{"id":47003,"date":"2017-02-25T11:34:40","date_gmt":"2017-02-25T11:34:40","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=47003"},"modified":"2017-02-25T11:34:40","modified_gmt":"2017-02-25T11:34:40","slug":"sind-grose-clans-die-besseren-autohersteller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=47003","title":{"rendered":"Sind gro\u00dfe Clans die besseren Autohersteller?"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Als Opel noch den Opels geh\u00f6rte: Der \u201egro\u00dfe Sechszylinder\u201c von 1927 als Werbemotiv. Hubraum: 3160 Kubikzentimeter<\/div>\n<p>Opel wird Teil von Peugeot \u2013 und damit wieder ein Familienunternehmen. Auch hinter Volkswagen, BMW, Fiat und Toyota stecken starke Familien. Doch ihre Geschichten unterscheiden sich.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Seit 1929 geh\u00f6rt Opel zum amerikanischen Konzern General Motors. \u00dcberrascht von der Nachricht, der deutsche Autobauer k\u00f6nnte an den franz\u00f6sischen Wettbewerber Peugeot verkauft werden, war nicht nur die \u00d6ffentlichkeit, sondern auch der eine oder andere unmittelbar oder mittelbar Betroffene. Vor allem in R\u00fcsselsheim selbst, dem deutschen Opel-Sitz, zeigte man sich ziemlich unvorbereitet. Im Kanzleramt in Berlin allerdings auch. Entsprechend vernehmlich fiel das Murren und Knurren aus- sonderlich relevant ist es nicht.<\/p>\n<p>Rechtlich ist an dem Vorgang nichts auszusetzen. In einer Marktwirtschaft sind K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer frei, ihre Unternehmensanteile und Fabriken zu tauschen. Sie brauchen daf\u00fcr weder Regierungen noch deutsche Gewerkschaften um Erlaubnis zu fragen. Wenn sie jetzt doch in Paris und Berlin antichambrieren, dann hat das eher kosmetisch-atmosph\u00e4rische Gr\u00fcnde: Politiker, Management und Belegschaften sollen in Sicherheit gewiegt werden, es werde sich schon nichts \u00e4ndern und trotzdem alles besser werden.<\/p>\n<p>Aber das ist Lyrik. \u00dcbersetzt in n\u00fcchterne Prosa, wird der Befund offenkundig: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/general-motors\">GM<\/a> hat die Freude an seinem deutschen Tochterunternehmen verloren. Kein Wunder, wurden dort zuletzt in fast zwei Jahrzehnten doch Jahr f\u00fcr Jahr nur Verluste pr\u00e4sentiert. Das kann sich niemand auf Dauer leisten. Was Peugeot daran reizt, einen notorischen Verlustbringer zu integrieren, und wie viel Geld die Franzosen daf\u00fcr zu zahlen bereit sind (\u00fcber zwei Milliarden Dollar wird spekuliert), ist hingegen schon weniger offensichtlich. Gr\u00f6\u00dfenvorteile und Effizienzgewinne versprechen die Unternehmensberater in solchen F\u00e4llen. Immerhin w\u00fcrde Peugeot im besten Fall seine Marktanteile in Europa fast verdoppeln. Dass es am Ende noch jede Peugeot-, Citro\u00ebn- und Opel-Fabrik geben wird, ist eher unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Eines ist sicher, bislang aber noch gar nicht aufgefallen: Opel w\u00fcrde, kommt der Deal zustande, nach 90 Jahren Pause wieder ein Familienunternehmen werden, was es die ersten 70 Jahre seiner Geschichte schon einmal war. Zwar musste die Familie Peugeot im Jahr 2013 ihre Mehrheit bei <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/psa-konzern\">PSA<\/a>, wie Peugeot heute mit vollem Namen hei\u00dft, in einer lebensbedrohlichen Krise abgeben. Aber bis heute ist der traditionsreiche franz\u00f6sische Clan mit knapp 14 Prozent der Anteile und gut 22 Prozent der Stimmrechte gr\u00f6\u00dfter Einzelaktion\u00e4r im Konzern neben dem franz\u00f6sischen Staat und einem chinesischen Teilhaber.<\/p>\n<h2>Eine Start-Up-Story aus der Garage des 19. Jahrhunderts<\/h2>\n<p>Wer meint, der Familien-Kapitalismus sei am Ende oder habe sich in einer komplexen und globalisierten Weltwirtschaft als tr\u00e4ge und nicht mehr kreativ erwiesen, liegt falsch. Ein Blick auf die Marktanteile der gr\u00f6\u00dften Automobilhersteller in Europa lehrt das Gegenteil. F\u00fcnf der zehn Gr\u00f6\u00dften haben starke Familien unter ihren Anteilseignern. Nicht blo\u00df bei Peugeot, auch bei <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/volkswagen\">Volkswagen<\/a>, BMW, Fiat und Toyota sind es Familien, die schon seit Jahrzehnten dem Auto die Treue halten, allen Widrigkeiten zum Trotz. Das ist es wohl auch, was den Unternehmen einen Vorteil bringt: Familien sind in der Regel geduldiger als Investmentfonds.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/bmw-peugeot-und-co-sind-grosse-clans-vielleicht-die-besseren-autohersteller-14884773.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/bmw-peugeot-und-co-sind-grosse-clans-vielleicht-die-besseren-autohersteller-14884773.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Opel noch den Opels geh\u00f6rte: Der \u201egro\u00dfe Sechszylinder\u201c von 1927 als Werbemotiv. Hubraum: 3160 Kubikzentimeter Opel wird Teil von Peugeot \u2013 und damit wieder ein Familienunternehmen. Auch hinter Volkswagen, BMW, Fiat und Toyota stecken starke Familien. 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