{"id":50746,"date":"2017-10-06T15:34:04","date_gmt":"2017-10-06T15:34:04","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=50746"},"modified":"2017-10-09T07:47:21","modified_gmt":"2017-10-09T07:47:21","slug":"digitale-verwaltung-nie-wieder-geburtsurkunden-einreichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=50746","title":{"rendered":"Digitale Verwaltung: Nie wieder Geburtsurkunden einreichen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Aktenberge k&ouml;nnten ins Archiv verbannt werden. Diese Akten sind schon dort.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Eine digitale Verwaltung k&ouml;nnte B&uuml;rger von viel Papierkram und Warterei entlasten. Das ist dazu n&ouml;tig.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie Digitalisierung hatten sich im Wahlkampf fast alle Parteien auf Fahnen und Plakate geschrieben. Die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"0177644f3b1494833a77ac2cf635a39c4f3da11e\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/fdp\">FDP<\/a> forderte &bdquo;Digital first, Bedenken second&ldquo;, Gr&uuml;nen-Chef Cem &Ouml;zdemir warb f&uuml;r einen Digitalminister. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) machte am Wahlabend au&szlig;erdem deutlich, dass sie lieber &uuml;ber die digitale Zukunft sprechen wolle als &uuml;ber ern&uuml;chternde Prozentzahlen ihrer Partei.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In der Tat k&ouml;nnte die Digitalpolitik zum Zukunftsthema einer Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Gr&uuml;nen werden. Alle wollen hier rasche Fortschritte &ndash; am besten solche, die den B&uuml;rgern sp&uuml;rbar n&uuml;tzen. Wichtige Anregungen dazu liefert nun der Nationale Normenkontrollrat, der sich im Auftrag des Kanzleramts um B&uuml;rokratieabbau bem&uuml;ht. Die Gunst der Stunde nutzend, &uuml;bergab er am Freitag <a href=\"https:\/\/www.normenkontrollrat.bund.de\/Webs\/NKR\/Content\/DE\/Pressemitteilungen\/2017-10-06-nkr-gutachten-2017.html-jsessionid=46283DF9457B5DE0EB9A63FE3228BEF4.s3t2\">ein Gutachten<\/a> an Kanzleramtschef Peter Altmaier (<a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"30eb8234582224cf91e66839fb0c63a8cca9d541\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/cdu\">CDU<\/a>). Eine b&uuml;rger- und digitalisierungsfreundliche Regierung wird das kaum &uuml;bergehen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Mehr Leistung f&uuml;r B&uuml;rger und Unternehmen: Verwaltung digitalisieren. Register modernisieren&ldquo; hei&szlig;t das Werk, das die Unternehmensberatung <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"c7b9a735a921781179c0e7f1b97bb5cb45cabfb1\" href=\"\/aktuell\/finanzen\/thema\/mckinsey-&amp;-company\">McKinsey<\/a> federf&uuml;hrend erstellt hat. Dass es mit B&uuml;rgern&auml;he zu tun hat, erschlie&szlig;t sich dabei nicht auf den ersten Blick: Gefordert wird ein &bdquo;Registermodernisierungsgesetz&ldquo; &ndash; was ungef&auml;hr so spannend klingt wie ein Vormittag in der Warteschlange des Einwohnermeldeamts.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Ein Leben mit weniger Papierkram ist m&ouml;glich<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Eben darum geht es aber. Den B&uuml;rgern sollen Schlangen und Qu&auml;lereien erspart bleibe. Das Wort &bdquo;Beh&ouml;rde&ldquo; soll nicht l&auml;nger an muffigen Papierkram erinnern, sondern an unkomplizierte Dienstleistung. Der Schl&uuml;ssel dazu: H&auml;ufig gebrauchte Basisdaten zu Personen, Firmen, Kraftfahrzeugen, Orten und Immobilien sollen aus den vorhandenen Registern f&uuml;r alle &Auml;mter abrufbar sein, sobald sie einmal erfasst sind. Lebensnahe Vorteile w&auml;ren dann: B&uuml;rger m&uuml;ssten keine Papier-Geburtsurkunden mehr zu zig Beh&ouml;rden tragen- jede k&ouml;nnte elektronisch die Basisdaten pr&uuml;fen. Ein Elterngeld &bdquo;ohne Papiernachweise&ldquo; w&auml;re m&ouml;glich &ndash; wovon wohl jeder tr&auml;umt, der einmal die heute geforderten Papierunterlagen zusammengesucht hat. Ebenso ein antragslos automatisch ausgezahltes Kindergeld.