{"id":50126,"date":"2017-08-02T08:54:17","date_gmt":"2017-08-02T08:54:17","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=50126"},"modified":"2017-08-02T08:54:17","modified_gmt":"2017-08-02T08:54:17","slug":"weder-urlaub-noch-schonzeit-fur-macron","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=50126","title":{"rendered":"Weder Urlaub noch Schonzeit f\u00fcr Macron"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Touristen in Paris<\/div>\n<p>Insgesamt blicken die franz\u00f6sischen Gro\u00dfunternehmen auf eine passable Halbjahresbilanz. Auch bei den Anlegern ist man noch entspannt. Macrons gro\u00dfe Reformen kommen ja noch.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p id=\"pageIndex_1\">An der Pariser B\u00f6rse ist die Schonzeit f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/emmanuel-macron\">Emmanuel Macron<\/a> bereits vorbei. Wenn es jemals eine Toleranzperiode f\u00fcr Politiker unmittelbar nach ihrer Wahl in wichtige \u00e4mter gab, dann hat sie f\u00fcr den franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten aus Sicht der Anleger nicht lange gehalten. Der Leitindex CAC-40 erreichte unmittelbar vor Macrons Wahl am 7. Mai und wenige Tage danach seine h\u00f6chsten Jahresst\u00e4nde bei rund 5400 Punkten, etwa 11 Prozent mehr als zu Beginn des Jahres. Seither ging es mehr oder weniger kontinuierlich bergab. Im Jahresvergleich liegen die vierzig gr\u00f6\u00dften Aktien Frankreichs zwar weiter im Plus, doch der Zuwachs ist gegen\u00fcber dem H\u00f6chststand Anfang Mai etwa um die H\u00e4lfte geschmolzen.<\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident hat viel Macht, doch zu viel Einfluss darf man ihm auch nicht zuschreiben. Die franz\u00f6sische B\u00f6rse wird selten von innerfranz\u00f6sischen Vorg\u00e4ngen beeinflusst. Die Furcht vor einem Sieg radikaler Pr\u00e4sidentschaftsanw\u00e4rter hatte die Kurse im Fr\u00fchjahr zwar kurzzeitig gedr\u00fcckt, doch danach ging man schnell wieder zur Tagesordnung mit den Einwirkungen weltweiter Entwicklungen auf die franz\u00f6sische B\u00f6rse \u00fcber. Zuletzt haben etwa schwache Technologiewerte in den Vereinigten Staaten die europ\u00e4ischen B\u00f6rsen unter Druck gesetzt. Zudem fielen die Halbjahresberichte einiger franz\u00f6sischer Konzerne in der vergangenen Woche gemischt aus. Der Autohersteller Renault konnte etwa nicht an das Gewinnniveau des Erzrivalen <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/psa-konzern\">PSA<\/a> Peugeot-Citro\u00ebn heranreichen. Dass er jetzt mit seinen zahlreichen Allianzpartnern von Nissan \u00fcber Mitsubishi und Samsung bis zum Lada-Hersteller Avtovaz gr\u00f6\u00dfter Autohersteller der Welt vor Volkswagen und Toyota geworden ist, erscheint da nur wie ein schwacher Trost. Auch beim Kosmetik-Schwergewicht L\u2019Or\u00e9al herrschte Entt\u00e4uschung, denn Umsatz und Gewinn lagen unter den Erwartungen. Weil die Aktie des franz\u00f6sischen Weltmarktf\u00fchrers in der Vorwoche ein historisches Hoch erreicht hatte, nutzten viele Anleger den Augenblick der Bilanzver\u00f6ffentlichung f\u00fcr Gewinnmitnahmen.<\/p>\n<h2>Die St\u00e4rke des Euros<\/h2>\n<p>Insgesamt blicken die franz\u00f6sischen Gro\u00dfunternehmen jedoch auf eine passable Halbjahresbilanz. An ihren Ausblicken f\u00fcr das Gesamtjahr halten sie weitgehend fest. In Europa hat die Konjunktur deutlich angezogen, darunter auch die franz\u00f6sische Volkswirtschaft. Sie verzeichnete im zweiten Quartal dieses Jahres wieder ein Wachstum von 0,5 Prozentpunkten. Schon seit dem vergangenen Herbst legt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Quartal f\u00fcr Quartal in diesem Rhythmus zu. Die noch junge Regierung und ihr Pr\u00e4sident Macron d\u00fcrfen sich freuen, dass sie ihre \u00e4mter unter solch freundlichen Bedingungen antreten k\u00f6nnen. Ihre eher vorsichtige Wachstumsprognose f\u00fcr das Jahr 2017 eines BIP-Zuwachses von 1,6 Prozent wird so gut wie sicher eingehalten. Die zuversichtliche Stimmung der Haushalte hat sich nach dem turbulenten Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf gefestigt, so dass der Konsum wieder ein verl\u00e4sslicher Pfeiler der franz\u00f6sischen Konjunktur ist. Zwischen April und Juni haben zudem die Exporte der franz\u00f6sischen Unternehmen stark angezogen, w\u00e4hrend die Importe nachlie\u00dfen. Dies ist ein Anzeichen f\u00fcr die gestiegene Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Wirtschaft, die sich lange Zeit nicht einstellen wollte. \u201eDie Beschleunigung des Wachstums beginnt nun sich in den Ergebnissen der Unternehmen zu zeigen\u201c, berichten die Analysten von Aviva Investors, wobei die Anhebung der Gewinnprognosen bisher noch auf bescheidenem Niveau notieren.