{"id":47939,"date":"2017-03-23T16:09:10","date_gmt":"2017-03-23T16:09:10","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=47939"},"modified":"2017-03-23T16:09:10","modified_gmt":"2017-03-23T16:09:10","slug":"inflation-wird-20-jahre-lang-steigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=47939","title":{"rendered":"\u201eInflation wird 20 Jahre lang steigen\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Thor Schultz Christensen, Leiter der Rentenabteilung der Danske Invest<\/div>\n<p>Der d\u00e4nische Fondsmanager Thor Schultz Christensen ist \u00fcberzeugt: Es hat eine Zeit steigender Inflation begonnen. Verantwortlich daf\u00fcr sei nicht zuletzt der zunehmende Populismus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>2,2 Prozent betrug die Inflationsrate in Deutschland im Februar. F\u00fcnf Jahre ist es her, dass die Preissteigerungen ein \u00e4hnliches Niveau erreichten. Nichts Beunruhigendes, denn in den vergangenen 20 Jahren gab es alle paar Jahre solche Inflationsspitzen.<\/p>\n<p>Thor Schultz Christensen, Leiter der Rentenabteilung der d\u00e4nischen Fondsgesellschaft Danske Invest, geht allerdings davon aus, dass sich die Zeiten gerade \u00e4ndern. \u201eDie Welt hat sich 2016 deutlich ver\u00e4ndert, wenn es um die preisbestimmenden Faktoren geht\u201c, sagt Christensen und nennt drei Faktoren: das \u00d6l, den Brexit und <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\">Donald Trump<\/a>.<\/p>\n<p>\u201eBis Februar 2016 sanken die \u00d6lpreise. Seitdem haben sie sich in der Spanne zwischen 40 und 60 Dollar stabilisiert und das wird auch so bleiben. Damit ist der deflation\u00e4re Impuls verloren gegangen.\u201c Der Brexit wiederum habe eine deutliche Abwertung des Pfunds bewirkt, was zu einem Anstieg der importierten Inflation in Gro\u00dfbritannien gef\u00fchrt habe. Bislang seien allerdings die Realzinsen noch nicht gesunken.<\/p>\n<h2>Trump, der Inflationstreiber<\/h2>\n<p>Und dann ist da noch die Wahl Donald Trumps. \u201eMit Trump sind die Inflations- und Wachstumserwartungen gestiegen. Allerdings haben sich die Realzinserwartungen nicht wesentlich ver\u00e4ndert. Der Markt preist l\u00e4ngerfristig ein Prozent ein, w\u00e4hrend die Federal Reserve von 0,6 Prozent ausgeht. Ich denke, die M\u00e4rkte \u00fcbersch\u00e4tzen das Wachstum und gehen von einer zu geringen Preissteigerung aus.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Christensen ist es das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, das einen Anstieg der Inflationsraten bewirken wird. Schon jetzt verzeichne man in den Vereinigten Staaten mit zuletzt 2,7 Prozent eine h\u00f6here Inflationsrate als zuvor erwartet. Das gelte zwar nicht f\u00fcr die Kerninflation ohne die Preise f\u00fcr Energie und Lebensmittel. \u201eAber wenn Sie davon ausgehen, dass die Gesamtinflation die L\u00f6hne beeinflusst, kann auch die Kerninflation folgen.\u201c<\/p>\n<link rel=\"stylesheet\" href=\"\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/boersen-maerkte\/style\/components.css\"><link rel=\"stylesheet\" href=\"\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/boersen-maerkte\/style\/custom.css\"><link rel=\"stylesheet\" href=\"\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/boersen-maerkte\/style\/vwd_setup.css\"><link rel=\"stylesheet\" href=\"\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/boersen-maerkte\/style\/vwd_we.css\"><link rel=\"stylesheet\" href=\"\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/boersen-maerkte\/style\/vwd_we_faz.css\"><!--__HEAD__--><!-- start VWD content --><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td >BUNDANL.V. 15\/26 INFL.LKD<\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" ><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td >BUNDANL.V. 15\/46 INFL.LKD<\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" ><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td >US TREASURY 2027<\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" ><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td >US TREASURY 2047<\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" ><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td >TREASURY STK 2022 IND.LIN<\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" ><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td >TREASURY STK 2027 IND.LIN<\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" ><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td >TREASURY STK 2047 IND.LIN<\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<td><span >&#8212;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" ><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><!