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der Normenkontrollrat k&uuml;mmert sich seit 2006 darum, die B&uuml;rokratielast neuer Gesetze abzusch&auml;tzen und zu begrenzen. Nun erh&ouml;ht er den Druck, die &ouml;ffentliche Verwaltung in die Moderne zu f&uuml;hren, geht den B&uuml;rokratieabbau verst&auml;rkt auch von dieser Seite an. &bdquo;Im Maschinenraum der digitalen Verwaltung muss kr&auml;ftig aufger&auml;umt werden, wenn Deutschland zukunftsf&auml;hig bleiben will&ldquo;, mahnt Ratschef Johannes Ludewig. Andere L&auml;nder machten dies l&auml;ngst erfolgreich vor. Immerhin zeige sich allm&auml;hlich auch hierzulande ein Sinneswandel. Mit Blick auf die erwarteten Koalitionsgespr&auml;che sehe er die Chance, dass sich etwas bewege.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Als &bdquo;zwingende Voraussetzung&ldquo; f&uuml;r den Fortschritt sieht das Gutachten &bdquo;digital zug&auml;ngliche, eindeutig verkn&uuml;pfbare und qualitativ hochwertige Registerdaten&ldquo;. Das betrifft etwa Melderegister, Grundbuch, Handelsregister, Fahrzeugregister und Personensachstandsregister. Es gebe mehr als 200 solcher Register in einer &ndash; der F&ouml;deralismus gr&uuml;&szlig;t &ndash; &bdquo;administrativ zersplitterten&ldquo; Landschaft. Gleiche Daten w&uuml;rden daher st&auml;ndig neu erhoben- Abgleiche und Qualit&auml;tschecks fehlten. &bdquo;Dieser Zustand muss sich dringend &auml;ndern&ldquo;, mahnt der Rat.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Mehr als 6 Milliarden Euro Ersparnis im Jahr<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dies soll sich auch finanziell lohnen: Zun&auml;chst seien zwar Investitionen von etwa 2,5 Milliarden Euro n&ouml;tig, hei&szlig;t es im Gutachten. Damit w&uuml;rden aber Entlastungen von mehr als 6 Milliarden Euro im Jahr m&ouml;glich: Die B&uuml;rger k&ouml;nnten 1,4 Milliarden Euro sparen, die Unternehmen eine Milliarde, die Verwaltung gar 3,9 Milliarden. Als Vorbilder nennt das Gutachten Beispiele aus Estland, &Ouml;sterreich, der Schweiz, Schweden und D&auml;nemark. Sie alle haben durch eine digitale Registerverkn&uuml;pfung ihre Verwaltung moderner und b&uuml;rgerfreundlicher gemacht.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dabei spielt das Thema Datenschutz eine sensible Rolle. Solche Bedenken seien aber &uuml;berwindbar, schlie&szlig;t der Rat aus den Erfahrungen der Nachbarn. Technisch helfe dabei ein &bdquo;verschl&uuml;sseltes Personenkennzahlensystem&ldquo;. Auch sollten Datenschutzbeauftragte &uuml;ber Austausch und Schnittstellen zwischen den Registern wachen. Zudem bed&uuml;rfe es hoher Transparenz &ndash; die B&uuml;rger m&uuml;ssten pr&uuml;fen k&ouml;nnen, welche einschl&auml;gigen Daten &uuml;ber sie gespeichert sind. Dies lasse sich &uuml;ber eine sogenannte Transparenzplattform l&ouml;sen, &bdquo;zum Beispiel als Bestandteil eines B&uuml;rgerportals&ldquo;, so der Rat.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das Projekt B&uuml;rgerportal ist eine weitere Gro&szlig;baustelle: Im Kern geht es um eine Plattform, auf der Datenaustausch so vertraulich und sicher klappt wie per Brief. Dort k&ouml;nnten dann vom Steuer- bis zum Elterngeldbescheid alle Vorg&auml;nge abgewickelt werden. Erste Ans&auml;tze lieferte die Regierung mit der sogenannten DE-Mail schon vor Jahren, doch richtig in Schwung kam das Projekt des Portals bisher nicht. Wenn nun aber &bdquo;im Maschinenraum&ldquo; dahinter aufger&auml;umt wird und auch noch der Datenschutzgedanke die B&uuml;rger lockt, k&ouml;nnte sich das &auml;ndern.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/digitale-verwaltung-nie-wieder-geburtsurkunden-einreichen-15234607.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/digitale-verwaltung-nie-wieder-geburtsurkunden-einreichen-15234607.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine digitale Verwaltung k\u00f6nnte B\u00fcrger von viel Papierkram und Warterei entlasten. 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