{"id":46846,"date":"2017-02-21T13:08:35","date_gmt":"2017-02-21T13:08:35","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=46846"},"modified":"2017-02-21T13:08:35","modified_gmt":"2017-02-21T13:08:35","slug":"trump-gibt-auch-in-tokio-den-ton-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=46846","title":{"rendered":"Trump gibt auch in Tokio den Ton an"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Japans Anleger schauen derzeit vor allem in Richtung Amerika.<\/div>\n<p>Die Trump-Rally in Japan ist vorbei, doch Japans Investoren folgen unver\u00e4ndert den Launen und Kommentaren des neuen amerikanischen Pr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Nikkei-225-Index in den Wochen nach der Wahl von <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\">Donald Trump<\/a> bis zur Jahreswende stetig zulegte, ist der japanische Leitindex seither unter gro\u00dfen Schwankungen im Trend nahezu stabil. Nach der ersten Schrecksekunde verhalf die Begeisterung f\u00fcr die versprochenen Steuersenkungen, Deregulierungen und Investitionsprogramme dem Nikkei-Index seit der Pr\u00e4sidentenwahl bis zum Jahreswechsel zu einem Plus von 14 Prozent. Seit Jahresbeginn aber liegt das Plus bei nur noch 0,8 Prozent.<\/p>\n<p>Das Auf und Ab seit Januar gr\u00fcndet zum Teil in den Kurznachrichten des Pr\u00e4sidenten, die dieser \u00fcber den Internetdienst <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/twitter\">Twitter<\/a> absetzt. Wertpapierh\u00e4ndler in Japan wollen gar schon das Muster erkannt haben, dass der amerikanische Pr\u00e4sident bevorzugt am Wochenende mitteilungsbed\u00fcrftig sei und die M\u00e4rkte verschrecke.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/yen\">Yen<\/a> Ende Januar. Das gilt deutlicher noch f\u00fcr Trumps Warnung an Japans gr\u00f6\u00dften Autobauer, Toyota Motor, von Investitionen in Mexiko Abstand zu nehmen oder eine \u201egro\u00dfe Grenzsteuer\u201c zu bezahlen. Der Autobauer, der, gemessen an der Marktkapitalisierung, wichtigste Aktienwert Japans, trug an der B\u00f6rse deutliche Einbu\u00dfen davon.<\/p>\n<p>Die Aktie von <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/toyota-motor\">Toyota<\/a> Motor, die am Jahresende 2016 mit der Trump-Rally im Wert zulegte, verlor seit Jahresbeginn 6,5 Prozent. In den Abw\u00e4rtstrend f\u00fcr Toyota und andere Exporteure wie Nissan oder Mazda seit Januar spielt hinein, dass der japanische Yen &#8211; im Gegensatz zu den Wochen nach der Wahl &#8211; im Trend wieder ein wenig gegen\u00fcber dem Dollar aufwertete. Die Abwertung des Yen nach der Wahl Trumps, die den Kurs von 105 Yen auf bis zu 118 Yen je Dollar trug, scheint zumindest vorerst beendet. Zuletzt wurde der Dollar um 113 Yen gehandelt.<\/p>\n<p>Auch wenn die Wechselkurslage sich aus japanischer Sicht mit der Wahl von Trump verbessert hat, dr\u00fcckt auf die Bilanzen der exportorientierten Unternehmen dennoch ein Yen, der st\u00e4rker ist als vor einem Jahr. Im Jahresschlussquartal etwa wurde der Dollar durchschnittlich zu rund 109 Yen bewertet, ein Jahr zuvor waren es rund 121 Yen. Dennoch stehen die Unternehmen wirtschaftlich besser da als vor einem Jahr.