{"id":47114,"date":"2017-02-13T12:40:36","date_gmt":"2017-02-13T12:40:36","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=47114"},"modified":"2017-02-13T12:40:36","modified_gmt":"2017-02-13T12:40:36","slug":"ein-sturz-erweckte-den-tee-magier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=47114","title":{"rendered":"Ein Sturz erweckte den Tee-Magier"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Swaraj Kumar Banerjee kontrolliert jeden Morgen pers\u00f6nlich die Qualit\u00e4t seines Tees.<\/div>\n<p>Swaraj Kumar Banerjee baut seine Pflanzen in Darjeeling biodynamisch an. Der letzte Spross der Tee-Aristokratie beschw\u00f6rt die spirituelle Wirkung des Aufgussgetr\u00e4nks.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Monsun ist sp\u00e4t dran. Noch immer prasseln auf dem Weg nach Darjeeling schwere Regentropfen vom Himmel herab. Auf den Pfaden, die sich an den S\u00fcdh\u00e4ngen des Himalajas hinaufwinden, kommt man an Bambus- und Zypressenw\u00e4ldern vorbei, bis man die satten gr\u00fcnen Teeg\u00e4rten erreicht, die von Dunstschwaden und Wolken durchzogen sind, als w\u00e4ren sie verzaubert.<\/p>\n<p>Die Stadt Darjeeling, auf mehr als 2000 Metern H\u00f6he gelegen, ist das Zentrum der Region. Von hier sieht man einen der wohl sch\u00f6nsten Sonnenaufg\u00e4nge der Welt \u00fcber dem Kangchendz\u00f6nga, dem dritth\u00f6chsten Berg der Welt. Nirgends in Indien ist die Kolonialgeschichte so pr\u00e4sent wie hier. Viktorianische Geb\u00e4ude, errichtet von Briten, die hier Zuflucht vor der Hitze Kalkuttas suchten, s\u00e4umen die Stra\u00dfen. Sie tragen noch die Namen von damals, so wie das Loreto Convent, in dem die Schauspielerin Vivien Leigh erzogen wurde und <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/mutter-teresa\">Mutter Teresa<\/a> Novizin war.<\/p>\n<h2>Afternoon-Tea und englisches Geb\u00e4ck<\/h2>\n<p>Und so wie die Teeg\u00e4rten Margarete&#8217;s Hope oder Glenburn Tea Estate. Auch wenn die Tee-Aristokratie fast ganz von internationalen Unternehmen verdr\u00e4ngt wurde: In Hotels wie dem Windamere ist die Zeit stehengeblieben und die Moderne ausgesperrt.<\/p>\n<p><span ><span  itemprop=\"image\" itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageObject\"><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/essen-trinken\/teeanbau-in-darjeeling-14690078\/eine-fabrikarbeiterin-sortiert-14864177.html\"            title=\"44657186\"><img data-src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/3385489593\/1.4864177\/article_multimedia_overview\/eine-fabrikarbeiterin-sortiert.jpg' title='Eine Fabrikarbeiterin sortiert den Tee in der Fabrik.' data-process-retina='1' height='344' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='44657186' width='610' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/>            <meta itemprop=\"url\" content=\"http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/3385489593\/1.4864177\/article_multimedia_overview\/eine-fabrikarbeiterin-sortiert.jpg\" \/><meta itemprop=\"width\" content=\"610\" \/><meta itemprop=\"height\" content=\"344\" \/><\/a><span  itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Eine Fabrikarbeiterin sortiert den Tee in der Fabrik.\">Eine Fabrikarbeiterin sortiert den Tee in der Fabrik.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Noch immer servieren Maids in schwarzen Kleidern und wei\u00dfen Sch\u00fcrzen Afternoon Tea und englisches Geb\u00e4ck &#8211; in Kaminzimmern, die mit Orientteppichen und gebl\u00fcmten Polsterm\u00f6beln ausgestattet sind. Und noch immer kommt der bernsteinfarbene Tee mit seinem leichten, blumigen Geschmack von den Teeg\u00e4rten Darjeelings, die ihm seinen Namen geben und die Region in aller Welt bekannt gemacht haben.<\/p>\n<h2>Nach Europa im 16. Jahrhundert<\/h2>\n<p>Dabei ist seine Geschichte recht jung. Erste historische Nennungen von Tee lassen sich in die Zeit der Shang-Dynastie (1600 bis 1046 vor Christus) zur\u00fcckverfolgen. Jahrhunderte sp\u00e4ter breitete sich der zun\u00e4chst als Heilmittel bekannte Aufguss von S\u00fcdchina in das heutige Japan, Korea und Vietnam aus.<\/p>\n<p>Nach Europa kam die Kunde \u00fcber portugiesische H\u00e4ndler und Missionare im 16. Jahrhundert. 1610 importierte die niederl\u00e4ndische Ostindien-Kompanie als erste regelm\u00e4\u00dfig Tee nach Europa. Von dort wiederum kam der Tee durch die britische Ostindien-Kompanie, die das Teemonopol Chinas brechen wollte, erst Anfang des 19. Jahrhunderts nach Indien.<\/p>\n<h2>Darjeeling-Tee war ein Gl\u00fcckstreffer<\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst wurde er im s\u00fcdlichen Assam angebaut, nachdem dort 1832 die Camellia Assamica entdeckt wurde, eine wilde Pflanze, die mit der urspr\u00fcnglichen chinesischen Teepflanze Camellia Sinensis verwandt ist und f\u00fcr AssamTee kultiviert wurde. 1841 brachte schlie\u00dflich Arthur Campbell, der als Arzt eigentlich die Sanatorien in der damaligen kolonialen Sommerfrische betreute, Samen der chinesischen Teepflanze nach Darjeeling und pflanzte sie auf experimenteller Basis an.<\/p>\n<p>Das Experiment war ein Gl\u00fcckstreffer: Der chinesische Tee gedieh pr\u00e4chtig. Damit begann die Geschichte des &#8222;Champagners unter den Tees&#8220;, wie Darjeeling hier bezeichnet wird.<\/p>\n<h2>Geschichten-Erz\u00e4hler und Tee-Kontrolleur<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Kommerzialisierung des Teeanbaus in der vorher kaum besiedelten Region wurden Nepalesen, Sikkimesen und Tibeter aus angrenzenden L\u00e4ndern herangeholt &#8211; bis heute haben sie ihre ganz eigene Identit\u00e4t. Immer wieder sind gr\u00fcn-wei\u00df-gelbe Flaggen zu sehen, die f\u00fcr ein unabh\u00e4ngiges Gorkhaland stehen, das viele hier fordern.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/essen-trinken\/teeanbau-in-darjeeling-14690078.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/essen-trinken\/teeanbau-in-darjeeling-14690078.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Swaraj Kumar Banerjee kontrolliert jeden Morgen pers\u00f6nlich die Qualit\u00e4t seines Tees. Swaraj Kumar Banerjee baut seine Pflanzen in Darjeeling biodynamisch an. 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