{"id":50146,"date":"2017-07-24T09:39:05","date_gmt":"2017-07-24T09:39:05","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=50146"},"modified":"2017-07-24T09:39:05","modified_gmt":"2017-07-24T09:39:05","slug":"das-vermachtnis-der-barbaren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=50146","title":{"rendered":"Das Verm\u00e4chtnis der Barbaren"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Einer der Gr\u00fcnder der Beteiligungsgesellschaft KKR, Henry Kravis (Mitte).<\/div>\n<p>Private-Equity-Firmen wie KKR waren einst die Schurken der Wall Street. Heute sind sie in der Finanzwelt anerkannte Gr\u00f6\u00dfen. Nun \u00fcbergeben die Gr\u00fcnder die Gesch\u00e4fte an die n\u00e4chste Generation.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p id=\"pageIndex_1\">Als im Februar 2014 im Met Life Stadion vor den Toren New Yorks der Super Bowl ausgetragen wurde, sa\u00dfen zwei M\u00e4nner nebeneinander in einer Zuschauerbox, die \u2013 jeder auf seine Weise \u2013 die wilden achtziger Jahre an der Wall Street verk\u00f6rpern: Henry Kravis, Milliard\u00e4r und einer der Gr\u00fcnder des Finanzinvestors Kohlberg Kravis Roberts (KKR), und der Schauspieler Michael Douglas, der 1987 die Hauptrolle des Finanzhais Gordon Gekko im Klassiker \u201eWall Street\u201c spielte.<\/p>\n<p>Kravis gilt als einer der Vorbilder f\u00fcr Gekko, spielte aber vor allem eine Hauptrolle in einem Sachbuch \u00fcber die gleiche \u00e4ra, dessen Titel die Skrupellosigkeit der Finanzleute schon im Titel suggerierte: \u201eBarbarians at the Gate (Barbaren vor den Toren)\u201c war die Geschichte des feindlichen \u00dcbernahmekampfs um den gro\u00dfen amerikanischen Nahrungsmittelhersteller RJR Nabisco, den KKR im Jahr 1989 f\u00fcr 31 Milliarden Dollar gewann. Es war der H\u00f6hepunkt einer bis dahin beispiellosen, kreditfinanzierten \u00dcbernahmewelle, mit der Kravis und die Partner von KKR reich wurden.<\/p>\n<p>Das Zusammentreffen der in die Jahre gekommenen Wall-Street-Ikonen sorgte damals f\u00fcr Aufsehen. Sogar der \u201eNew York Times\u201c war es eine Meldung wert. Das Treffen zweier \u00e4lterer Football-Fans mit Halbglatze (Kravis) und grauem Bart (Douglas) symbolisierte aber auch die Ver\u00e4nderungen der Branche. Kravis und Douglas, die einst zusammen auf dem Internat waren, geh\u00f6ren nicht mehr zu den jungen Wilden der Achtziger, sondern l\u00e4ngst zum Establishment.<\/p>\n<h2>Imagegl\u00e4ttung durch soziale und karitatives Engagement<\/h2>\n<p>Die vor rund vierzig Jahren gegr\u00fcndete Firma KKR ist zu einem der gr\u00f6\u00dften Finanzinvestoren der Welt geworden. Die Gesellschaft verwaltet Verm\u00f6genswerte von fast 140 Milliarden Dollar. Mehr als 100 Unternehmen mit insgesamt fast einer Million Mitarbeitern, darunter der deutsche R\u00fcstungszulieferer Hensoldt, befinden sich in ihrem Besitz.<\/p>\n<p>Als Barbaren, Unternehmensj\u00e4ger oder als Heuschrecken wie in Deutschland bezeichnet die Gesellschaften heute auch kaum noch jemand. Der g\u00e4ngige und unverf\u00e4ngliche Begriff lautet Private Equity. Kravis und anderen Finanzinvestoren wie seinem Erzrivalen Stephen Schwarzman von Blackstone ist es gelungen, das rauhe Image zu gl\u00e4tten. Sie pr\u00e4sentieren sich heutzutage vor allem als Unternehmensretter und Wohlt\u00e4ter. Das gilt sowohl f\u00fcr das Gesch\u00e4ft mit den \u00dcbernahmen als auch f\u00fcr ihr soziales und karitatives Engagement. Kravis hat dreistellige Millionen-Dollar-Spenden an Krankenh\u00e4user, Universit\u00e4ten und kulturelle Einrichtungen \u00fcberwiesen. Zwar kommt immer mal wieder Kritik an der Branche auf, an der niedrigen Besteuerung der Gewinne, an hohen Verwaltungsgeb\u00fchren, an Sonderdividenden, die sich Beteiligungsgesellschaften auf Kosten der \u00fcbernommenen Firmen genehmigen. Aber die Rolle von Private Equity im Wirtschaftskreislauf ist weitgehend akzeptiert.<\/p>\n<p>Kravis geht es nun um sein Verm\u00e4chtnis. \u201eIch will, dass KKR uns \u00fcberlebt, so wie das bei Goldman Sachs war\u201c sagte Kravis im vergangenen Jahr in einem Interview. Die Wurzeln von Goldman gehen auf die Maklerfirma f\u00fcr Schuldscheine zur\u00fcck, die der fr\u00e4nkische Auswanderer Marcus Goldman 1869 in New York gegr\u00fcndet hatte. Goldman nahm 13 Jahre sp\u00e4ter seinen Schwiegersohn Samuel Sachs mit ins Gesch\u00e4ft auf. Heute ist Goldman Sachs kein Familienunternehmen mehr, sondern eine der bedeutendsten Banken der Welt und Mitglied des renommierten Dow-Jones-Aktienindex.<\/p>\n<h2>Stabwechsel: Die beiden Gr\u00fcnder geben das Tagesgesch\u00e4ft ab<\/h2>\n<p>In dieser Woche machte KKR selbst einen wichtigen Schritt auf diesem Weg. Der mehr als 70 Jahre alte Kravis skizzierte gemeinsam mit Mitgr\u00fcnder und Ko-Vorstandschef George Roberts den Stabwechsel an die n\u00e4chste Generation. Die beiden Gr\u00fcnder, die Cousins sind und sich seit Kinderzeiten gut kennen, haben zwei Mittvierziger mit der Leitung des Tagesgesch\u00e4fts von KKR betraut. \u201eDie Ank\u00fcndigung dreht sich um die Zukunft und darum, sicherzustellen, dass wir das richtige Team und die F\u00fchrungsstruktur haben, um unseren Kunden und Partnern in den kommenden Jahrzehnten dienen zu k\u00f6nnen\u201c, teilten Kravis und Roberts mit.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/private-equity-firma-kkr-das-vermaechtnis-der-barbaren-15118104.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/private-equity-firma-kkr-das-vermaechtnis-der-barbaren-15118104.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer der Gr\u00fcnder der Beteiligungsgesellschaft KKR, Henry Kravis (Mitte). Private-Equity-Firmen wie KKR waren einst die Schurken der Wall Street. Heute sind sie in der Finanzwelt anerkannte Gr\u00f6\u00dfen. 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