{"id":50156,"date":"2017-07-31T14:51:33","date_gmt":"2017-07-31T14:51:33","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=50156"},"modified":"2017-07-31T14:51:33","modified_gmt":"2017-07-31T14:51:33","slug":"huckepack-uber-den-ozean","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=50156","title":{"rendered":"Huckepack \u00fcber den Ozean"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Schiff auf dem Schiff: Die Viermastbark \u201ePeking\u201c am Sonntag in Brunsb\u00fcttel an Bord des Transportschiffs \u201eCombi Dock III\u201c<\/div>\n<p>Der Segler \u201ePeking\u201c ist aus New York an die Elbe zur\u00fcckgekehrt. 1911 war seine Jungernfahrt, seither hatte er eine wechselvolle Geschichte. Jetzt soll er ins Museum.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p id=\"pageIndex_1\">Die Viermastbark \u201ePeking\u201c \u2013 oder was von ihr noch \u00fcbrig ist \u2013 ist von New York aus in der Elbe eingetroffen. Allein h\u00e4tte der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/thema\/segler\">Segler<\/a> die lange Reise \u00fcber den Ozean nicht mehr machen k\u00f6nnen. Es ging deshalb auf der aus Bremen stammenden \u201eCombi Dock III\u201c huckepack \u00fcbers Meer, aber nur langsam, wegen des schlechten Wetters auf dem Atlantik. Das Dockschiff erreichte am Montagabend den Elbe-Hafen von Brunsb\u00fcttel. Dort wird die \u201ePeking\u201c f\u00fcr den Weitertransport vorbereitet.<\/p>\n<p>Am Mittwoch in aller Fr\u00fche soll die \u201eCombi Dock III\u201c abtauchen. Dann bekommt die \u201ePeking\u201c zum ersten Mal seit 85 Jahren wieder Elbwasser unter den Kiel \u2013 ein historischer Moment. Schlepper werden die Viermastbark aus dem Dockschiff ziehen. F\u00fcr alle Freunde alter Segelschiffe: Der Konvoi l\u00e4sst sich vom Elbdeich zwischen Brunsb\u00fcttel und Brokdorf aus beobachten. Die Fahrt geht dann in die Werft von Wewelsfleth. Die Gemeinde im Kreis Steinburg liegt an der St\u00f6r, der Weg dorthin betr\u00e4gt elfeinhalb Seemeilen und f\u00fchrt unter anderem durch das St\u00f6rsperrwerk, in gewisser Weise ein Nadel\u00f6hr f\u00fcr das Schiff und seine Begleitung. Am fr\u00fchen Nachmittag jedenfalls soll das Segelschiff in Wewelsfleth sein.<\/p>\n<p>Da gibt es dann viel zu tun. 300 Seiten lang ist die Liste f\u00fcr die Restaurierungsarbeiten. \u201eWir bekommen ein Schiff, das Hilfe richtig n\u00f6tig hat\u201c, hie\u00df es vorab schon aus der Werft. Dort soll das Schiff wieder in den Zustand von 1927 versetzt werden, einschlie\u00dflich Holzdeck und den urspr\u00fcnglichen Lader\u00e4umen, in denen viele Jahre lang Salpeter und Sch\u00fcttgut zwischen Hamburg und Chile transportiert wurde. In drei Jahren schlie\u00dflich soll die \u201ePeking\u201c endlich auch nach Hamburg zur\u00fcckkehren. Sie soll im Hansahafen liegen \u2013 der Elbphilharmonie gegen\u00fcber.<\/p>\n<h2>Ein kompliziertes Man\u00f6ver<\/h2>\n<p>In New York musste das etwa 170 Meter lange Bremer Dockschiff zun\u00e4chst unter die 115 Meter lange \u201ePeking\u201c tauchen, um beim Wiederauftauchen den Segler so zu greifen, dass er auch stabil darin stand \u2013 ein kompliziertes Man\u00f6ver, das mehr als drei Stunden in Anspruch nahm.<\/p>\n<p>Seit den siebziger Jahren hatte das Schiff in New York gelegen, im \u201eSouth Street Seaport Museum\u201c am Pier 16 des East River. Dort f\u00fchrte es zuletzt allerdings nur noch ein Schattendasein. Betreten werden durfte es von den Museumsbesuchern schon lange nicht mehr. Die Wasserlinie ist so gut wie durchgerostet. Au\u00dferdem war das Schiff voll mit sp\u00e4teren Bauten, die zun\u00e4chst einmal entr\u00fcmpelt werden mussten \u2013 gleich mit dem Schneidbrenner.