{"id":45397,"date":"2017-01-01T14:22:11","date_gmt":"2017-01-01T14:22:11","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=45397"},"modified":"2017-01-01T14:22:11","modified_gmt":"2017-01-01T14:22:11","slug":"japans-firmen-sitzen-auf-billionen-dollar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=45397","title":{"rendered":"Japans Firmen sitzen auf Billionen Dollar"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Neujahr in Tokio &#8211; viele Menschen haben sich vor dem Sensoji-Tempel in der japanischen Hauptstadt versammelt.<\/div>\n<p>\u00dcbernahmen aus China sind im vergangenen Jahr oft in den Schlagzeilen gewesen. Nun k\u00f6nnten Firmen aus einem anderen Land ihnen den Rang streitig machen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Volle Kassen, eine starke Landesw\u00e4hrung und geringe Wachstumschancen auf dem Heimatmarkt &#8211; das alles weckt unter japanischen Firmenlenkern offenkundig die Lust auf Zuk\u00e4ufe im Ausland. Nach der Einsch\u00e4tzung von Experten k\u00f6nnten sie im neuen Jahr sogar mehr Geld in Akquisitionen au\u00dferhalb der Landesgrenzen stecken als chinesische Firmen.<\/p>\n<p>Bis kurz vor <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/weihnachten\">Weihnachten<\/a> gaben Japans Firmen nach Zahlen des Finanzdienstes Reuters 93 Milliarden Dollar im Ausland aus im vergangenen Jahr &#8211; fast so viel wie im Rekordjahr 2015, aber weniger als die H\u00e4lfte als die Nachbarn aus China.<\/p>\n<p>Auch dieses Jahr d\u00fcrften die Summen gro\u00df werden. Zugute kommen den japanischen Firmen ihre hohen Barbest\u00e4nde: Nach offiziellen Zahlen sitzen sie auf 3,2 Billionen Dollar, so viel wie nie zuvor.<\/p>\n<h2>\u201eNiedrige Kapitalkosten, gro\u00dfen Appetit\u201c<\/h2>\n<p>Zwar d\u00fcrfte der erstarkte Dollar \u00dcbernahmen in den Vereinigten Staaten verteuern. Doch zugleich sorgt er daf\u00fcr, dass au\u00dferhalb von Japan verdientes Geld mehr wert ist, wenn es ins Inland gebracht wird. \u201eJapanische Firmen haben niedrige Kapitalkosten, hohe Barverm\u00f6gen und einen gro\u00dfen Appetit, \u00fcber ihren Heimatmarkt hinauszuwachsen\u201c, sagt Mayooran Elalingam, bei der Deutschen Bank zust\u00e4ndig f\u00fcr das Gesch\u00e4ft mit Fusionen und \u00dcbernahmen in Asien. \u201eGleichzeitig haben sie nicht die regulatorischen oder politischen Einschr\u00e4nkungen wie die Chinesen.\u201c<\/p>\n<p>Dies hatten zuletzt mit gro\u00dfem Abstand die Nase vorne. Im Jahr 2016 kauften chinesische Firmen f\u00fcr 217 Milliarden Dollar im Ausland ein, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Auch in Deutschland waren sie regelrecht auf Einkaufstour &#8211; bis zur politisch umstrittenen \u00dcbernahme des Roboter-Herstellers Kuka.<\/p>\n<p>Dagegen fielen K\u00e4ufer aus Japan in den vergangenen Jahren allenfalls punktuell auf: Im Falle des Werkzeugmaschinenbauers Gildemeister (heute DMG Mori ) beispielsweise, oder beim Badearmaturen-Hersteller Grohe, der an das Unternehmen Lixil ging.<\/p>\n<p>Allerdings weckt der chinesische \u00dcbernahmehunger \u00e4ngste vor einem Ausverkauf von Technologie. Vor allem die Amerikaner legten beim Einstieg chinesischer Staatskonzerne in Hochtechnologie-Unternehmen zuletzt immer wieder ihr Veto ein. Zudem hat die F\u00fchrung in Peking unl\u00e4ngst angefangen, \u00dcbernahmen ausl\u00e4ndischer Unternehmen genauer zu \u00fcberpr\u00fcfen und tendenzielle einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Davon profitieren die Japaner unmittelbar: So setzte sich der Brauerei-Konzern Asahi gegen chinesische Konkurrenz im Rennen um das Osteuropa-Gesch\u00e4ft von AB InBev durch. Auch f\u00fcr die kommenden Monate sieht ein Fusionsexperte einer europ\u00e4ischen Investmentbank die japanischen Getr\u00e4nkekonzerne auf Kaufkurs. Die mit vollen Kassen ausgestatteten Versicherer d\u00fcrften ebenfalls zukaufen: Meiji Yasuda, als Partner von Talanx auch in Deutschland bekannt, ist nach Angaben einer mit der Sache vertrauten Person am Lebensversicherungs- und Fonds-Gesch\u00e4ft der australischen Bank ANZ interessiert.<\/p>\n<p>Alexis Papasolomontos, Fusionsexperte der Anwaltskanzlei Herbert Smith Freehills, rechnet mit wachsender japanisch-chinesischer Rivalit\u00e4t um Rohstofffirmen &#8211; auch wenn der Inselstaat weit hinter dem gr\u00f6\u00dferen Konkurrenten zur\u00fcckh\u00e4ngt. \u201eWenn man sich die schrumpfende und alternde Bev\u00f6lkerung ansieht, sind Zuk\u00e4ufe im Ausland f\u00fcr japanische Unternehmen unerl\u00e4sslich\u201c, sagt wiederum Yoshihiko Yano von Goldman Sachs.<\/p>\n<h2>Auch Probleme<\/h2>\n<p>Auch der Amtsantritt des neuen amerikanischen Pr\u00e4sidenten <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\">Donald Trump<\/a> weckt unter Managern aus Japan Hoffnungen, will er doch die heimische Wirtschaft ankurbeln und hat zugleich eine sch\u00e4rfere Gangart gegen\u00fcber China angek\u00fcndigt. Ein erstes Signal setzte der japanische Telekom-Konzern Softbank. Dessen Chef Masayoshi Son traf sich k\u00fcrzlich mit Trump und versprach, 50 Milliarden Dollar in amerikanische Startup-Firmen zu investieren. Zudem k\u00f6nnte Softbank einen neuen Anlauf zum Kauf der amerikanischen Telekom-Tochtergesellschaft T-Mobile US starten.<\/p>\n<p>Allerdings sind nicht alle Ausfl\u00fcge japanischer Unternehmen ins Ausland von Erfolg gekr\u00f6nt. Erst in dieser Woche fiel der Aktienkurs von Toshiba deutlich. Nach der \u00dcbernahme der Atomsparte von Chicago Bridge &#038; Iron (CB&#038;I) drohen dem Mischkonzern Milliardenverluste, weil die Kosten von Atomkraftwerks-Projekten aus dem Ruder liefen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/japan-firmen-haben-billionen-an-ruecklagen-14600142.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/japan-firmen-haben-billionen-an-ruecklagen-14600142.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neujahr in Tokio &#8211; viele Menschen haben sich vor dem Sensoji-Tempel in der japanischen Hauptstadt versammelt. \u00dcbernahmen aus China sind im vergangenen Jahr oft in den Schlagzeilen gewesen. 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