{"id":45702,"date":"2017-01-18T09:20:42","date_gmt":"2017-01-18T09:20:42","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=45702"},"modified":"2017-01-18T09:20:42","modified_gmt":"2017-01-18T09:20:42","slug":"die-markte-sind-im-vorsichtsmodus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=45702","title":{"rendered":"Die M\u00e4rkte sind im Vorsichtsmodus"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Werthaltig: Die Brexit-Furcht lie\u00df die Anleger zu Gold greifen.<\/div>\n<p>Gold und amerikanische Staatsanleihen profitieren von der Unsicherheit um Brexit und Trump. Wird man sich auf eine l\u00e4ngere Phase der Ungewissheit einstellen m\u00fcssen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Goldpreis und die Kurse amerikanischer Staatsanleihen haben am Dienstag angesichts der Unsicherheit um den Brexit und die Politik Donald <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\">Trumps<\/a> zulegen k\u00f6nnen. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) erreichte vor der Rede der britischen Premierministerin Theresa May zum Brexit-Fahrplan zeitweise ein Zwei-Monats-Hoch von 1217,98 Dollar. Die Kurse der richtungsweisenden amerikanischen Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit stiegen, im Gegenzug sank die Rendite zeitweise um 7,8 Basispunkte auf 2,3 Prozent.<\/p>\n<p>Nach der Rede, in der May sich f\u00fcr einen \u201eharten Brexit\u201c aussprach, gab es schon recht bald eine gewisse Gegenbewegung. Die B\u00f6rsen, die zuvor ins Minus gerutscht waren, erholten sich wieder etwas. Der deutsche Aktienindex <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/dax\">Dax<\/a> schloss 0,1 Prozent tiefer auf 11540 Punkten, nachdem er zuvor mehr als 1 Prozent eingeb\u00fc\u00dft hatte. Der europ\u00e4ische Index Euro Stoxx 50 verzeichnete einen Verlust von 0,3 Prozent auf 3285 Punkte.<\/p>\n<p>Das britische Pfund stieg zum Dollar in der Spitze 2,5 Prozent, der st\u00e4rkste Anstieg seit dem 29. Oktober 2008. Gold und <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/staatsanleihe\">Staatsanleihen<\/a> gaben zwar einen Teil ihrer Gewinne ab \u2013 blieben aber gleichwohl deutlich im Plus.<\/p>\n<p>Wird man sich jetzt also auf eine l\u00e4ngere Phase der Unsicherheit rund um Trump und <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/brexit\">Brexit<\/a> einstellen m\u00fcssen, in der \u201esichere H\u00e4fen\u201c wie Gold und Staatsanleihen immer wieder mal sehr gefragt sind?<\/p>\n<h2>Die \u201eRisk-off-Stimmung\u201c nimmt zu<\/h2>\n<p>\u201eDie Stimmung kippt\u201c, meinte zumindest das Bankhaus Metzler. Die \u201eRisk-off-Stimmung\u201c an den M\u00e4rkten nehme zu, die Welt wechsele gleichsam in den Vorsichtsmodus. Das zeige sich an der starken Nachfrage nach amerikanischen und deutschen Staatsanleihen sowie daran, dass die \u201eRisikobarometer\u201c Gold und Yen ihre Gewinne der vergangenen Tage noch mal ausbauen konnten.<\/p>\n<p>Auch Gertrud Traud, die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Th\u00fcringen (<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/landesbank-hessen-thueringen\">Helaba<\/a>), vertrat die Ansicht, in den vergangenen Tagen habe es an den Finanzm\u00e4rkten bereits eine \u201eFlucht in die sicheren H\u00e4fen\u201c gegeben. Ma\u00dfgeblich daf\u00fcr seien die politischen Einflussfaktoren gewesen. \u201eDies \u00fcberrascht uns jedoch nicht\u201c, sagte Traud und verwies auf den Jahresausblick ihrer Bank. Dort hei\u00dft es: \u201eKann vor dem Hintergrund einer eher unspektakul\u00e4ren, daf\u00fcr aber stabilen Konjunktur davon ausgegangen werden, dass die Kapitalmarktentwicklung 2017 in ebenso ruhigen Bahnen verlaufen wird? Vermutlich nicht! Politische Ereignisse werden f\u00fcr Schwankungen an den Kapitalm\u00e4rkten sorgen.