{"id":47820,"date":"2017-03-22T16:23:51","date_gmt":"2017-03-22T16:23:51","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=47820"},"modified":"2017-03-22T16:23:51","modified_gmt":"2017-03-22T16:23:51","slug":"rucktritt-von-eurogruppenchef-dijsselbloem-gefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=47820","title":{"rendered":"R\u00fccktritt von Eurogruppenchef Dijsselbloem gefordert"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Jeroen Dijsselbloem ist niederl\u00e4ndischer Finanzminister und Chef der Eurogruppe.<\/div>\n<p>Ein Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bringt den niederl\u00e4ndischen Chef der Euro-Finanzminister in Bedr\u00e4ngnis. Kritik an einer Formulierung kommt auch aus Deutschland.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Shitstorm, der sich an disem Mittwoch binnen Stunden \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/jeroen-dijsselbloem\">Jeroen Dijsselbloem<\/a> entladen hat, war nicht wirklich vorhersehbar. Zehntausende entr\u00fcstete Tweets auf dem Kurznachrichtendienst Twitter \u2013 vor allem aus Spanien, Portugal und Italien \u2013 brachen \u00fcber dem Eurogruppenchef herein und die Reaktionen aus der Politik lie\u00dfen nicht auf sich warten.<\/p>\n<p>Den vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt bildet der portugiesische Ministerpr\u00e4sident <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/ant\u00f3nio-costa\">Ant\u00f3nio Costa<\/a>, der in Lissabon den R\u00fccktritt des niederl\u00e4ndischen Finanzministers vom Eurogruppen-Amt wegen dessen \u201erassistischer, fremdenfeindlicher und sexistischer \u00e4u\u00dferungen\u201c forderte. Auch der fr\u00fchere italienische Ministerpr\u00e4sident Matteo Renzi forderte Dijsselbloems R\u00fccktritt.<\/p>\n<p>Die Nachrichtenagentur, die Costas Forderung meldete, f\u00fcgte hinzu, Dijsselbloem habe zuvor gesagt, die s\u00fcdeurop\u00e4ischen Krisen- und Programml\u00e4nder verschwendeten ihr Geld f\u00fcr \u201eSchnaps und Frauen\u201c. In spanischen und italienischen Medien wurde er genauso zitiert.<\/p>\n<h2>Schon h\u00e4ufiger flapsig<\/h2>\n<p>Gesagt hat er es freilich nicht. Die mit zweit\u00e4giger Versp\u00e4tung \u00fcber Europa hereinbrechende Erregung geht auf ein Gespr\u00e4ch Dijsselbloems mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur\u00fcck, das am Montag erschienen ist. Darin philosophierte der Eurogruppenchef \u00fcber den Sinn des EU-Stabilit\u00e4tspakts, der \u201einnerhalb der Eurozone vertrauensbildend\u201c wirke.<\/p>\n<p>In der Euro-Krise h\u00e4tten sich die n\u00f6rdlichen Eurostaaten solidarisch mit den Krisenl\u00e4ndern gezeigt, so Dijsselbloem: \u201eAls Sozialdemokrat halte ich Solidarit\u00e4t f\u00fcr \u00e4u\u00dferst wichtig. Aber wer sie einfordert, hat auch Pflichten.\u201c Dann folgte der Satz, der nun die Aufregung hervorgerufen hat: \u201eIch kann nicht mein ganzes Geld f\u00fcr Schnaps und Frauen ausgeben und anschlie\u00dfend Sie um Ihre Unterst\u00fctzung bitten. Dieses Prinzip gilt auf pers\u00f6nlicher, lokaler, nationaler und eben auch auf europ\u00e4ischer Ebene.\u201c Von s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern war da nicht die Rede &#8211; sondern eben von einem generellen Prinzip, das Niederl\u00e4nder so \u00e4hnlich schon \u00f6fter formuliert hat.<\/p>\n<p>Im Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments hatte sich Dijsselbloem schon am Dienstag irritiert von der Darstellung spanischer Medien gezeigt. Dort tauchte erstmals &#8211; vermutlich aufgrund von \u00dcbersetzungsfehlern &#8211; die Version auf, der Minister habe bestimmte L\u00e4nder oder die s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4nder in ihrer Gesamtheit direkt angesprochen. Das habe er gerade nicht getan, sondern ein Prinzip erl\u00e4utert, erkl\u00e4rte er dem spanischen Gr\u00fcnen-Abgeordneten Ernest Urtasun, der ihn zu einer Entschuldigung aufgefordert hatte. Deshalb m\u00fcsse er sich nicht entschuldigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr flapsige Formulierungen hat sich Dijsselbloem schon \u00f6fter Kritik eingefangen. Etwa als er seinen Vorg\u00e4nger, den heutigen EU-Kommissionspr\u00e4sidenten Jean-Claude Juncker, im niederl\u00e4ndischen Fernsehen als \u201estarken Raucher und Trinker\u201c bezeichnet hatte. Es geh\u00f6rt zum politischen Selbstverst\u00e4ndnis des Niederl\u00e4nders, dass er eine schn\u00f6rkellose Sprache pflegt auch auf die Gefahr hin, dass ihm eine Formulierung verrutscht.<\/p>\n<p>Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte in Berlin, man vergebe \u201ekeine Stilnoten f\u00fcr Interview\u00e4u\u00dferungen\u201c, stehe aber ansonsten hinter Dijsselbloem. In Br\u00fcssel hatten die jetzt kritisierten Interview\u00e4u\u00dferungen zwei Tage lang keine Rolle gespielt, obwohl sich dort am Montag und Dienstag die EU-Finanzminister getroffen hatten.<\/p>\n<p>An diesem Mittwoch nannte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager die Aussagen falsch. Diverse deutsche Europaparlamentarier, die das Interview auch schon fr\u00fcher im Original h\u00e4tten lesen k\u00f6nnen, reagierten auf die Protestwelle. Der Chef der christlich-demokratischen EVP-Fraktion, Manfred Weber (CSU), forderte von Dijsselbloem mehr Respekt. Der Gr\u00fcnen-Politiker Sven Giegold nannte das Verhalten des Niederl\u00e4nders \u201ebesch\u00e4mend\u201c.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/nach-aeusserung-in-der-f-a-z-ruecktritt-von-eurogruppenchef-dijsselbloem-gefordert-14937323.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/nach-aeusserung-in-der-f-a-z-ruecktritt-von-eurogruppenchef-dijsselbloem-gefordert-14937323.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeroen Dijsselbloem ist niederl\u00e4ndischer Finanzminister und Chef der Eurogruppe. Ein Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bringt den niederl\u00e4ndischen Chef der Euro-Finanzminister in Bedr\u00e4ngnis. 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