{"id":44640,"date":"2016-11-13T20:44:33","date_gmt":"2016-11-13T20:44:33","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=44640"},"modified":"2016-11-13T20:44:33","modified_gmt":"2016-11-13T20:44:33","slug":"tal-der-tranen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=44640","title":{"rendered":"Tal der Tr\u00e4nen"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Durch den Wahlsieg Donald Trumps ist das Silicon Valley pl\u00f6tzlich auf der Verliererseite und sieht sein Selbstverst\u00e4ndnis in Frage gestellt.<\/div>\n<p>Donald Trumps Sieg entmachtet das Silicon Valley. Die Wahlen waren ein Aufstand gegen die dort gepredigten Umbr\u00fcche. Trump-W\u00e4hler sahen den propagierten Fortschritt als eine Gefahr. Und ihre Sorgen sind nicht aus der Luft gegriffen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Donald <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\">Trump<\/a> liebt Twitter. Der k\u00fcnftige amerikanische Pr\u00e4sident hat den Kurznachrichtendienst im Wahlkampf mit Besessenheit genutzt, um seine Widersacher zu attackieren, gerne auch mitten in der Nacht. Jenseits von Twitter wei\u00df Trump mit der digitalen Welt aber nicht allzu viel anzufangen. In seinem B\u00fcro steht kein Computer, E-Mails l\u00e4sst er sich ausdrucken. Er scheint eigenartige Vorstellungen von Informationstechnologie zu haben und hat vorgeschlagen, Teile des Internets zu \u201eschlie\u00dfen\u201c, um Terroristen einen Kommunikationskanal zu nehmen.<\/p>\n<p>Er hat bekundet, dar\u00fcber mit Leuten wie Bill Gates sprechen zu wollen, dem Mitgr\u00fcnder des Softwarekonzerns Microsoft, der heute freilich in dem Unternehmen keine gr\u00f6\u00dfere Rolle mehr spielt, weil er sich auf wohlt\u00e4tige Arbeit konzentriert. Ansonsten hatte Trump im Wahlkampf wenig Konkretes zu Technologiefragen zu sagen, ganz im Gegensatz zu <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/hillary-clinton\">Hillary Clinton<\/a>, die ein ausf\u00fchrliches und von der Branche f\u00fcr gut befundenes Programm vorlegte.<\/p>\n<p>Das Fremdeln beruht auf Gegenseitigkeit. Die Technologieindustrie war sich weitgehend einig in ihrer Verachtung f\u00fcr Trump. Prominente Figuren aus dem kalifornischen Silicon Valley schlugen sich auf Clintons Seite, ob Sheryl Sandberg, die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/facebook\">Facebook<\/a>, oder Tim Cook, der Vorstandschef von Apple. Es wurden offene Briefe geschrieben, Interviews gegeben, Tweets verfasst und Spenden f\u00fcr Clinton gesammelt. Aus der Internetbranche alleine bekam sie fast 70 Mal so viel Geld wie ihr Widersacher.<\/p>\n<p>Selbst Republikaner wie Meg Whitman, die Vorstandsvorsitzende des Technologiekonzerns Hewlett Packard Enterprise, wechselten das Lager. Die einzige gr\u00f6\u00dfere Ausnahme war <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/peter-thiel\">Peter Thiel<\/a>, der aus Deutschland kommende Unternehmer und Investor, der \u00f6ffentlich f\u00fcr Trump Partei ergriff. Aber Thiel ist ohnehin jemand, der sich in der Rolle des schrulligen Querdenkers gef\u00e4llt und gerne vom Mainstream abweicht.<\/p>\n<h2>Entsetzen \u00fcber das Wahlergebnis in der Technologiebranche<\/h2>\n<p>Nun aber stellt sich heraus, dass ausgerechnet er auf das richtige Pferd gesetzt hat. Trump hat gewonnen, und Thiel wurde wegen seiner Unterst\u00fctzung ins \u201e\u00dcbergangsteam\u201c des k\u00fcnftigen Pr\u00e4sidenten berufen- dessen Aufgabe ist es, Trumps Amts\u00fcbernahme vorzubereiten und bei der Auswahl des Personals f\u00fcrs Kabinett und f\u00fcr etwa 4000 weitere Positionen zu helfen. In der Technologiebranche herrscht Entsetzen \u00fcber das Wahlergebnis. Aaron Levie, Vorstandschef des auf Online-Speicherung von Daten spezialisierten Unternehmens Box, brachte es per <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/twitter\">Twitter<\/a> auf den Punkt: \u201eIhr kennt diese Zeiten, wenn wir andere L\u00e4nder ansehen und sagen: \u201aMann, seid Ihr Leute verr\u00fcckt.\u2018 Schei\u00dfe, das sind jetzt wir.\u201c<\/p>\n<p><video id=\"fazVideo114772591_contentElement\"  style=\"display:none\"><\/p>\n<p >To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"http:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><span  >Tausende Menschen demonstrieren wieder gegen Trump<\/span><\/p>\n<p>Das Silicon Valley ist pl\u00f6tzlich auf der Verliererseite und sieht sein Selbstverst\u00e4ndnis in Frage gestellt. Die Unternehmen dort schreiben sich auf die Fahnen, die Welt zu verbessern und \u201eMoonshots\u201c zu wagen, also k\u00fchne Vorhaben wie einst die Mondlandung. Ihre Philosophie ist die Disruption, das Aufbrechen bestehender Strukturen, das alten Gesch\u00e4ftsmodellen die Basis raubt und Neues schafft. Aber genau dagegen haben sich viele Trump-W\u00e4hler gewandt. Sie sehen den Fortschritt, der im Silicon Valley propagiert wird, als Gefahr. Und ihre Sorgen sind nicht aus der Luft gegriffen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/us-wahlsieg-von-donald-trump-entmachtet-das-silicon-valley-14524920.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/us-wahlsieg-von-donald-trump-entmachtet-das-silicon-valley-14524920.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch den Wahlsieg Donald Trumps ist das Silicon Valley pl\u00f6tzlich auf der Verliererseite und sieht sein Selbstverst\u00e4ndnis in Frage gestellt. Donald Trumps Sieg entmachtet das Silicon Valley. Die Wahlen waren ein Aufstand gegen die dort gepredigten Umbr\u00fcche. Trump-W\u00e4hler sahen den propagierten Fortschritt als eine Gefahr. 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