<\/p>\n<p>Ein Wermutstropfen ist die St\u00e4rke des Euros. Es ist nur wenige Monate her, da wiesen alle wichtigen makro\u00f6konomischen Indikatoren in eine g\u00fcnstige Richtung: niedrige \u00d6lpreise, niedrige Zinsen und ein niedriger Eurokurs. Vor etwa sieben Monaten notierte der Euro noch auf dem niedrigsten Stand seit 2002. Doch nun hat sich das W\u00e4hrungsblatt gedreht. Um rund 11 Prozent gewann das europ\u00e4ische Geld seit Jahresbeginn gegen\u00fcber dem Dollar und notiert nun so hoch wie seit Januar 2015 nicht mehr. Dies stellt die noch fragile Konkurrenzf\u00e4higkeit etlicher franz\u00f6sischer Unternehmen auf die Probe. Unternehmen wie Schneider, Peugeot, Michelin und Dassault Syst\u00e8mes haben ihre Erwartungen an der W\u00e4hrungsfront angepasst.<\/p>\n<h2>Senkung des Wohngeldes angek\u00fcndigt<\/h2>\n<p>Die Analysten sind sich allerdings nicht einig, inwieweit ein st\u00e4rkerer Euro wirklich eine Belastung ist. Schlie\u00dflich kann die Kurserh\u00f6hung auch die gest\u00e4rkte Konjunktur in Europa zum Ausdruck bringen. Viele Experten blicken mit gr\u00f6\u00dferer Unruhe auf die Beschl\u00fcsse der Zentralbanken, im Fall der franz\u00f6sischen Unternehmen vor allem auf die EZB. Wenn sie ihre Zinserh\u00f6hungen einleitet, was nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint, dann werden die franz\u00f6sischen Unternehmen erst wirklich getestet \u2013 und mit ihnen die Regierung, die den staatlichen Schuldenberg abtragen will.<\/p>\n<p><!doctype html><html><head><title>Unbenanntes Dokument<\/title><\/head><body><!-- XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX --><!-- AB HIER HTML-OBJEKT START --><!-- XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX --><!-- LOOPBILD-CONTAINER DIV -->&#8211;><a href=\"http:\/\/www.fazplus.de\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/dynamic.faz.net\/red\/2016\/fazplus-werbebox\/faz_plus_a.jpg\" \/><\/a><!-- LOOPBILD-2 --><!-- LOOPBILD-3 --><!----><!-- LOOPBILD-top = Bild 1 nochmal obendr\u00fcber --><!-- LOOPBILD-CONTAINER DIV ENDE --><\/p>\n<p><!-- #berndsbox ende --><!-- XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX --><!-- HTML-OBJEKT ENDE --><!-- XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX --><\/body><\/html><\/p>\n<p>Macron und sein Premierminister Edouard Philippe g\u00f6nnen sich im August kaum Urlaub, denn es gilt die Zeit f\u00fcr die Vorbereitung von Reformen zu nutzen. Eine schwierige Baustelle ist die geplante K\u00fcrzung von Sozialabgaben, die schon f\u00fcr viel Beunruhigung sorgt, seitdem die Regierung f\u00fcr 6,5 Millionen Franzosen eine Senkung des Wohngeldes um monatlich 5 Euro angek\u00fcndigt hat. Die Popularit\u00e4t des jungen Pr\u00e4sidenten hat erste Kratzer bekommen, zumal er auch mit dem Milit\u00e4r hart umspringt \u2013 ebenfalls aus Spargr\u00fcnden. Die Anleger an der B\u00f6rse verfolgen dies interessiert, aber bisher ohne gro\u00dfe Sorgen. Bei ihnen hat sich der Eindruck verfestigt, dass Macron \u201epro business\u201c sei. Das ist er wohl auch, die Frage ist nur, ob der diese Haltung gegen\u00fcber vielen skeptischen Franzosen durchsetzen kann.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/auslandsmarkt-paris-entwicklung-der-franzoesischen-maerkte-seit-der-wahl-15130590.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/auslandsmarkt-paris-entwicklung-der-franzoesischen-maerkte-seit-der-wahl-15130590.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Touristen in Paris Insgesamt blicken die franz\u00f6sischen Gro\u00dfunternehmen auf eine passable Halbjahresbilanz. Auch bei den Anlegern ist man noch entspannt. 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