{"id":49482,"date":"2017-06-21T10:11:06","date_gmt":"2017-06-21T10:11:06","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=49482"},"modified":"2017-06-21T10:11:06","modified_gmt":"2017-06-21T10:11:06","slug":"chinas-aktienmarkt-erhalt-den-ritterschlag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=49482","title":{"rendered":"Chinas Aktienmarkt erh\u00e4lt den Ritterschlag"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Chinas Aktienmarkt hat sich weiter ge\u00f6ffnet.<\/div>\n<p>Drei Jahre lang hat der ber\u00fchmte MSCI-Index die Aufnahme chinesischer Aktien verweigert. Nun haben die Amerikaner Chinas Finanzmarkt doch das Vertrauen ausgesprochen. Dabei mehren sich in diesem gerade die Warnzeichen.<\/p>\n<p><!--more--><!-- SHARELINE HOVER Box END --><span style=\"display: block- clear: both-\"><\/span><\/p>\n<p id=\"pageIndex_1\">Bevor es am Dienstag dunkel wurde in Schanghai und die Angestellten der Finanzbranche ihren Wecker auf halb F\u00fcnf Uhr morgens stellten, gelobte Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan eine weitere \u00d6ffnung der chinesischen Wirtschaft. Wieder einmal.<\/p>\n<p>Als in Asien noch Nacht war, wollte in New York der Indexanbieter MSCI seine Entscheidung verk\u00fcnden, ob es Chinas Aktien im vierten Anlauf endlich in seinen ber\u00fchmten Schwellenl\u00e4nderindex geschafft haben. Drei Jahre lang hatten die Amerikaner die Aufnahme von Wertpapieren aus der zweigr\u00f6\u00dften Wirtschaft der Welt verweigert. Stets hatte die Begr\u00fcndung gelautet: Chinas Finanzmarkt sei zu verschlossen.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Sichtweise gibt es gute Gr\u00fcnde. Nicht nur, dass in China in weiten Teilen nur heimische Staatsbanken agieren k\u00f6nnen. Auch in B\u00f6rsen hat die Regierung in Peking wiederholt massiv eingegriffen, um die Kurse nach oben zu hieven, koste es, was es wolle.<\/p>\n<p>Die W\u00e4hrung Renminbi, die Zentralbankchef Zhou eigentlich hatte freier schwanken lassen wollen, wird angesichts ihrer Schw\u00e4che wieder streng kontrolliert, was ihre Aufnahme in den W\u00e4hrungskorb der Sonderziehungsrechte des <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/iwf\">Internationalen W\u00e4hrungsfonds<\/a> in den Augen mancher Beobachter im Nachhinein ad absurdum gef\u00fchrt hat. Und schlie\u00dflich hatten ausl\u00e4ndische Unternehmen dann auch noch \u00fcber den Zeitraum von fast einem halben Jahr gr\u00f6\u00dfte M\u00fche, \u00dcberweisungen aus China hinaus zu t\u00e4tigen, weil Peking heimlich strenge Kapitalkontrollen angeordnet hatte, um einen Verfall seiner W\u00e4hrung zu verhindern.<\/p>\n<p>Am Dienstag aber kritisierte Zentralbankchef Zhou auf einem Finanzforum in der Wirtschaftsmetropole Schanghai in scharfen Worten den Protektionismus in der chinesischen Finanzindustrie. Dieser f\u00fchre zu \u201eFaulheit und Schw\u00e4che\u201c, wetterte der weltweit als Bef\u00fcrworter marktwirtschaftlicher Reformen geachtete Zhou. Das koste China Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<h2>Chinas Aktienmarkt hat sich weiter ge\u00f6ffnet<\/h2>\n<p>Chinas W\u00e4hrungsw\u00e4chter hatte offensichtlich die richtigen Worte gew\u00e4hlt. In der Nacht zum Mittwoch verk\u00fcndete in New York MSCI, dass ab Juni kommenden Jahres Chinas so genannte A-Aktien von 222 an den B\u00f6rsen in Schanghai und Shenzhen notierten Unternehmen in den Schwellenl\u00e4nderindex aufgenommen werden. Diese machen dann dort 0,73 Prozent des Gesamtgewichts aller Aktien aus.<\/p>\n<p>Der geringe Anteil zeigt, dass die unmittelbaren Folgen f\u00fcr Chinas <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/aktienmarkt\">Aktienmarkt<\/a> \u00fcberschaubar sein d\u00fcrften. Zwar richten viele Investoren auf der Welt \u2013 wie etwa amerikanische Pensionsfonds \u2013 ihre Anlagestrategie nach dem MSCI-Index aus. Die Summe, die diese verwalten, betr\u00e4gt Sch\u00e4tzungen zufolge 1,6 Billionen Dollar. Dass nun die Geldstr\u00f6me in den Weltfinanzm\u00e4rkten nun zum erheblichen Teil ins Reich der Mitte umgeleitet werden, sei jedoch nicht zu erwarten, schreibt etwa der Analyst Yukmin Hui von Credit Suisse. Er beziffert die Summe, die aufgrund der MSCI-Entscheidung nach China flie\u00dfen k\u00f6nnte, in der ersten Phase auf 11,7 Milliarden Dollar. Die Bank HSBC ist optimistischer und sch\u00e4tzt die Zufl\u00fcsse in den kommenden f\u00fcnf bis zehn Jahren auf 500 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>Als Begr\u00fcndung f\u00fcr seine Entscheidung gab MSCI an, dass sich Chinas Aktienmarkt weiter ge\u00f6ffnet habe. Auf diesem k\u00f6nnen Ausl\u00e4nder seit vergangenem Jahr nicht nur \u00fcber den Umweg Hongkong auf dem Parkett in Schanghai spekulieren, sondern auch in Shenzhen. Bisher war das Interesse des Auslands daran allerdings bescheiden.<\/p>\n<p><!--BEGIN htmlobject --><!--END htmlobject --><\/p>\n<p>F\u00fcr 25 der 222 chinesischen Aktien k\u00f6nnte die Aufnahme in den MSCI nun gr\u00f6\u00dfere positive Folgen haben, glaubt Analyst Yukmin Hui. Deren ausgebende Unternehmen seien international so wettbewerbsf\u00e4hig, dass der Handel mit ihren Anteilsscheinen auf die doppelte Umsatzmenge steigen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Noch weiter eingegrenzt, empfiehlt der Credit Suisse-Analyst zehn Einzelaktien aus China. Darunter befindet sich auch das Papier des Haushaltswarenherstellers Midea aus der s\u00fcdlichen Provinz Guangdong. Deutschen ist das Unternehmen sp\u00e4testens seit dem vergangenen Jahr ein Begriff: als es gegen massiven Widerstand aus der Bundesregierung den Augsburger Roboterhersteller Kuka \u00fcbernahm.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/msci-index-nimmt-aktien-aus-china-auf-15070488.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/msci-index-nimmt-aktien-aus-china-auf-15070488.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chinas Aktienmarkt hat sich weiter ge\u00f6ffnet. 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