{"id":46613,"date":"2017-02-16T16:00:18","date_gmt":"2017-02-16T16:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=46613"},"modified":"2017-02-16T16:00:18","modified_gmt":"2017-02-16T16:00:18","slug":"cdu-pladiert-fur-gottesbezug-in-hessischer-verfassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=46613","title":{"rendered":"CDU pl\u00e4diert f\u00fcr Gottesbezug in hessischer Verfassung"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Gegen einen Gottesbezug in der Verfassung: Ulrich Wilken von den Linken<\/div>\n<p>Ein Gottesbezug in der hessischen Verfassung? SPD und Gr\u00fcne reagieren zur\u00fcckhaltend auf den Vorsto\u00df der CDU im Reformkonvent. Die Linkspartei und die FDP sind dagegen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die CDU-Landtagsfraktion hat f\u00fcr die geplante Reform der hessischen Verfassung die Aufnahme eines Gottesbezugs in die Pr\u00e4ambel vorgeschlagen. SPD und Gr\u00fcne schlie\u00dfen eine solche \u00e4nderung nicht grunds\u00e4tzlich aus, w\u00e4hrend sich Linkspartei und <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/fdp\">FDP<\/a> dagegen aussprechen. Nach Ansicht der Union sollte die Pr\u00e4ambel um die Formulierung erg\u00e4nzt werden: \u201eIm Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen &#8230;, hat sich Hessen &#8230; diese Verfassung gegeben.\u201c Der CDU-Abgeordnete und Obmann seiner Fraktion im Verfassungskonvent des Landtags, Christian Heinz, sieht in einer solchen Formulierung keinen Widerspruch zur weltanschaulichen und religi\u00f6sen Neutralit\u00e4t des Staates, zumal der Gottesbezug nicht explizit auf den christlichen Glauben ausgerichtet sei.<\/p>\n<p>Die von seiner Fraktion vorgeschlagene Erweiterung der geltenden Pr\u00e4ambel der Landesverfassung entspreche dem Grundgesetz, sagt Heinz. Der Gottesbezug, verbunden mit der Verantwortung vor den Menschen, sei eine Absage an alle totalit\u00e4ren Staatsmodelle. Mit der Formel als Motivation sei weder eine Verpflichtung auf das Christentum oder auf einen pers\u00f6nlichen Gott zum Ausdruck gebracht noch das Land Hessen als christlicher Staat charakterisiert. \u00dcber den Motivationscharakter hinaus wirke die Formel auch in die Zukunft, meint Heinz. Sie enthalte ein normatives Staatsziel, das in etwa besage: \u201eAlle staatliche Politik muss den Menschen in seiner W\u00fcrde achten und in Rechnung stellen, dass er weder als Individuum noch als Kollektiv in Bezug auf die Bedingungen seiner Existenz souver\u00e4n ist.\u201c<\/p>\n<h2>Gutachter f\u00fcr Gottesbezug<\/h2>\n<p>Zu Beginn einer dreit\u00e4gigen Expertenanh\u00f6rung zur Modernisierung der Landesverfassung pl\u00e4dierte der von der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/cdu\">CDU<\/a> als Gutachter benannte G\u00f6ttinger Rechtsprofessor Christian Starck in Wiesbaden f\u00fcr die Einf\u00fchrung eines Gottesbezugs. Er wies darauf hin, dass es solche Formulierungen sowohl im Grundgesetz als auch in den Landesverfassungen von Baden-W\u00fcrttemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt schon gebe. SPD-Obmann Norbert Schmitt h\u00e4lt eine solche Erg\u00e4nzung der hessischen Verfassung zwar nicht f\u00fcr zwingend erforderlich, seine Fraktion werde sich aber einem breiten Konsens in dieser Frage auch nicht verweigern. Die Gr\u00fcnen wollen die bis morgen dauernde Expertenanh\u00f6rung abwarten, bevor sie sich festlegen.<\/p>\n<p>Der Linken-Abgeordnete <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/thema\/ulrich-wilken\">Ulrich Wilken<\/a> spricht sich hingegen kategorisch gegen einen Gottesbezug aus. Die Autoren der vor 70 Jahren in Kraft getretenen Verfassung h\u00e4tten schlie\u00dflich ganz bewusst auf die Trennung von Staat und Kirche geachtet. \u201eReligion ist Privatsache\u201c, meint Wilken. Auch J\u00f6rg-Uwe Hahn, Vertreter der FDP im Verfassungskonvent, \u00e4u\u00dfert sich ablehnend. Die christlich-j\u00fcdische Tradition des Landes Hessen bed\u00fcrfe keiner derartigen Betonung in der Pr\u00e4ambel.<\/p>\n<p>Um die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/verfassung\">Verfassung<\/a> zu \u00e4ndern, bedarf es der Stimmen von mehr als der H\u00e4lfte der Landtagsabgeordneten und anschlie\u00dfend der Zustimmung der einfachen Mehrheit bei einer Volksabstimmung. Theoretisch reicht die Regierungsmehrheit von CDU und Gr\u00fcnen also aus, um einen \u00e4nderungsvorschlag zur Volksabstimmung zu stellen. Allerdings sind bei der geplanten Verfassungsreform alle Landtagsfraktionen bestrebt, schon im Parlament eine m\u00f6glichst breite Mehrheit unter Einbeziehung der Opposition zu erreichen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/cdu-plaediert-fuer-gottesbezug-in-hessischer-verfassung-14880125.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/cdu-plaediert-fuer-gottesbezug-in-hessischer-verfassung-14880125.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen einen Gottesbezug in der Verfassung: Ulrich Wilken von den Linken Ein Gottesbezug in der hessischen Verfassung? SPD und Gr\u00fcne reagieren zur\u00fcckhaltend auf den Vorsto\u00df der CDU im Reformkonvent. 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