{"id":50210,"date":"2017-08-14T07:36:47","date_gmt":"2017-08-14T07:36:47","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=50210"},"modified":"2017-08-14T14:36:52","modified_gmt":"2017-08-14T14:36:52","slug":"italiens-ausenminister-wirft-eu-versagen-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=50210","title":{"rendered":"Italiens Au\u00dfenminister wirft EU Versagen vor"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Der italienische Au&szlig;enminister Angelino Alfano erkl&auml;rte, die Verteilung der Fl&uuml;chtlinge auf die EU-Staaten &bdquo;funktioniert &uuml;berhaupt nicht&ldquo;.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Angelino Alfano kritisiert die EU: Italien werde bei der Bew&auml;ltigung der Fl&uuml;chtlingskrise im Stich gelassen. Unterdessen stellen immer mehr Hilfsorganisationen ihre Eins&auml;tze auf dem Mittelmeer ein &ndash; aus Furcht vor Libyens K&uuml;stenwache.<\/p>\n<p id=\"pageIndex_1\">Italiens Au&szlig;enminister Angelino Alfano hat den EU-Staaten Versagen im Umgang mit der Fl&uuml;chtlingskrise auf dem Mittelmeer vorgeworfen. Auf die Frage, ob sich Italien von Europa im Stich gelassen f&uuml;hle, entgegnete Alfano in einem Interview mit der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung vom Montag: &bdquo;Ein ganz klares Ja!&ldquo; Die Verteilung der Fl&uuml;chtlinge auf die EU-Staaten &bdquo;funktioniert &uuml;berhaupt nicht&ldquo;, kritisierte der Minister.<\/p>\n<p>&bdquo;Das bedeutet, dass die Fl&uuml;chtlinge in Italien bleiben&ldquo;, sagte Alfano. Sein Land k&ouml;nne aber &bdquo;diese Last nicht alleine verkraften&ldquo;. Alfano vermisst nach eigenen Worten eine gemeinsame europ&auml;ische Migrationspolitik, die sich der ankommenden Bootsfl&uuml;chtlinge annimmt.<\/p>\n<p>Alfano rechnet nach eigenen Angaben bis Ende des Jahres mit mehr als 200.000 Menschen, die &uuml;ber die Mittelmeerroute nach Europa kommen. Dies sei ein Ausma&szlig;, &bdquo;das f&uuml;r uns sehr schwierig ist&ldquo;, sagte er. &bdquo;Weitere hunderttausende Menschen warten in Libyen auf die gef&auml;hrliche &Uuml;berfahrt, die h&auml;ufig t&ouml;dlich endet.&ldquo;<\/p>\n<p>Der italienische Minister forderte weitere Bem&uuml;hungen zur Stabilisierung Libyens, von wo aus viele Bootsfl&uuml;chtlinge Richtung Italien in See stechen: &bdquo;Die Vereinten Nationen sollten sich intensiver daf&uuml;r einsetzen, die Regierung in Tripolis zu unterst&uuml;tzen.&ldquo; Ziel sei es, &bdquo;humanit&auml;re Fl&uuml;chtlingsunterk&uuml;nfte&ldquo; in Libyen zu schaffen.<\/p>\n<p>&bdquo;Dazu m&uuml;ssen wir erreichen, dass das Land endlich politisch geeinigt und damit wieder stabil wird&ldquo;, sagte Alfano. Auf die Frage, ob es am Ende auch eine UN-Blauhelmmission in Libyen geben k&ouml;nne, sagte er: &bdquo;Wir sollten den neuen Sondergesandten der UNO jetzt Vorschl&auml;ge erarbeiten lassen.&ldquo;<\/p>\n<h2>Un&uuml;bersichtliche Lage in Libyen<\/h2>\n<p>Italien beschloss vor kurzem eine verst&auml;rkte Zusammenarbeit mit der libyschen K&uuml;stenwache, um die Mittelmeerroute besser kontrollieren zu k&ouml;nnen. Die Kooperation ist umstritten, da in Libyen seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al Gaddafi 2011 b&uuml;rgerkriegs&auml;hnliche Zust&auml;nde herrschen. Drei Regierungen k&auml;mpfen in dem nordafrikanischen Land um die Macht. Schlepper und Menschenh&auml;ndler nutzen die die un&uuml;bersichtliche Lage f&uuml;r ihre Gesch&auml;fte und versprechen den <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/fluechtlinge\">Fl&uuml;chtlingen<\/a>, sie gegen viel Geld nach Europa zu bringen. Bei der &Uuml;berfahrt sterben Tausende.