{"id":47500,"date":"2017-03-05T07:02:00","date_gmt":"2017-03-05T07:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=47500"},"modified":"2017-03-05T07:02:00","modified_gmt":"2017-03-05T07:02:00","slug":"runderneuerung-nach-noten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=47500","title":{"rendered":"Runderneuerung nach Noten"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Der modifizierte Orpheus<\/div>\n<p>Seit 25 Jahren veredelt Michael Swoboda HiFi-Ger\u00e4te. Jetzt hat er sich den legend\u00e4ren Kopfh\u00f6rer Orpheus von Sennheiser vorgenommen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Er war der teuerste, aufwendigste und feinste Kopfh\u00f6rer seiner Zeit &#8211; und er trug einen gro\u00dfen Namen: Hersteller <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/sennheiser-electronic\">Sennheiser<\/a> begann, es in einer limitierten Auflage von 300 Exemplaren zu fertigen. Heute wird der musikalische Oldtimer zu Liebhaberpreisen von mehr als 25.000 Euro gehandelt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/sennheiser-orpheus-teuerster-und-bester-kopfhoerer-der-welt-13937856.html\" target=\"_blank\">Dass Sennheiser mit dem Modell HE 1 im vergangenen Jahr einen kongenialen Nachfolger aus der Taufe hob<\/a>, hat an der Beliebtheit des gro\u00dfen Vorbilds nichts ge\u00e4ndert. Jetzt hat sich Michael Swoboda der High-End-Ikone angenommen &#8211; und wir haben ihn besucht, um das Ergebnis seiner Arbeit zu goutieren. Denn Swoboda ist in der Wohlklangszene eine feste Gr\u00f6\u00dfe: Seit 25 Jahren modifiziert der Ingenieur und HiFi-Perfektionist aus Essen solide Serienger\u00e4te, um sie auf spektakul\u00e4res Klangniveau zu trimmen.<\/p>\n<p>Den H\u00f6rer selbst, der nach dem elektrostatischen Prinzip arbeitet, l\u00e4sst Swoboda unbearbeitet. Swobodas Engagement gilt der Steuerelektronik, die das t\u00f6nende Eingangssignal verst\u00e4rkt und es auf das f\u00fcr Elektrostaten passende Spannungsniveau hebt. Sie steckt in einem heute etwas barock anmutenden verchromten Geh\u00e4use mit dekorativen Wangen aus Propellerholz. Diesen Baustein zerlegt Swoboda komplett und baut ihn nach allen Regeln der Kunst wieder auf &#8211; mit Bauteilen, die sich nicht nur messtechnisch, sondern auch in langwierigen H\u00f6rvergleichen als \u00fcberlegen qualifizieren.<\/p>\n<h2>Gegen Drahtverbindungen aus reinem Silber<\/h2>\n<p>Das gilt zum Beispiel f\u00fcr die Netzsektion: Hier ersetzt er die Halbleiterdioden durch extrem schnelle Exemplare, und die Siebkondensatoren m\u00fcssen feineren Versionen weichen, um perfekt gegl\u00e4ttete Gleichspannungen zu entlassen. Silberne Anschlusskontakte sorgen f\u00fcr h\u00f6chste Leitf\u00e4higkeit. In den Signalwegen tauscht Swoboda s\u00e4mtliche Widerst\u00e4nde aus &#8211; zugunsten von nicht magnetischen Typen, die gegen induktive Einfl\u00fcsse komplett immun sind. Alle Signalverbindung h\u00e4lt Swoboda so kurz wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p>So baut er die Eingangsstufe komplett um: Ein Relais, das zwischen analogem und digitalem Eingang umschaltet, entf\u00e4llt, ebenso wie die gesamte Digital-Analog-Wandlerstufe: Diese Baugruppe auf ein ad\u00e4quates Niveau zu heben h\u00e4tte, sagt Swoboda, unrealistischen Aufwand erfordert. Alle Signalleitungen tauscht Swoboda gegen Drahtverbindungen aus reinem Silber, die obendrein noch mechanische Beruhigung erfahren: D\u00e4mpfungsmaterial, das wie Knetmasse aussieht, wird \u00fcberall dort plaziert, wo Vibrationen entstehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die sechs R\u00f6hren auf dem Oberdeck des Verst\u00e4rkers tauscht Swoboda gegen NOS-Typen aus (das K\u00fcrzel steht f\u00fcr New Old Stock, es handelt sich also um unbenutzte R\u00f6hren aus alter Fertigung). Sein Lieferant kombiniert die einzelnen Exemplare nicht nur nach einem Punktekatalog f\u00fcr messtechnische Spezifikationen, sondern auch nach dem Ort ihrer Fertigung. Und weil auch das Auge mith\u00f6rt, poliert und restauriert Swobodas Team s\u00e4mtliche Chromteile und die Holzwangen, damit die Maschine nach der Elektronikkur wieder blitzt wie neu.<\/p>\n<p>Die gesamte \u00dcberarbeitung kostet 6900 Euro. Was bekommt man daf\u00fcr &#8211; neben einem ganzen Arsenal an kostspieligen Materialien? Immerhin macht schon die Standard-Version ihrem Namen alle Ehre, arbeitet sie doch musikalische Details wie mit einem Mikroskop heraus und verpackt jedes T\u00f6nchen wie in eine luftige H\u00fclle. Was l\u00e4sst sich da noch verbessern? Es ist, so der erste Eindruck, vor allem die R\u00e4umlichkeit der Abbildung: Jedes Instrument, jede Stimme positioniert sich noch deutlich genauer im Raum. Es sind aber auch, und das ist noch weit eindrucksvoller, die Ein- und Ausschwingvorg\u00e4nge: Das Nachschwingen einer angeschlagenen Klaviersaite etwa endet nicht mehr irgendwann abrupt &#8211; es l\u00f6st sich ganz allm\u00e4hlich in Luft auf, ohne Rauhigkeit, ohne Bruch.<\/p>\n<p>Die Musik atmet, und das macht den Zauber wirklich kompromissloser Wiedergabe aus. Die \u00dcberlegenheit der Modifikation wird geradezu \u00fcberdeutlich, wenn man auf die unbearbeitete Version zur\u00fcckschaltet: Dann n\u00e4mlich erscheint das gesamte Klangbild immer noch korrekt, aber doch auch deutlich flacher und h\u00e4rter. So lebt der Orpheus nach der Klangkur richtig auf- sein Namensgeber h\u00e4tte daran seine helle Freude.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/sennheiser-orpheus-modifiziert-runderneuerung-nach-noten-14899311.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/sennheiser-orpheus-modifiziert-runderneuerung-nach-noten-14899311.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der modifizierte Orpheus Seit 25 Jahren veredelt Michael Swoboda HiFi-Ger\u00e4te. 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