<\/p>\n<p>Um \u00fcberhaupt reisef\u00e4hig zu werden, war die \u201ePeking\u201c vom Museumshafen aus schon im September vergangenen Jahres in die Caddell-Werft auf Staten Island transportiert worden. Von dort startete vor elf Tagen die Fahrt in Richtung Hamburg. Das Museum in New York war vor einigen Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten und wollte die \u201ePeking\u201c verkaufen. Als sich niemand fand, sollte sie sogar verschenkt werden. Dass sie nun nach Deutschland zur\u00fcckkehrt und in die Stadt, in der sie einst gebaut wurde, ist letztlich dem Bundestag zu verdanken. Der Haushaltsausschuss \u2013 der einflussreiche Hamburger SPD-Abgeordnete <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/johannes-kahrs\">Johannes Kahrs<\/a> spielte dort eine wichtige Rolle \u2013 gew\u00e4hrte Ende 2015 f\u00fcr den Aufbau eines neuen Hafenmuseums in Hamburg 120 Millionen Euro, darin eingeschlossen 26 Millionen f\u00fcr den R\u00fccktransport und die Sanierung der \u201ePeking\u201c \u2013 das sch\u00f6nste und gr\u00f6\u00dfte Ausstellungsst\u00fcck in dem k\u00fcnftigen Museum.<\/p>\n<h2>Eine wechselvolle Geschichte<\/h2>\n<p>Das Schiff, eine Viermast-Stahlbark, wurde 1911 bei Blohm &#038; Voss f\u00fcr die Ferdinand-Laeisz-Reederei gebaut. Es war ein sogenannter Flying P-Liner, eigentlich schon damals Geschichte, weil die Zeit der gro\u00dfen Segeltransportschiffe vorbei war. Aber f\u00fcr die Segelschiffe sprach noch immer, dass sie bis zu einem Vierteljahr unterwegs sein konnten bei minimalen Betriebskosten. Die Jungfernfahrt der \u201ePeking\u201c f\u00fchrte im Mai 1911 nach Valpara\u00edso. Der Gro\u00dfsegler wurde \u2013 mit einer Besatzung von rund 30 Seeleuten \u2013 zun\u00e4chst als Frachtschiff f\u00fcr den Salpeterhandel mit Chile eingesetzt. Rund 4700Tonnen konnten in den Lader\u00e4umen unter Deck verstaut werden.<\/p>\n<p>Reeder Laeisz verkaufte in Folge der Weltwirtschaftskrise das Schiff 1932 nach London, wo es zu einem station\u00e4ren Schulschiff umgebaut wurde und fortan \u201eArethusa\u201c hie\u00df. Es folgte eine wechselvolle Geschichte, bei der die Bark mehrfach Namen und Besitzer wechselte, bis sie Mitte der siebziger Jahre nach New York kam. Dort wurde sie \u2013 alles im Zusammenhang mit der 200-Jahr-Feier der amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 originalgetreu wieder aufgetakelt. Auch ihr alter Heimathafenname \u201eHamburg\u201c prangte wieder am Heck.<\/p>\n<p>Die \u201ePeking\u201c ist einer von nur noch vier erhaltenen Flying-P-Linern auf der Welt. Baugleich ist die \u201ePassat\u201c, die seit Jahrzehnten in L\u00fcbeck-Travem\u00fcnde liegt. Au\u00dferdem gibt es noch die \u201ePommern\u201c im finnischen Mariehamn und die ehemalige \u201ePadua\u201c, heute als russisches Segelschulschiff \u201eKruzenshtern\u201c unterwegs \u2013 als einziges noch voll fahrt\u00fcchtiges der vier. Ein weiteres Schwesterschiff, die \u201ePamir\u201c, sank 1957 in einem Hurrikan- dabei kamen 80 Besatzungsmitglieder ums Leben.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/segler-peking-huckepack-ueber-den-ozean-15130531.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/segler-peking-huckepack-ueber-den-ozean-15130531.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schiff auf dem Schiff: Die Viermastbark \u201ePeking\u201c am Sonntag in Brunsb\u00fcttel an Bord des Transportschiffs \u201eCombi Dock III\u201c Der Segler \u201ePeking\u201c ist aus New York an die Elbe zur\u00fcckgekehrt. 1911 war seine Jungernfahrt, seither hatte er eine wechselvolle Geschichte. Jetzt soll er ins Museum.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50157,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[361,362],"tags":[1567,1738,260,416,720,4480],"class_list":["post-50156","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaft","category-menschen","tag-brunsbuttel","tag-chile","tag-hamburg","tag-new-york","tag-peking","tag-segler"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=50156"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50156\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=50156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=50156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=50156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}