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf diese Schlepperkriminalit&auml;t mahnte EU-Fl&uuml;chtlingskommissar <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/dimitris-avramopoulos\">Dimitris Avramopoulos<\/a> &bdquo;absolute Kompromisslosigkeit&ldquo; an. &bdquo;Schleuser zu bek&auml;mpfen und ihre Aktivit&auml;ten zu unterbinden, ist heute mehr denn je unsere Priorit&auml;t&ldquo;, sagte Avramopoulos den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Operation &bdquo;Sophia&ldquo;, die speziell daf&uuml;r eingesetzt wurde, habe bereits zur Verhaftung von rund 110 mutma&szlig;lichen Schleusern und Menschenh&auml;ndlern beigetragen und mehr als 470 Boote aus dem Verkehr gezogen, lobte der EU-Kommissar.<\/p>\n<h2>Hilfsorganisationen stoppen Rettungseins&auml;tze<\/h2>\n<p>Nach <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/aerzte-ohne-grenzen\">&auml;rzte ohne Grenzen<\/a> haben zwei weitere Hilfsorganisationen ihre Rettungseins&auml;tze im Mittelmeer gestoppt. Ihre Besatzungen k&ouml;nnten nicht l&auml;nger sicher arbeiten, weil sie von der libyschen K&uuml;stenwache bedroht w&uuml;rden, teilten die Organisationen Save the Children und Sea Eye am Sonntag mit. Dadurch w&uuml;rden Menschenleben gef&auml;hrdet, sagte Rob MacGillivray von Save the Children. Bereits am Samstag hatte &auml;rzte ohne Grenzen nach derartigen Vorw&uuml;rfen seine Eins&auml;tze gestoppt.<\/p>\n<p>Boote der libyschen K&uuml;stenwache hatten am Rande der libyschen K&uuml;stengew&auml;sser wiederholt auf Schiffe der Hilfsorganisationen geschossen. Die K&uuml;stenwache hatte die Sch&uuml;sse damit erkl&auml;rt, Kontrolle &uuml;ber die Rettungsaktionen behalten zu wollen. &bdquo;Grunds&auml;tzlich sind wir nicht gegen die Anwesenheit der Hilfsorganisationen, aber wir erwarten von ihnen eine st&auml;rkere Zusammenarbeit mit dem Staat Libyen&ldquo;, sagte ein Sprecher der K&uuml;stenwache.<\/p>\n<p>Hilfsorganisationen spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Rettung von Fl&uuml;chtlingen auf dem Mittelmeer. In diesem Jahr hatten sie mehr als ein Drittel aller Migranten aufgegriffen, 2014 waren es noch weniger als ein Prozent.<\/p>\n<p>Italien versucht derzeit, die private Seenotrettung st&auml;rker zu regulieren. Die beteiligten NGOs sollen einen Verhaltenskodex unterzeichnen, der unter anderem vorsieht, dass bewaffnete Polizisten auf den Booten mitfahren k&ouml;nnen. Der Kodex ist bei den Hilfsorganisationen heftig umstritten. &auml;rzte ohne Grenzen lehnte am Wochenende auch eine aktualisierte Version des Verhaltenskodex der italienischen Regierung f&uuml;r private Seenotretter ab.<\/p>\n<p>F&uuml;nf von acht Organisationen haben den Kodex aber mittlerweile unterschrieben, am Freitag zuletzt SOS Mediterranee. Die Organisation arbeitet bei der Seenotrettung auf dem Schiff &bdquo;Aquarius&ldquo; mit &auml;rzte ohne Grenzen zusammen. Sie unterzeichnete den Kodex nach Aufnahme einiger ihrer Forderungen in einen Anhang.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/fluechtlingspolitik-angelino-alfano-wirft-eu-versagen-vor-15150186.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/fluechtlingspolitik-angelino-alfano-wirft-eu-versagen-vor-15150186.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<p><!--BEGIN htmlobject --><!--END htmlobject --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angelino Alfano kritisiert die EU: Italien werde bei der Bew\u00e4ltigung der Fl\u00fcchtlingskrise im Stich gelassen. 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