{"id":48093,"date":"2017-04-03T15:30:57","date_gmt":"2017-04-03T15:30:57","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=48093"},"modified":"2017-04-03T15:30:57","modified_gmt":"2017-04-03T15:30:57","slug":"borse-geld-und-der-wandel-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=48093","title":{"rendered":"B\u00f6rse, Geld und der Wandel der Welt"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Amerikanische Unternehmen machen 50 Prozent der b\u00f6rsennotierten Firmen aus. Eine wirtschaftliche Supermacht war Amerika jedoch nicht immer.<\/div>\n<p>Die B\u00f6rsengeschichte ist ein gro\u00dfes Spektakel. Es geht um strahlende Sieger, l\u00e4ngst vergessene Verlierer und die Frage aller Fragen: Wie wird man reich?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Aus Sicht eines modernen Menschen muss man sich die Welt zum Ende des 19. Jahrhunderts als einen ungew\u00f6hnlichen Ort vorstellen. Damals besa\u00df so gut wie niemand ein Auto, niemand hatte ein Telefon. Es gab keine Handys, keine Computer, keine E-Mails, auch kein Radio und schon gar kein Fernsehen. Niemand hatte je in einem Flugzeug gesessen, und niemand war je im Kino gewesen. Die Menschen starben fr\u00fch, denn viele Medikamente harrten noch ihrer Entdeckung: Antibiotika beispielsweise gab es nicht.<\/p>\n<p>Was es aber damals schon gab, waren jene Orte, an denen bis heute das Geld eingesammelt wird, das die Erfindungen der Moderne oft erst m\u00f6glich machen sollte \u2013 die B\u00f6rsen. Der erste dieser besonderen Handelspl\u00e4tze, an denen sich jedermann mit seinem Geld am Wohl und Wehe einer Firma beteiligen kann, war bereits Anfang des 17. Jahrhunderts in Amsterdam entstanden. 1698 wurde dann die Londoner B\u00f6rse gegr\u00fcndet, und erst im Jahr 1792 schuf man in Amerika die heute wichtigste B\u00f6rse der Welt \u2013 die New York Stock Exchange.<\/p>\n<h2>Forscher untersuchen Geschichte der Aktienm\u00e4rkte<\/h2>\n<p>Bis sie diesen Titel errang, verging allerdings viel mehr Zeit als gemeinhin angenommen. Noch im Jahr 1900 \u00fcberstrahlte die Londoner B\u00f6rse die New Yorker B\u00f6rse bei weitem: Die in Gro\u00dfbritannien notierten Firmen kamen auf einen deutlich h\u00f6heren B\u00f6rsenwert als amerikanische Unternehmen.<\/p>\n<p>Solch spannende Details zur B\u00f6rsengeschichte finden sich in einer Studie, die j\u00fcngst die Credit Suisse vorgestellt hat. In deren Auftrag haben die Wissenschaftler Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton von der London Business School die Geschichte der Aktienm\u00e4rkte der Welt untersucht. F\u00fcr 23 L\u00e4nder (darunter auch Deutschland) haben die Forscher bis zur\u00fcck ins Jahr 1900 beeindruckende Daten zur Entwicklung der B\u00f6rsen von damals bis heute zusammengetragen. Ihre Analyse gibt Auskunft \u00fcber das Entstehen und Vergehen ganzer Industrien, \u00fcber Gewinner und Verlierer des wirtschaftlichen Fortschritts. Und sie h\u00e4lt auch die Antwort auf jene Frage bereit, die sich die Anleger bis heute stellen: Wo gibt es die h\u00f6chsten Renditen?<\/p>\n<p>Dass Weltgeschichte und B\u00f6rsengeschichte aufs Engste verwoben sind, zeigt schon ein Vergleich. Im Jahr 1900 kamen amerikanische Firmen, gemessen am Wert aller b\u00f6rsennotierten Firmen, weltweit auf einen Anteil von 15 Prozent. Heute im Jahr 2017 erreichen amerikanische Unternehmen dagegen einen Anteil von mehr als 50 Prozent. Anders gesagt: Der Aufstieg der Vereinigten Staaten zur wirtschaftlichen Supermacht l\u00e4sst sich an den B\u00f6rsenkursen ablesen.