{"id":47822,"date":"2017-03-22T18:02:54","date_gmt":"2017-03-22T18:02:54","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=47822"},"modified":"2017-03-22T18:02:54","modified_gmt":"2017-03-22T18:02:54","slug":"dijsselbloem-ich-bedauere-dass-es-als-nord-gegen-sud-aufgefasst-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=47822","title":{"rendered":"Dijsselbloem: \u201eIch bedauere, dass es als \u201aNord gegen S\u00fcd\u2018 aufgefasst wurde\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Jeroen Dijsselbloem ist niederl\u00e4ndischer Finanzminister und Chef der Eurogruppe.<\/div>\n<p>Nachdem ihm eine Formulierung in einem Gespr\u00e4ch mit der F.A.Z. R\u00fccktrittsforderungen eingetragen hat, \u00e4u\u00dfert sich der Chef der Euro-Finanzminister nun noch einmal. Und sagt, es handele sich um ein Missverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Shitstorm, der sich an diesem Mittwoch binnen Stunden \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/jeroen-dijsselbloem\">Jeroen Dijsselbloem<\/a> entlud, war nicht vorhersehbar. Zehntausende Tweets, vor allem aus Spanien, Portugal und Italien, quollen an diesem Tag aus dem Netz, und die Reaktionen aus der Politik lie\u00dfen nicht auf sich warten.<\/p>\n<p>Den vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt bildete der portugiesische Ministerpr\u00e4sident <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/ant\u00f3nio-costa\">Ant\u00f3nio Costa<\/a>, der in Lissabon den R\u00fccktritt des niederl\u00e4ndischen Finanzministers vom Eurogruppen-Amt wegen dessen \u201erassistischer, fremdenfeindlicher und sexistischer \u00e4u\u00dferungen\u201c forderte. Dijsselbloem wies die Forderung am Mittwochabend zur\u00fcck.<\/p>\n<p>In den Agenturmeldungen \u00fcber Costas R\u00fccktrittsforderung hie\u00df es, Dijsselbloem habe den s\u00fcdeurop\u00e4ischen Krisen- und Programml\u00e4ndern vorgeworfen, sie verschwendeten ihr Geld f\u00fcr \u201eSchnaps und Frauen\u201c. In spanischen und italienischen Medien wurde er genauso zitiert. Gesagt hat er es freilich nicht. Die mit zweit\u00e4giger Versp\u00e4tung hereinbrechende Erregung geht auf ein Gespr\u00e4ch Dijsselbloems mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur\u00fcck.<\/p>\n<h2>\u201eNiederl\u00e4ndisch direkt\u201c<\/h2>\n<p>Darin philosophierte der Eurogruppen-Chef \u00fcber den Sinn des EU-Stabilit\u00e4tspakts, der \u201einnerhalb der Eurozone vertrauensbildend\u201c wirke. In der Euro-Krise h\u00e4tten sich die n\u00f6rdlichen Eurostaaten solidarisch mit den Krisenl\u00e4ndern gezeigt. \u201eAls Sozialdemokrat halte ich Solidarit\u00e4t f\u00fcr \u00e4u\u00dferst wichtig. Aber wer sie einfordert, hat auch Pflichten\u201c, f\u00fcgte Dijsselbloem hinzu.<\/p>\n<p>Dann folgte der Satz, der nun die Aufregung hervor gerufen hat: \u201eIch kann nicht mein ganzes Geld f\u00fcr Schnaps und Frauen ausgeben und anschlie\u00dfend Sie um Ihre Unterst\u00fctzung bitten. Dieses Prinzip gilt auf pers\u00f6nlicher, lokaler, nationaler und eben auch auf europ\u00e4ischer Ebene.\u201c Von s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern war da nicht die Rede \u2013 sondern eben von einem generellen Prinzip, das der Niederl\u00e4nder so \u00e4hnlich schon \u00f6fter formuliert hat.<\/p>\n<p>Im Europaparlament hatte sich Dijsselbloem schon am Dienstag irritiert von spanischen Medienberichten gezeigt. Dort tauchte erstmals die Version auf, der Minister habe bestimmte L\u00e4nder oder die s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4nder in ihrer Gesamtheit direkt angesprochen. Das habe er gerade nicht getan, sondern ein Prinzip erl\u00e4utert, erkl\u00e4rte er Abgeordneten, die von ihm eine Entschuldigung gefordert hatten.<\/p>\n<p>Am Dienstag verweigerte Dijsselbloem diese Entschuldigung noch, nun lieferte er sie dann doch. \u201eIch bedauere, dass meine Aussage missverstanden wurde und ich bedauere, dass es als \u201aNord gegen S\u00fcd\u2018 aufgefasst wurde\u201c, sagte er. Er sei nun einmal niederl\u00e4ndisch direkt, und seine \u00e4u\u00dferungen k\u00f6nnten mit der calvinistischen Kultur seines Landes erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>In der Tat hat sich Dijsselbloem schon \u00f6fter Kritik f\u00fcr flapsige Formulierungen eingefangen, etwa als er seinen Vorg\u00e4nger, den heutigen EU-Kommissionspr\u00e4sidenten Jean-Claude Juncker, als \u201estarken Raucher und Trinker\u201c bezeichnet hatte. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte in Berlin, man vergebe \u201ekeine Stilnoten f\u00fcr Interview\u00e4u\u00dferungen\u201c, stehe aber ansonsten hinter Dijsselbloem.<\/p>\n<p>In Br\u00fcssel hatten die jetzt kritisierten Interview\u00e4u\u00dferungen zwei Tage lang keine Rolle gespielt, obwohl sich dort am Montag und Dienstag die EU-Finanzminister getroffen hatten. Am Mittwoch nannte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager die Aussagen falsch. Auch diverse deutsche Europaparlamentarier emp\u00f6rten sich versp\u00e4tet. Der Chef der christlich-demokratischen EVP-Fraktion, Manfred Weber (CSU), forderte von Dijsselbloem mehr Respekt. Der Gr\u00fcnen-Politiker Sven Giegold nannte das Verhalten des Niederl\u00e4nders \u201ebesch\u00e4mend\u201c. Die Linken-Fraktionschefin Gabi Zimmer forderte ebenfalls Dijsselbloems R\u00fccktritt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/nach-interview-in-der-f-a-z-dijsselbloem-ich-bedauere-dass-es-als-nord-gegen-sued-aufgefasst-wurde-14937857.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/nach-interview-in-der-f-a-z-dijsselbloem-ich-bedauere-dass-es-als-nord-gegen-sued-aufgefasst-wurde-14937857.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeroen Dijsselbloem ist niederl\u00e4ndischer Finanzminister und Chef der Eurogruppe. Nachdem ihm eine Formulierung in einem Gespr\u00e4ch mit der F.A.Z. R\u00fccktrittsforderungen eingetragen hat, \u00e4u\u00dfert sich der Chef der Euro-Finanzminister nun noch einmal. Und sagt, es handele sich um ein Missverst\u00e4ndnis.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":47823,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[303,304],"tags":[5769,6229,5421],"class_list":["post-47822","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wirtschaft","category-wirtschaftspolitik","tag-antonio-costa","tag-frauen","tag-jeroen-dijsselbloem"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47822","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47822"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47822\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/47823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47822"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47822"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47822"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}