{"id":43634,"date":"2016-09-11T10:51:31","date_gmt":"2016-09-11T10:51:31","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=43634"},"modified":"2016-09-19T09:18:04","modified_gmt":"2016-09-19T09:18:04","slug":"wie-tausende-flugpassagiere-in-gander-zuflucht-fanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=43634","title":{"rendered":"Wie Tausende Flugpassagiere in Gander Zuflucht fanden"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Gander im September 2001: Der Flughafen wird nach den Terroranschl\u00e4gen zum Ausweichziel von 38 Flugzeugen. Der Jumbojet der Lufthansa parkt hinter einem Milit\u00e4rtransporter (rechts unten).<\/div>\n<p>Die Bilder des 11. September 2001 brannten sich ins kollektive Ged\u00e4chtnis ein. Im Schatten der Anschl\u00e4ge aber fanden Tausende in einem Ort in Neufundland Zuflucht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Als in New York gerade die Welt untergeht, herrscht \u00fcber dem Atlantik Totenstille. Lufthansa-Flug 400 ist einer der ersten, der an diesem Dienstagmorgen Frankfurt verl\u00e4sst und nach Amerika aufbricht. In der ersten Reihe des Flugzeugs sitzt Werner Baldessarini. Genau genommen sitzt er in Reihe 81, das ist die erste Reihe in der First Class, die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/deutsche-lufthansa\">Lufthansa<\/a> im Oberdeck des Jumbojets untergebracht hat. Baldessarini, ein umtriebiger Mann, sitzt immer in der ersten Reihe, in der Mode wie im Flugzeug. Er kennt die Welt, und die Welt kennt ihn. Als Chef des Herrenausstatters Hugo Boss ist er auf dem Weg nach New York, eine wichtige Modenschau steht an. Es k\u00f6nnte seine letzte sein. Er tr\u00e4gt sich mit dem Gedanken, beruflich k\u00fcrzer zu treten.<\/p>\n<p>An seinem Zielort herrscht an diesem 11. September 2001 l\u00e4ngst Ausnahmezustand. Terroristen haben zwei Verkehrsflugzeuge in die T\u00fcrme des World Trade Center gesteuert. Tausende kommen in den zusammenbrechenden Hochh\u00e4usern um. Die Modewoche wird gleich nach der ersten Schau am Morgen abgebrochen. Fotografen und Reporter laufen in den S\u00fcden von Manhattan, um \u00fcber die schlimmste Katastrophe in der Geschichte der Stadt zu berichten. In einem Bunker unter dem Wei\u00dfen Haus schreit Verkehrsminister Norman Mineta die Luftsicherheitsbeh\u00f6rde an: \u201eGet those goddamn planes down!\u201c Alle. Sofort. 4546 Flugzeuge sind \u00fcber den Vereinigten Staaten in der Luft, als die Regierung den Luftraum schlie\u00dft. Gut 400 sind auf dem Weg ins Land, die meisten \u00fcber den Atlantik.<\/p>\n<p>Im \u201ewestbound flow\u201c fliegen die Maschinen tags\u00fcber nach Amerika, nachts kommen sie zur\u00fcck. Im Cockpit des Lufthansa-Flugzeugs sitzt Kapit\u00e4n Reinhard Knoth. Er ist ein erfahrener Pilot, arbeitet seit 30 Jahren f\u00fcr die Lufthansa. Seine 747-200 ist mit 354 Passagieren voll besetzt. Knoth h\u00f6rt den Smalltalk auf einer allgemeinen Frequenz, auf der sich Piloten \u00fcber das Wetter und andere Kleinigkeiten austauschen. Ein KLM-Pilot sagt: \u201eIrgendwas ist da los in New York. Ein Unfall.\u201c Knoth schaltet die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/deutsche-welle\">Deutsche Welle<\/a> ein. Da rast das zweite Flugzeug ins World Trade Center. Immer mehr Piloten melden sich zu Wort. Wie kann das sein? Wie viele werden folgen? Der Himmel ist blau, die Luft ist ruhig. Um 9.15 Uhr New Yorker Zeit bekommt Knoth Bescheid, dass der Luftraum geschlossen wird.<\/p>\n<h2>Petra Roth ist auf dem Weg zum B\u00fcrgermeister von New York<\/h2>\n<p>In der Lufthansa-Boeing 747 f\u00fchrt eine Wendeltreppe hoch in die First Class im Oberdeck. Einige Vorkommnisse beunruhigen Werner Baldessarini. Er beobachtet, wie eine Flugbegleiterin mit einem vollen Tablett ins Cockpit kommt und mit einem vollen wieder hinaus. \u201eDa habe ich gedacht: Da stinkt\u2019s.\u201c Auch <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/thema\/petra-roth\">Petra Roth<\/a> merkt, dass etwas nicht stimmt. Die damalige Oberb\u00fcrgermeisterin von Frankfurt sitzt neben Baldessarini. Sie ist auf dem Weg zu einer Feier zu Ehren von Rudolph Giuliani, damals B\u00fcrgermeister von New York, einem alten Freund. Schon am n\u00e4chsten Tag soll es wieder zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/15-jahre-nach-9-11-wie-tausende-flugpassagiere-in-gander-zuflucht-fanden-14426282.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/15-jahre-nach-9-11-wie-tausende-flugpassagiere-in-gander-zuflucht-fanden-14426282.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gander im September 2001: Der Flughafen wird nach den Terroranschl\u00e4gen zum Ausweichziel von 38 Flugzeugen. Der Jumbojet der Lufthansa parkt hinter einem Milit\u00e4rtransporter (rechts unten). Die Bilder des 11. September 2001 brannten sich ins kollektive Ged\u00e4chtnis ein. 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