-- end C019: Quote List + Accordion with MicroChart --><\/p>\n<p>Angesichts einer niedrigen Arbeitslosigkeit sei das auch kein unwahrscheinliches Szenario. Vor allem aber sei Inflation zu 80 Prozent ein weltweites Ph\u00e4nomen und grenz\u00fcberschreitend. Dass dieses dann nicht in jedem Land im gleichen Ma\u00dfe zum Tragen komme, sei vor allem den Wechselkursen zu verdanken. Das k\u00f6nne man nicht zuletzt in Gro\u00dfbritannien anhand der Pfund-Schw\u00e4che verfolgen.<\/p>\n<h2>Populistische Politik l\u00e4sst Preise steigen<\/h2>\n<p>Ein inflation\u00e4rer Impuls komme auch von der Politik. \u201eDas Thema Inflation verschwindet derzeit aus dem Fokus.\u201c Und ob die Notenbanken sich dem noch \u00fcberall mit derselben Entschlossenheit wie fr\u00fcher entgegen stellen werden, daran geht der D\u00e4ne Zweifel. \u201eIn den Vereinigten Staaten wird die Unabh\u00e4ngigkeit der Notenbank gerade ein Thema. Dagegen l\u00e4sst Kanada keinen Zweifel, dass deren Stellung unver\u00e4ndert bleibt. Auch wenn die Preise sehr stark aneinander gekoppelt sind, geben wir kanadischen Anleihen den Vorzug.\u201c<\/p>\n<p>Zudem schwenke die Welt gerade in eine neue \u00e4ra des Protektionismus ein. Dieser wirke ebenfalls inflation\u00e4r. \u201eDie Abschottung verteuert einerseits die Importe, andererseits f\u00fchrt sie zu einer weniger effizienten Produktionsweise. Verlierer sind am Ende die Verbraucher.\u201c Doch viele von diesen s\u00e4hen das derzeit nicht so. Von der \u00e4ra der Globalisierung von 1988 bis zur Finanzkrise habe die obere Mittelschicht in den entwickelten L\u00e4ndern am wenigsten profitiert. \u201eDas kommt aber jetzt erst an, seit die Menschen erkannt haben, dass andere reicher wurden \u2013 vor allem Menschen aus Schwellenl\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p><!-- Anfang: Excel 2 HTML von Karl Fahrtmann \/\/--><!-- Ende: Excel 2 HTML von Karl Fahrtmann \/\/--><\/p>\n<p>Daher fielen Versprechungen, den fr\u00fcheren Zustand wieder herzustellen auf fruchtbaren Boden. Wenn man bedenke, dass die Verluste \u00fcber zwei Jahrzehnte entstanden seien, so sei davon auszugehen, dass es \u00e4hnlich lange dauern werde, bis wieder ein h\u00f6heres Ma\u00df an Zufriedenheit einkehren werde. \u201eUnd so ist mit einer l\u00e4nger andauernden protektionistischen \u00e4ra zu rechnen, die einen entsprechenden Preisauftrieb mit sich bringen wird. Insgesamt ist ein langsamer Inflationsanstieg \u00fcber 20 Jahre hinweg unser Hauptszenario\u201c, sagt Christensen und verweist auf die \u00e4ra der \u201eLangen Depression\u201c: Die 1870er Jahre h\u00e4tten eine starke Deflation mit sich gebracht und erst mit dem zunehmenden Protektionismus in den 1880er Jahren habe sich die Welt davon allm\u00e4hlich erholt.<\/p>\n<h2>Die richtige Zeit f\u00fcr inflationsgesch\u00fctzte Anleihen<\/h2>\n<p>Alles in allem sei jetzt eine gute Zeit, um in inflationsgesch\u00fctzte Anleihen, sogenannte Linker, zu investieren. \u201eDer Anleihenmarkt hat das Inflationsthema noch nicht entdeckt, sonst w\u00fcrden die Renditen steigen. Aber in einigen Monaten wird auch die EZB damit beginnen, restriktiver zu werden. Dann wird auch die h\u00f6here Kerninflation zum Thema\u201c, ist Christensen \u00fcberzeugt. Da nicht-inflationsgesch\u00fctzte Anleihen von der Nominalzinsentwicklung beeinflusst werden, sollten ihre Kurse fallen. Linker hingen orientierten sich an den Realzinsen.<\/p>\n<p>Derzeit seien viele Linker f\u00fcr ein Inflationsszenario falsch gepreist. So seien die in den Kursen erhaltenen Inflationserwartungen f\u00fcr einen Zeitraum von f\u00fcnf und zehn Jahren derzeit meist gleich. Auch der Aufschlag f\u00fcr die drei\u00dfigj\u00e4hrigen Anleihe entspreche nur dem Laufzeitrisiko. \u201eDen Inflationsschutz gibt es derzeit gratis dazu.\u201c<\/p>\n<p>Als Anlageklasse eigneten sie sich gut f\u00fcr langfristige Sparer: Sie lieferten einen festen Ertrag und garantierten den Kaufkrafterhalt. Vor allem aber liefen sie am besten bei sinkendem Wachstum und steigender Inflation. \u201eSie sind damit das genaue Gegenteil von Aktien.\u201c Je nachdem, welches Szenario man f\u00fcr wahrscheinlicher halte, empf\u00e4hlten sich unterschiedliche Bindungsdauern (Durationen). Wer mit mehr Wachstum und st\u00e4rker steigenden Zinsen rechne, sollte auf eine geringe Kapitalbindungsdauer achten.<\/p>\n<p><!-- Anfang: Excel 2 HTML von Karl Fahrtmann \/\/--><!-- Ende: Excel 2 HTML von Karl Fahrtmann \/\/--><\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/thor-schultz-christensen-rechnet-mit-steigender-inflation-14934400.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/thor-schultz-christensen-rechnet-mit-steigender-inflation-14934400.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thor Schultz Christensen, Leiter der Rentenabteilung der Danske Invest Der d\u00e4nische Fondsmanager Thor Schultz Christensen ist \u00fcberzeugt: Es hat eine Zeit steigender Inflation begonnen. 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