nah. In einer Jamaika-Koalition haben die Freunde des Kiffens die Oberhand. Doch in der Union herrscht Skepsis.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">E<\/span>ins muss man <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"657227e711f4f93062e4ec631d5837d5a2a8cba8\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/christian-lindner\">Christian Lindner<\/a> lassen: Inspiration holt er sich aus vielen Ecken der Erde, auch aus S&uuml;damerika: &bdquo;Uruguay erlaubt den legalen Verkauf von Cannabis in Apotheken&ldquo;, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/c_lindner\/status\/887771044030926851?lang=de\">schrieb der FDP-Chef im Juli auf Twitter<\/a>. &bdquo;Warum nicht auch in Deutschland? FDP w&auml;re dabei.&ldquo; So ungew&ouml;hnlich Uruguays neue Vorbildfunktion ist, den Gr&uuml;nen d&uuml;rfte er damit aus dem Herzen gesprochen haben. Es ist noch nicht lange her, dass Parteichef Cem &Ouml;zdemir mit einer ebenso &uuml;berschaubaren wie illegalen Hanf-Zucht<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/wegen-hanfpflanze-staatsanwalt-ermittelt-gegen-oezdemir-13376561.html\"> zeitweilig die Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden auf sich zog<\/a>. Allein auf kreativen Protest haben sich die Gr&uuml;nen nicht beschr&auml;nkt, sondern gleich N&auml;gel mit K&ouml;pfen gemacht: Der Gesetzentwurf eines &bdquo;Cannabiskontrollgesetzes&ldquo; liegt schon fix und fertig in der Schublade: 68 Seiten, 45 Paragraphen, inklusive Jugendschutz und Bu&szlig;geldvorschriften.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Noch im Sommer ist der Gesetzentwurf im <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"1b34a36aa6174bbd923d9fc7da0a747e2243402b\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/bundestag\">Bundestag<\/a> gescheitert, aber jetzt wendet sich das Blatt. Denn selbst die Union zeigt sich nicht mehr ganz so abgeneigt: Das konservative Image br&ouml;ckelt und mit ihm der Widerstand gegen das Kiffen. Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion, outete sich j&uuml;ngst als Anh&auml;nger einer Liberalisierung.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Keine Supermarktware<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Je n&auml;her Deutschland einer m&ouml;glichen Jamaika-Koalition r&uuml;ckt, desto gr&ouml;&szlig;er wird die Wahrscheinlichkeit einer kontrollierten Freigabe von <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"3dd6c4236211f619e82108d0095a16adf6cb1cc7\" href=\"\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/cannabis\">Cannabis<\/a>. Das w&auml;re angesichts jahrelanger, z&auml;her Debatten geradezu eine Revolution. Diese Aussichten freuen einen ganz besonders: den &Ouml;konomen Justus Haucap von der D&uuml;sseldorfer Universit&auml;t, der sich schon vor Jahren an die Spitze einer akademisch gepr&auml;gten Liberalisierungsbewegung gesetzt hat. Er hofft nicht nur wegen der erwarteten Steuereinnahmen darauf. Zur&uuml;ckhaltenden Sch&auml;tzungen zufolge gehen dem Staat mindestens 1,4 Milliarden Euro dadurch verloren, dass die T&uuml;te mit dem Kraut nicht &uuml;ber eine registrierte Ladentheke geht, sondern schwarz an der Bahnhofsecke gehandelt wird.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nein, auch &Ouml;konomen wie <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"50d7418eb155622863da4ed743b5fe9835041e70\" href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/justus-haucap\">Haucap<\/a> denken nicht nur ans schn&ouml;de Geld, er h&auml;lt die bisherige Drogenpolitik schlicht f&uuml;r gescheitert: Cannabis sei zwar verboten, aber trotzdem spielend einfach zu beschaffen, auch &ndash; oder eher: gerade &ndash; f&uuml;r Sch&uuml;ler. Verbraucher- und Jugendschutz blieben auf der Strecke, daf&uuml;r laufe der untadelige B&uuml;rger Gefahr, f&uuml;r jeden Feierabend-Joint kriminalisiert zu werden.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ob dies tats&auml;chlich geschieht, h&auml;ngt davon ab, ob und wo dieser ansonsten untadelige B&uuml;rger erwischt wird. In vielen Bundesl&auml;ndern sehen die Beh&ouml;rden davon ab, kleinere Mengen f&uuml;r den Eigenbedarf strafrechtlich zu verfolgen. In Bayern dagegen ist die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"0e167f953b456db13e2697ae76062b65972ee310\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/polizei\">Polizei<\/a> strenger. Was bleibt, ist ein v&ouml;llig un&uuml;berschaubares Sanktionsrisiko, das sich unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten nicht rechtfertigen l&auml;sst. Die Forderung der Prohibitionsgegner: Erwachsene Menschen m&uuml;ssten selbstbestimmt entscheiden k&ouml;nnen, ob sie die Risiken des Cannabiskonsums f&uuml;r die Vorteile eines Rausches in Kauf nehmen wollen &ndash; ganz so, wie es bei Alkohol und Tabak auch heute schon der Fall ist.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das soll keineswegs hei&szlig;en, dass Cannabis nun zur Supermarktware werden soll, sauber verpackt zwischen Vollkornbrot und M&uuml;sliriegel, versichert Haucap. In der Diskussion ist vielmehr, den Verkauf von 30 Gramm &uuml;ber ein &bdquo;Cannabisfachgesch&auml;ft&ldquo; zu erlauben. Selbstverst&auml;ndlich nur an Personen &auml;lter als 18 Jahren. Denn im sich entwickelnden Gehirn von Jugendlichen kann das Rauschmittel wom&ouml;glich schwere Sch&auml;den anrichten.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Haschisch kann die Entwicklung von Jugendlichen st&ouml;ren<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der Jugendschutz, da sind sich alle einig, ist deshalb der Dreh- und Angelpunkt der Liberalisierung. Nur in der Frage, wie er erreicht werden kann, scheiden sich die Geister. Und ob &uuml;berhaupt. Schon jetzt erscheint das schwer genug: Dem j&uuml;ngsten Drogenbericht zufolge verschm&auml;hen Jugendliche zwar zunehmend Alkohl und Tabak, aber Cannabis wird beliebter.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wohin der regelm&auml;&szlig;ige Konsum bei Jugendlichen f&uuml;hren kann, sehen wir bei Maximilian, einem heute 24 Jahre alten Mann, der in Wahrheit anders hei&szlig;t. Um mit ihm sprechen zu k&ouml;nnen, m&uuml;ssen wir in eine Psychiatrie nach S&uuml;dhessen fahren, wo er seit einigen Wochen lebt. Wie so h&auml;ufig war es eine schleichende Entwicklung: Mit 17 Jahren hat Maximilian angefangen zu kiffen, weil es auch andere in seinem Freundeskreis taten. An &bdquo;Gras&ldquo; zu kommen war dabei nie ein gro&szlig;es Problem. Die Telefonnummern der Dealer wurden weitergereicht. Schon bald wurde der Teenager abh&auml;ngig, rauchte jahrelang jeden Tag.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/legalisierung-von-cannabis-fdp-und-gruene-fuer-freigabe-15267936.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/legalisierung-von-cannabis-fdp-und-gruene-fuer-freigabe-15267936.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch nie war die Legalisierung von Cannabis so nah. In einer Jamaika-Koalition haben die Freunde des Kiffens die Oberhand. 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