{"id":50192,"date":"2017-07-14T08:41:14","date_gmt":"2017-07-14T08:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=50192"},"modified":"2017-07-14T08:41:14","modified_gmt":"2017-07-14T08:41:14","slug":"abhorsicher-mit-quantencomputer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=50192","title":{"rendered":"Abh\u00f6rsicher mit Quantencomputer"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">IBM und Google wollen die ersten universellen Quantencomputer bauen<\/div>\n<p>Mit Quantencomputern k\u00f6nnen die g\u00e4ngigen Verschl\u00fcsselungsverfahren schachmatt gesetzt werden. Die Kommunikation w\u00e4re sicher vor Lauschaktionen und k\u00f6nnte auch nicht manipuliert werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p id=\"pageIndex_1\">Wer von Quantencomputer spricht, begibt sich stets auf d\u00fcnnes Eis. Es geht um Rechner, die auf der Basis quantenmechanischer Zust\u00e4nde arbeiten sollen, die dahinterstehende Theorie ist kompliziert. W\u00e4hrend die einen, wie <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/ibm\">IBM<\/a> und Google, davon reden, die ersten universellen Quantencomputer bauen zu wollen, behaupten andere, wie das amerikanische Unternehmen D-Wave, dass sie den ersten Quantencomputer schon so gut wie gebaut haben. D-Wave zeigte auf der Cebit zwar nicht die gesamte Maschine, wohl aber erste Chips in einer Vitrine.<\/p>\n<p>Das Interesse an Quantencomputern ist gro\u00df, zur Kundschaft z\u00e4hlt vor allem das Milit\u00e4r. Nachrichtendienste erhoffen sich von k\u00fcnftigen Quantencomputern Universalmaschinen, vor denen kein Code mehr sicher ist. Denn der bekannteste Algorithmus, welcher f\u00fcr Quantencomputer geschrieben wurde, stammt vom amerikanischen Mathematiker Peter Shor und ist brisant: Mit ihm k\u00f6nnen die g\u00e4ngigen Verschl\u00fcsselungsverfahren schachmatt gesetzt werden.<\/p>\n<p>Deshalb wird in aller Welt fieberhaft an der Quantenverschl\u00fcsselung gearbeitet, ebenfalls ein Zukunftsprojekt. Vom Jahr 2022 an sollen unsere Daten abh\u00f6rsicher \u00fcber das Quanten-Internet gesendet werden. \u201eMit der Quantenverschl\u00fcsselung k\u00f6nnen wir so sicher kommunizieren, dass die Nachrichtendienste keine Chance haben, uns abzuh\u00f6ren\u201c, meint der Mathematiker Christian Deppe von der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/universitaet-bielefeld\">Universit\u00e4t Bielefeld<\/a>. Am Zentrum f\u00fcr interdisziplin\u00e4re Forschung in Bielefeld haben sich k\u00fcrzlich weltweit f\u00fchrende Forscher zur Tagung \u00fcber \u201esichere Kommunikation \u00fcber Quantenkan\u00e4le\u201c getroffen. Das Forschungsministerium in Berlin hat gleich mehrere Forschungsprojekte zur Entwicklung von VermittlungsHardware f\u00fcr ein Quanten-Internet aufgelegt. Damit k\u00f6nnte Deutschland in Sachen Quantenkommunikation eine f\u00fchrende Position einnehmen.<\/p>\n<h2>Mathematisch beweisbar sicher eingerichtet<\/h2>\n<p>In China sind solche \u00dcbertragungsstrecken bereits \u00fcber mehrere hundert Kilometer aufgebaut worden. \u201eDoch das sind immer nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen\u201c, meint Dieter Meschede von der Universit\u00e4t Bonn. Bei den bisherigen Quantenkryptographiesystemen, die direkt von einem Absender zu einem Empf\u00e4nger Daten verschl\u00fcsselt \u00fcbertragen, hat man sich zu wenig darum gek\u00fcmmert, dass die Verbindung mathematisch beweisbar sicher eingerichtet wurde. Die Ausgangsannahme lautete: Wenn ein Datenspion die verschl\u00fcsselten Quantenbits abh\u00f6ren w\u00fcrde, dann w\u00fcrde er sie durch das Abh\u00f6ren ver\u00e4ndern und sich dabei enttarnen.<\/p>\n<p>Der Sender schickt n\u00e4mlich beim quantenkryptographischen Verfahren Lichtteilchen als Quantenbits \u00fcber die Leitung, die vier unterschiedliche Polarisationszust\u00e4nde aufweisen. Ma\u00dfgeblich wurde diese Technik von einem Forschungsteam um Nicolas Gisin in den neunziger Jahren an der Universit\u00e4t Genf entwickelt. Im Laborma\u00dfstab entstanden zu dieser Zeit schon die ersten Quantenverschl\u00fcsselungssysteme, die nach einem bestechend eleganten Prinzip arbeiten. Der Empf\u00e4nger misst die Polarisationszust\u00e4nde der Lichtteilchen, leitet daraus eine Bitfolge ab und vergleicht diese Bitfolge mit den urspr\u00fcnglich vom Sender verschickten Quantenbits. W\u00fcrde ein Datenspion die Leitung abh\u00f6ren, m\u00fcsste er daf\u00fcr einzelne Lichtteilchen abfangen und deren Polarisation messen. Durch diese Messung w\u00fcrden die Lichtteilchen aber ver\u00e4ndert. Der Datendieb w\u00e4re enttarnt.<\/p>\n<h2>Angriffsstrategie \u00e4hnelt den Hackerangriffen<\/h2>\n<p>Das ist eines der grundlegenden Gesetze der Quantenphysik. Deshalb galten die darauf aufbauenden Quantenverschl\u00fcsselungssysteme, die seit 2007 kommerziell eingesetzt werden, als sicher. Doch verschiedenen Forschergruppen ist es gelungen, Schwachstellen bei verschiedenen kommerziellen Quantensicherheitssystemen ausfindig zu machen. Ihre Angriffsstrategie \u00e4hnelt den Hackerangriffen, mit denen beim Online-Banking Passw\u00f6rter, Transaktionsnummern und andere Kontendaten erbeutet werden.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/quantencomputer-sollen-kommunikation-sicher-machen-15098637.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/quantencomputer-sollen-kommunikation-sicher-machen-15098637.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>IBM und Google wollen die ersten universellen Quantencomputer bauen Mit Quantencomputern k\u00f6nnen die g\u00e4ngigen Verschl\u00fcsselungsverfahren schachmatt gesetzt werden. 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