<\/p>\n<p>Noch spannender aber ist zu sehen, wer seitdem zur\u00fcckgefallen ist. Es sind in erster Linie die britischen Firmen, die im Jahr 1900 mit einem Anteil von 25 Prozent am Weltaktienkapital noch alle anderen L\u00e4nder dominierten. Heute ist ihr Anteil auf gerade einmal sechs Prozent geschrumpft. Einen vergleichbaren R\u00fcckfall mussten ansonsten nur zwei weitere L\u00e4nder verkraften \u2013 das Deutsche Reich und \u00d6sterreich-Ungarn. Beide z\u00e4hlten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den f\u00fchrenden Weltm\u00e4chten, was sich auch in der Bedeutung ihrer B\u00f6rsen widerspiegelte.<\/p>\n<h2>\u00d6sterreichs Rolle schrumpft, Japan steigt auf<\/h2>\n<p>Die Deutschen waren damals nach Amerika und Gro\u00dfbritannien die drittgr\u00f6\u00dfte B\u00f6rsennation, deutsche Firmen konnten 13 Prozent des weltweiten Aktienkapitals auf sich vereinen. Unternehmen aus \u00d6sterreich-Ungarn kamen immerhin noch auf einen Wert von rund f\u00fcnf Prozent. Dass die Welt seitdem eine v\u00f6llig andere geworden ist, zeigt der Blick ins Jahr 2017. \u00d6sterreich spielt an den internationalen B\u00f6rsen keine Rolle mehr, auch Deutschlands Anteil ist auf gerade einmal drei Prozent geschrumpft. Stattdessen ist Japan in den Klub der wichtigsten B\u00f6rsennationen aufgestiegen. Mehr als acht Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung entfallen auf das asiatische Land.<\/p>\n<p><span ><span  itemprop=\"image\" itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageObject\"><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/forscher-vergleichen-geschichte-der-boersen-und-errechnen-rendite-14942320\/infografik-die-welt-der-14942221.html\"            title=\"Infografik \/ Die Welt der B\u00f6rse im Jahr 1900 und heute\"><img data-src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/1302448342\/1.4942221\/article_multimedia_overview\/hq\/infografik-die-welt-der-boerse.jpg' data-process-retina='1' height='344' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='Infografik \/ Die Welt der B\u00f6rse im Jahr 1900 und heute' width='610' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/>            <meta itemprop=\"url\" content=\"http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/1302448342\/1.4942221\/article_multimedia_overview\/hq\/infografik-die-welt-der-boerse.jpg\" \/><meta itemprop=\"width\" content=\"610\" \/><meta itemprop=\"height\" content=\"344\" \/><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p>Allerdings ist l\u00e4ngst nicht jedes Unternehmen b\u00f6rsennotiert. Im Jahr 1900 war eine gro\u00dfe Zahl von Firmen in Familienbesitz: Standard Oil, die wichtigste \u00d6lgesellschaft jener Zeit, wurde unter F\u00fchrung der Rockefellers von wenigen Familien kontrolliert. Aus der Credit-Suisse-Untersuchung darum den Schluss zu ziehen, dass die gemessenen B\u00f6rsengewichte exakt die \u00f6konomischen Machtverh\u00e4ltnisse auf der Welt widerspiegeln, w\u00e4re nicht richtig. Aber als N\u00e4herungswert taugen die Daten allemal.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/forscher-vergleichen-geschichte-der-boersen-und-errechnen-rendite-14942320.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/forscher-vergleichen-geschichte-der-boersen-und-errechnen-rendite-14942320.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amerikanische Unternehmen machen 50 Prozent der b\u00f6rsennotierten Firmen aus. Eine wirtschaftliche Supermacht war Amerika jedoch nicht immer. 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