{"id":49488,"date":"2017-06-22T05:28:08","date_gmt":"2017-06-22T05:28:08","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=49488"},"modified":"2017-06-22T05:28:08","modified_gmt":"2017-06-22T05:28:08","slug":"ein-kampfjet-weckt-begierden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=49488","title":{"rendered":"Ein Kampfjet weckt Begierden"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Schie\u00dft hoch hinaus: Kampfjet F-35 \u00fcber Le Bourget<\/div>\n<p>Die Bundesregierung pr\u00fcft die Anschaffung der F-35. Doch es gibt etliche andere Optionen und auch Frankreich r\u00fchrt kr\u00e4ftig die Werbetrommel. Wer macht wohl das Rennen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p id=\"pageIndex_1\">Scott Gunn ist ein amerikanischer Kampfpilot, der zehn Jahre lang \u00fcber dem Pazifik nach feindlichen Flugzeugen Ausschau hielt. \u201eDoch es gab nichts zum Abschie\u00dfen\u201c, sagt er und f\u00fcgt hinzu: \u201eGottseidank\u201c. Vor zwei Jahren wechselte Gunn vom Kampfflugzeug F-15 auf die neueste Jet-Generation, die F-35 Lightning II, auch genannt \u201eJoint Strike Fighter\u201c. In einem Zehn-Stundenflug brachte er den Milit\u00e4rjet von Utah zur Luftfahrtschau im franz\u00f6sischen Le Bourget. \u201eDie Maschine ist derma\u00dfen leicht zu fliegen. Manchmal schweifen die Gedanken ab und man vergisst regelrecht, dass man ein Flugzeug steuert\u201c, berichtet der 37 Jahre alte Oberstleutnant der Air Force.<\/p>\n<p>Vor den Toren von Paris zeigt der Haupthersteller <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/lockheed-martin\">Lockheed Martin<\/a> erstmals seinen Milit\u00e4rjet aus der sogenannten f\u00fcnften Generation. Es ist das modernste Kampfflugzeug der Welt. Vor dem Publikum vollf\u00fchrt es jeden Tag spektakul\u00e4re Man\u00f6ver, darunter nicht nur blitzschnelle Rollen, Loopings sowie Steig- und Sturzflug in Senkrechtposition, sondern auch den Langsamflug in fast senkrechter Lage kurz vor dem Abriss der Str\u00f6mung. Die ausge\u00fcbten Kr\u00e4fte reichen bis zum Neunfachen der Schwerkraft. An der Maschine fallen die abgerundeten Kanten und Ecken unter einer Art Schutzh\u00fclle auf: die Tarnkappen-Technologie soll das Flugzeug f\u00fcr Radare unsichtbar machen.<\/p>\n<p>\u201eIm Luft-zu-Luft-Kampf ist der \u201abad guy\u2018 abgeschossen, lange bevor er unsere Maschine \u00fcberhaupt sieht\u201c, berichtet ein Pressesprecher. Als weitere Neuerung gilt das Helmsystem. \u00dcber Sensoren an der Au\u00dfenhaut bekommt der Pilot Bilder auf sein Sichtfeld gespielt, die einen 360-Grad-Blick erm\u00f6glichen. Wenn er etwa den Kopf neigt, um auf seine Beine zu schauen, sieht er, was sich unterhalb des Flugzeuges befindet. \u201eFast jeder unserer Piloten will die F-35 fliegen\u201c, berichtet der Air Force-Mann Gunn, der heute als Ausbilder arbeitet. Doch wird die Maschine auch au\u00dferhalb der Vereinigten Staaten zu Begeisterungsst\u00fcrmen f\u00fchren?<\/p>\n<h2>Ein System der \u201en\u00e4chsten Generation\u201c<\/h2>\n<p>Sie ist bereits an zahlreiche Nationen ausgeliefert worden, darunter etliche aus Europa. In Kampfeins\u00e4tzen ist die F-35 noch nicht erprobt, doch das ist nur eine Frage der Zeit. Selbst das Bundesverteidigungsministerium zeigt inzwischen Interesse. Die Luftwaffe lotet derzeit die Optionen f\u00fcr die Nachfolge seiner rund 80 Tornados aus. Die F-35 gilt auch wegen ihrer Netzwerk-Kapazit\u00e4ten als interessant, womit die Luftwaffe leichter mit