{"id":47288,"date":"2017-02-26T07:45:00","date_gmt":"2017-02-26T07:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=47288"},"modified":"2017-02-26T07:45:00","modified_gmt":"2017-02-26T07:45:00","slug":"wirkungslose-wachter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=47288","title":{"rendered":"Wirkungslose W\u00e4chter"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Eine Lupe vergr\u00f6\u00dfert den Quellcode eines Computervirus. Antiviren-Programme sollen den Befall mit Schadsoftware verhindern, k\u00f6nnen aber auch selbst zum Einfallstor werden.<\/div>\n<p>Wer einen sicheren Rechner m\u00f6chte, sollte sein Anitvirus-Programm deinstallieren \u2013 das ist kein Spam, sondern die Empfehlung eines IT-Experten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Empfehlung h\u00f6rt sich geradezu verr\u00fcckt an: Man kaufe f\u00fcr seine Rechner keine Antiviren-Software, und die bereits vorhandene deinstalliere man. Mit Ausnahme des Defenders von <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/microsoft\">Microsoft<\/a>, der zur Serienausstattung von Windows geh\u00f6rt. Wer dergleichen r\u00e4t, scheint ahnungslos zu sein und konterkariert geradezu fahrl\u00e4ssig das Credo bisheriger IT-Sicherheitsrichtlinien: Ein guter und aktueller Virenschutz ist demnach unerl\u00e4sslich. Viren, Trojaner und Phishing-Angriffe sorgen f\u00fcr ein latentes Gef\u00e4hrdungspotential, jeder ist betroffen. Selbst wer mit gr\u00f6\u00dfter Vorsicht im Internet surft, ist vor Schadprogrammen nicht gefeit. Niemand sollte mit einem ungesch\u00fctzten System ins Netz gehen.<\/p>\n<p>Das alles bleibt richtig. Aber nunmehr wird die Frage aufgeworfen, wie gut kommerzielle Antiviren-Software ist. Der Ratschlag, diese nicht zu kaufen, stammt von dem fr\u00fcheren Firefox-Entwickler Robert O\u2019Callahan, der erst nach seiner aktiven Zeit bei <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/mozilla-firefox\">Mozilla<\/a> den Mut fand, ein Problem anzusprechen, das unter Fachleuten schon lange diskutiert wird: ob Antiviren-Software von Drittanbietern sowohl mit ihrer Systemarchitektur wie auch mit fortw\u00e4hrenden Qualit\u00e4tsproblemen selbst Sicherheitsprobleme verursacht und der Umsetzung effektiver Schutzmechanismen im Wege steht. Sicherheits-Software wird oft gleichsam per Definition als sicher erachtet. Die schlimmste Gefahr f\u00fcr einen Rechner besteht jedoch nicht darin, dass Antivirenprogramme einen Sch\u00e4dling \u00fcbersehen, sondern dass die Antiviren-Software selbst zum Einfallstor wird.<\/p>\n<p>O\u2019Callahan trug eine ganze Reihe von Beispielen vor, und ihm sprang Justin Schuh von Chromes Security bei, der ebenfalls Antiviren-Software negativ sieht: Antiviren-Software sei das gr\u00f6\u00dfte Hindernis bei der Entwicklung sicherer Browser. Die Linien der Argumentation: Antiviren-Software und andere Sicherheits-Software h\u00e4tten selbst nicht nur Sicherheitsprobleme, sondern oft peinliche und vermeidbare L\u00fccken. Um Angriffe von au\u00dfen abzuwehren, nutze kein einziges Programm bew\u00e4hrte Verfahren wie eine abgeschottete Sandbox oder die Speicherverw\u00fcrfelung.<\/p>\n<h2>Kostenloser Virenschutz in Windows 10<\/h2>\n<p>Um Dateien zu scannen, versuchten Antivirenprogramme direkt in die Arbeitsweise des Browsers einzugreifen. Das sei fehleranf\u00e4llig und k\u00f6nne zu \u00e4rgerlichen Pannen f\u00fchren. Zudem w\u00fcrden Sicherheitsl\u00fccken in der Antiviren-Software auch den Browser unsicher machen. Antivirenprogramme laufen mit hohen Systemrechten, was dazu f\u00fchrt, dass sich Fehler in der W\u00e4chter-Software einfach ausnutzen lassen und gravierende Folgen mitbringen. In den vergangenen Wochen ist die Kritik an den Antiviren-Software-Herstellern immer lauter geworden. \u201eProtect yourself from Antivirus\u201c war bezeichnenderweise das Thema einer Veranstaltung auf der Blackhat-Entwicklerkonferenz im August.<\/p>\n<p>Dass man mit der Microsoft-Grundsicherung Defender, die unentgeltlich in <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/windows-10\">Windows 10<\/a> nutzbar ist, gut \u00fcber die Runden kommt, gilt Fachleuten schon lange als ausgemacht. Auch O\u2019Callahan lobt Microsoft: Weil dieses Antivirenpaket fest im Betriebssystem verankert sei, entst\u00fcnden besagte Probleme nicht. Der wichtigste Schutz des eigenen Rechners besteht darin, m\u00f6glichst rasch die jeweiligen Sicherheits-Updates des Betriebssystems zu installieren. Das ist mehrheitlich die Empfehlung von Security-Experten \u2013 und nicht etwa der Zukauf von Antiviren-Software. Wie immer die Debatte ausgehen wird: O\u2019Callahan hat einen Stein ins Wasser geworfen, und die Wellen schlagen viel h\u00f6her als gedacht. Niemand wollte sich bislang mit den m\u00e4chtigen Herstellern von Antiviren-Software anlegen. Nun stehen sie im Zentrum der Kritik.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/antiviren-software-wirkungslose-waechter-14886195.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/antiviren-software-wirkungslose-waechter-14886195.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Lupe vergr\u00f6\u00dfert den Quellcode eines Computervirus. Antiviren-Programme sollen den Befall mit Schadsoftware verhindern, k\u00f6nnen aber auch selbst zum Einfallstor werden. 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