<\/p>\n<p>Nach einer Auswertung der aktuellen Quartalsabschl\u00fcsse und Prognosen durch die Wirtschaftszeitung \u201eNikkei\u201c steuern Japans gelistete Unternehmen in dem im M\u00e4rz endenden Gesch\u00e4ftsjahr auf einen Rekordgewinn von insgesamt mehr als 20 Billionen Yen (167 Milliarden Euro) zu. Damit w\u00fcrde der Rekord von vor zwei Jahren, der sich vor allem dem schwachen Yen verdankte, gebrochen. Damals verdankte die Rekordgewinnsumme sich vor allem einem schwachen Yen, diesmal wohl einer verbesserten Effizienz. Die Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht.<\/p>\n<h2>F\u00fcr Japan wirtschaftlich relevante \u201eZwitschereien\u201c<\/h2>\n<p>Die h\u00f6heren Gewinne kommen den Aktion\u00e4ren direkt zugute. Nach der \u201eNikkei\u201cAuswertung werden die Dividenden in diesem Gesch\u00e4ftsjahr um \u0153ieben Prozent gegen\u00fcber dem vergangenen Jahr steigen. Die b\u00f6rsengehandelten Unternehmen planen danach Dividendenzahlungen von insgesamt 11,8 Billionen Yen (98 Milliarden Euro). Das w\u00e4re doppelt so viel wie im Jahr 2009, dem Tief w\u00e4hrend der globalen Finanzkrise. Rund 30 Prozent der b\u00f6rsengehandelten Unternehmen wollen danach ihre Dividendenzahlungen wieder aufnehmen oder steigern.<\/p>\n<p>Am Wochenende gab es keine f\u00fcr Japan wirtschaftlich relevanten \u201eZwitschereien\u201c, also Twitter-Nachrichten des Pr\u00e4sidenten Trump. Der Nikkei-225-Index blieb am Montag mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 19251 Punkten fast unver\u00e4ndert. Die Aktie des Reifenherstellers Bridgestone legte um 5,4 Prozent zu, nachdem das Unternehmen einen Aktienr\u00fcckkauf angek\u00fcndigt hatte. Auch das Telekommunikationsunternehmen Softbank fand Interesse vieler Anleger.<\/p>\n<p>Am Wochenende waren Medienberichte aufgekommen, dass Softbank angeblich bereit sei, seine amerikanische Telefontochtergesellschaft Sprint mit dem amerikanischen Mobilfunker T-Mobile, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG, zu verschmelzen und dabei vielleicht auf die Mehrheit zu verzichten. Auch hier zeigt sich ein m\u00f6glicher Vorteil Trumps f\u00fcr zumindest ein japanisches Unternehmen.<\/p>\n<p>Masayoshi Son, der Chef von Softbank, war schon im November zum designierten Pr\u00e4sidenten in den TrumpTower nach New York gereist, um dort Investitionen in den Vereinigten Staaten anzuk\u00fcndigen und um Wohlwollen zu werben. Son hatte 2013 versucht, T-Mobile zu \u00fcbernehmen und mit Sprint zu verschmelzen. 2014 scheiterte das am wettbewerbsrechtlichen Einspruch der Regulierer. Nun hofft Son, dass Trump der Fusionsidee gn\u00e4diger gegen\u00fcbersteht. Doch haben die Zeiten sich ge\u00e4ndert. Son hat Sprint zwar mit drastischen Einschnitten auf Gewinnkurs getrimmt, ist in der Kundenzahl aber hinter T-Mobile auf Rang vier zur\u00fcckgefallen. Die Nachricht, dass Softbank zugunsten einer Fusion die Leitung von Sprint abgeben k\u00f6nne, gefiel deshalb den Anlegern. Die Aktie von Softbank stieg in Tokio um 3,2 Prozent.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/boerse-in-japan-donald-trump-gibt-auch-in-tokio-den-ton-an-14887604.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/boerse-in-japan-donald-trump-gibt-auch-in-tokio-den-ton-an-14887604.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japans Anleger schauen derzeit vor allem in Richtung Amerika. 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