anderen Nato-Partnern kooperieren k\u00f6nnte. Kritiker wenden allerdings ein, dass die F-35 in erster Linie f\u00fcr den Luft-Boden-Kampf entwickelt wurde und weniger f\u00fcr die Gefechte in der Luft. Vor allem aber ist die Maschine sehr teuer- mit Kosten von mehr als 1 Billion Dollar \u00fcber die Laufzeit des Programms gilt es als das teuerste R\u00fcstungsprojekt der amerikanischen Geschichte. Der Kauf der Deutschen in den Vereinigten Staaten w\u00fcrde zudem dunkle industriepolitische Schattenseiten haben, weil die europ\u00e4ische Hersteller leer ausgingen.<\/p>\n<p>Bereits die Meldung, dass die Luftwaffe in den Vereinigten Staaten Informationen \u00fcber den F-35 angefordert hat, schreckte einige europ\u00e4ische Partner auf, allen voran die Franzosen. Der franz\u00f6sische Hersteller Dassault Aviation k\u00f6nnte es niemals verstehen, wenn die Deutschen in den Vereinigten Staaten einkaufen w\u00fcrden, zumal in Europa mit dem Rafale von Dassault, dem Eurofighter und dem Gripen aus Schweden drei Kampfflugzeuge zur Verf\u00fcgung stehen. \u201eDann soll man aufh\u00f6ren \u00fcber ein Europa der Verteidigung zu reden\u201c, sagte ein Dassault-Manager in Le Bourget. Der franz\u00f6sische Hersteller w\u00fcrde liebend gerne seinen Rafale als Nachfolger des Tornados nach Deutschland liefern. Das franz\u00f6sische Kampfflugzeug gilt als f\u00e4higes Verteidigungssystem, wie auch die Konkurrenten anerkennen, besonders seine Vielf\u00e4ltigkeit wird ger\u00fchmt. In j\u00fcngerer Vergangenheit gelang der Maschine eine Reihe von Exporterfolgen. So beherrscht der Rafale Luft-Bodenbek\u00e4mpfung, Luftkampf, Aufkl\u00e4rung, Landung und Starts auf einem Flugzeugtr\u00e4ger sowie die Nuklearbewaffnung. Eine Modernisierung des Milit\u00e4rjets ohne die Kosten einer kompletten Neuentwicklung sei jederzeit m\u00f6glich, hei\u00dft es im Dassault-Konzern, der mit dem britischen Konkurrenten BAE auch die Kampfdrohne Neuron entwickelt.<\/p>\n<p><!--BEGIN htmlobject --><!--END htmlobject --><\/p>\n<p>Die Bundesregierung w\u00fcnscht sich f\u00fcr die Tornado-Nachfolge ein System der \u201en\u00e4chsten Generation\u201c. Dazu k\u00f6nnte etwa eine Gruppe von Drohnen geh\u00f6ren, die ein pilotengesteuertes Flugzeug begleitet. Doch \u00fcber \u00dcberlegungen ist man noch nicht hinausgekommen. Die deutsche Regierung k\u00f6nnte auch einfach mehr Eurofighter kaufen \u2013 in der heutigen oder in einer noch mal modernisierten Version. Die Franzosen bem\u00e4ngeln, dass der Eurofighter nicht die Mehrzweckf\u00e4higkeit des Rafale habe \u2013 eine Kritik, die das europ\u00e4ische Herstellerkonsortium erwartungsgem\u00e4\u00df zur\u00fcckweist. Der Eurofighter sei gut mit dem Einsatz der F-35 kompatibel, sagen seine Bef\u00fcrworter. Den amerikanischen Jet haben Nationen wie Gro\u00dfbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen und D\u00e4nemark schon im Einsatz oder bestellt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/ruestung-kampfjet-f-35-von-lockheed-martin-weckt-begierden-15071216.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/ruestung-kampfjet-f-35-von-lockheed-martin-weckt-begierden-15071216.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schie\u00dft hoch hinaus: Kampfjet F-35 \u00fcber Le Bourget Die Bundesregierung pr\u00fcft die Anschaffung der F-35. Doch es gibt etliche andere Optionen und auch Frankreich r\u00fchrt kr\u00e4ftig die Werbetrommel. 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