\u201c Genau das k\u00f6nne man jetzt beobachten, meint die \u00d6konomin.<\/p>\n<p>Die Aktienm\u00e4rkte h\u00e4tten bis vor wenigen Tagen einen \u201ezahmen\u201c Donald Trump antizipiert, der seine protektionistischen Wahlkampfaussagen eher zur\u00fcckfahren werde. In den vergangenen Tagen habe Trump aber die harten T\u00f6ne aus dem Wahlkampf wieder angeschlagen, beziehungsweise sogar noch verst\u00e4rkt. So \u00fcberrasche es nicht, dass auch die Marktteilnehmer wieder etwas in Deckung gingen. \u201eDies zeigt sich auch deutlich am Dollar\u201c, hob Traud hervor: \u201eHier scheint sich langsam die ,Trumphorie\u2018 abzubauen.\u201c<\/p>\n<p>Der Dollar hatte am Dienstag im Verh\u00e4ltnis zu Euro und Yen verloren, nachdem Trump ihn in einem Interview zuvor als schon \u201ezu stark\u201c f\u00fcr Amerikas Au\u00dfenwirtschaft bezeichnet hatte. Einen solchen \u201eharten Wechsel\u201c werde man im Verlauf des Jahres 2017 sicherlich noch des \u00d6fteren erleben, meinte Traud: \u201eSo werden sich Phasen der Aktienerholung mit Phasen der Golderholung abwechseln.\u201c<\/p>\n<h2>Erste Indizien f\u00fcr eine \u201eFlucht ins Gold\u201c<\/h2>\n<p>Holger Schmieding, der Chefvolkswirt des Bankhauses Berenberg, deutete die Entwicklung so: Trump habe seinen Vorschusslorbeer verspielt, auch durch sein \u201eetwas wirres Interview\u201c. Jetzt warteten die M\u00e4rkte mit leichter Nervosit\u00e4t darauf, was er im Amt tats\u00e4chlich anstelle. \u201eDie Hoffnung bleibt, dass der Kongress ihn schon so einhegen wird, dass er mit seinen losen Spr\u00fcchen keinen allzu gro\u00dfen Schaden anrichtet, w\u00e4hrend gleichzeitig der Kongress ein wirtschaftsfreundliches Steuerprogramm ausarbeitet.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr klare Aussagen \u00fcber eine \u201eFlucht ins Gold\u201c sei es noch zu fr\u00fch, meinte hingegen Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Es gebe aber erste Indizien daf\u00fcr, wenn man sich die Tendenzen bei den mit Gold hinterlegten b\u00f6rsennotierten Indexfonds (ETF) anschaue. Diese hatten nach Zahlen des World Gold Councils zuletzt Rekordzufl\u00fcsse verzeichnet. \u201eEin wichtiger Grund f\u00fcr den h\u00f6heren Goldpreis ist aber auch der zuletzt wieder schw\u00e4chere Dollar, nachdem Trump au\u00dfer der Androhung von Importz\u00f6llen keine Aussagen zu seiner Wirtschaftspolitik gemacht hat\u201c, sagte Fritsch. Insbesondere h\u00e4tten konkrete Aussagen zu Steuersenkungen und Infrastrukturausgaben gefehlt. Damit w\u00fcchsen Zweifel an der \u201eTrumpflation-Story\u201c \u2013 das wiederum lasse die Zinserwartungen zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt in der Tat ein bisschen Angst und Nervosit\u00e4t bez\u00fcglich Trumps Amtseinf\u00fchrung und der k\u00fcnftigen Rolle Gro\u00dfbritanniens in Europa\u201c, meinte Niv Dagan von der Investment-Boutique Peak Asset Management. Angesichts der zur\u00fcckliegenden Aktienrally sei ihre Devise deshalb: \u201eWir bleiben vorsichtig.\u201c<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/maerkte-im-vorsichtsmodus-wegen-brexit-und-trump-14680463.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/maerkte-im-vorsichtsmodus-wegen-brexit-und-trump-14680463.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werthaltig: Die Brexit-Furcht lie\u00df die Anleger zu Gold greifen. Gold und amerikanische Staatsanleihen profitieren von der Unsicherheit um Brexit und Trump. 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