{"id":49155,"date":"2017-06-07T21:17:25","date_gmt":"2017-06-07T21:17:25","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=49155"},"modified":"2017-06-07T21:17:25","modified_gmt":"2017-06-07T21:17:25","slug":"kanada-distanziert-sich-von-trumps-ausenpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=49155","title":{"rendered":"Kanada distanziert sich von Trumps Au\u00dfenpolitik"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Kanadas Au\u00dfenministerin Chrystia Freeland<\/div>\n<p>Deutlicher als je zuvor nimmt die kanadische Regierung Abstand zur Politik ihres Nachbarn im S\u00fcden. Der Blick der Nordamerikaner wandert gen Europa. Doch welche au\u00dfenpolitische Vision kommt aus Ottawa?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p id=\"pageIndex_1\">Die kanadische Regierung hat sich deutlicher denn je von der Au\u00dfenpolitik des amerikanischen Pr\u00e4sidenten <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\">Donald Trump<\/a> distanziert. Au\u00dfenministerin Chrystia Freeland k\u00fcndigte \u201esubstantielle Investitionen\u201c in die kanadischen Streitkr\u00e4fte sowie ein verst\u00e4rktes Eintreten f\u00fcr Freihandel, globalen Klimaschutz und multilaterale Organisationen an. \u201eDass unser Freund und Verb\u00fcndeter heute den Wert seines Mantels des globalen Anf\u00fchrers in Frage stellt\u201c, sagte Freeland am Dienstag vor den Unterhausabgeordneten in Ottawa, \u201estellt nur die Notwendigkeit f\u00fcr den Rest von uns heraus, unseren eigenen klaren und souver\u00e4nen Kurs festzulegen.\u201c<\/p>\n<p>Die Rede erinnerte an die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, wonach die Zeiten \u201eein St\u00fcck vorbei\u201c seien, \u201ein denen wir uns auf andere v\u00f6llig verlassen konnten\u201c. Ministerpr\u00e4sident <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/justin-trudeau\">Justin Trudeau<\/a> beriet sich am Dienstag telefonisch mit Merkel und verabredete enge Kooperation unter anderem beim Klimaschutz. Sp\u00e4ter traf er sich in Montreal mit Trumps Vorg\u00e4nger Barack Obama. Zu dessen Regierungszeiten hatte der Liberale Trudeau die Beziehung zu den Vereinigten Staaten als \u201egeschwisterlich\u201c gepriesen.<\/p>\n<h2>\u201eDass wir auf unseren eigenen F\u00fc\u00dfen stehen\u201c<\/h2>\n<p>Freeland sagte im Parlament: \u201eWenn wir uns allein auf den Sicherheitsschirm der Vereinigten Staaten verlie\u00dfen, w\u00e4ren wir ein Klientenstaat\u201c, doch \u201ekanadische Diplomatie und Entwicklungsarbeit braucht manchmal die Unterst\u00fctzung harter Macht.\u201c Noch am Mittwoch wollte Verteidigungsminister Harjit Sajjan in Ottawa Pl\u00e4ne f\u00fcr Milliardeninvestitionen pr\u00e4sentieren. 2016 hatte Kanada nur knapp ein Prozent seiner Wirtschaftsleistung f\u00fcr Verteidigung ausgegeben. Freeland sagte, die Ausgaben seien nach \u201eJahren der Vernachl\u00e4ssigung und Unterfinanzierung\u201c n\u00f6tig, um den Streitkr\u00e4ften \u201eneuen Halt\u201c zu geben. Obwohl sich Trudeaus Vorg\u00e4nger Stephen Harper gern als verl\u00e4sslicher milit\u00e4rischer Partner an der Seite des fr\u00fcheren Pr\u00e4sidenten George W. Bush gezeigt hatte, war Kanada auch zur Regierungszeit der Konservativen weit hinter dem Zwei-Prozent-Richtwert der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/nato\">Nato<\/a> f\u00fcr den Wehretat zur\u00fcckgeblieben. Seinen Kampfeinsatz in Afghanistan beendete das Land 2011. Trudeau zog die Luftwaffe aus der Allianz gegen den \u201eIslamischen Staat\u201c zur\u00fcck, schickte aber zus\u00e4tzliche Milit\u00e4rausbilder in den Irak.<\/p>\n<p>Freeland r\u00fchmte im Parlament die \u201e\u00fcbergro\u00dfe Rolle\u201c, welche die Vereinigten Staaten siebzig Jahre lang in der Welt als \u201eunverzichtbare Nation\u201c gespielt h\u00e4tten. Doch es sei eine Tatsache, dass viele W\u00e4hler in dem Nachbarland \u201eauch von dem Wunsch getrieben waren, die Last der globalen F\u00fchrung abzusch\u00fctteln\u201c. Kanada werde \u201eunsere Freunde weiterhin zu \u00fcberzeugen versuchen, dass ihre fortgesetzte globale F\u00fchrung sehr stark in ihrem eigenen Interesse liegt \u2013 wie in dem der restlichen freien Welt\u201c. Trudeau hatte anfangs auf ein freundliches Verh\u00e4ltnis zu Trump gesetzt \u2013 vor allem, um den Fortbestand der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta nicht zu gef\u00e4hrden. Wie Merkel kehrte er jedoch pessimistisch von den Nato- und G-7-Gipfeln heim und kam offenbar zu dem Schluss, dass es wenig bringe, gute Miene zur amerikanischen Politik zu machen.<\/p>\n<p><!--BEGIN htmlobject --><!--END htmlobject --><\/p>\n<p>Seine Au\u00dfenministerin k\u00fcndigte verst\u00e4rkte Bem\u00fchungen zum Abschluss von Handelsvertr\u00e4gen an und bekr\u00e4ftigte, dass der Freihandel \u201edas falsche Ziel\u201c politischer Attacken sei. Vielmehr warb sie f\u00fcr einen Wohlfahrtstaat europ\u00e4ischen oder kanadischen Zuschnitts, den es in den Vereinigten Staaten nicht gibt: \u201eDer wahre Schuldige ist eine Politik, die nicht versteht, dass dauerhaftes Wachstum und politische Stabilit\u00e4t von innenpolitischen Ma\u00dfnahmen zur Wohlstandsverteilung abh\u00e4ngen.\u201c Vor der Presse sagte die Ministerin nach ihrer Rede, es gehe darum, \u201edass wir auf unseren eigenen F\u00fc\u00dfen stehen\u201c und \u201edass unsere Au\u00dfenpolitik Ausdruck eines unabh\u00e4ngigen und souver\u00e4nen Landes ist\u201c.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/nordamerika-kanadas-weg-mit-europa-15051012.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/nordamerika-kanadas-weg-mit-europa-15051012.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kanadas Au\u00dfenministerin Chrystia Freeland Deutlicher als je zuvor nimmt die kanadische Regierung Abstand zur Politik ihres Nachbarn im S\u00fcden. 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