{"id":43608,"date":"2016-09-09T14:45:42","date_gmt":"2016-09-09T14:45:42","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=43608"},"modified":"2016-09-19T09:18:30","modified_gmt":"2016-09-19T09:18:30","slug":"die-neue-formel-1-des-kabel-cowboys","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=43608","title":{"rendered":"Die neue Formel 1 des Kabel-Cowboys"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">John Malone ist 75 Jahre alt und Selfmade-Milliard\u00e4r.<\/div>\n<p>John Melone integriert die Rennserie Formel 1 in seinen Konzern und will neue Erl\u00f6squellen erschlie\u00dfen. Wer ist eigentlich der amerikanische Medienmogul?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach der \u00dcbernahme der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/thema\/formel-1\">Formel1<\/a> durch das Konglomerat des amerikanischen Medienmoguls John Malone deutet sich bei der zwar lukrativen, aber dennoch auf vielen Feldern gesch\u00e4ftlich stagnierenden Rennserie eine massive Ausweitung der Vermarktung an. Zudem k\u00f6nnten bisher beteiligte Teams wie Mercedes, Ferrari oder Red Bull und die dahinter stehenden Konzerne durch einen vorgesehenen B\u00f6rsengang der zur Formula One Group umbenannten Unternehmung weiter eingebunden werden.<\/p>\n<p>Malone, 75 Jahre alt und Selfmade-Milliard\u00e4r, hielt sich nach dem Kauf wie \u00fcblich bei solchen Transaktionen mit \u00f6ffentlichen Aussagen zur\u00fcck. Daf\u00fcr lie\u00df er die Manager seines Konzerns Liberty Media sprechen, die den Deal eingef\u00e4delt hatten und sich eine gewinnbringende Neupositionierung der Marke Formel1 versprechen. Hier geht es vor allem um die M\u00f6glichkeiten der Digitalisierung, die Vermarktung \u00fcber Streamingdienste und in sozialen Netzwerken \u2013 insgesamt eine erhebliche Wertsteigerung bei den medialen Rechten. Hier sei die Formel 1 \u201eunterentwickelt\u201c, sagte Greg Maffei, Vorstandschef bei Liberty Media. Er k\u00fcndigte an, neue Erl\u00f6squellen erschlie\u00dfen zu wollen. Auch wurde angedeutet, den Rennkalender zu erweitern und einen neuen Versuch zu unternehmen, die Formel 1 in den Vereinigten Staaten gegen die Konkurrenz der Nascar-Serie und Indianapolis 500 st\u00e4rker zu positionieren. Was das f\u00fcr Deutschland und seine zwei zur Verf\u00fcgung stehenden Standorte \u2013 Hockenheimring und N\u00fcrburgring \u2013 bedeutet, ist nicht raus. Die weltweite Fernsehaudienz bei den Formel-1-Rennen war im vergangenen Jahr auf 400 Millionen Zuschauer gefallen \u2013 von 600 Millionen in 2008.<\/p>\n<p>Acht Milliarden Dollar soll Liberty Media f\u00fcr 35,1 Prozent der Anteile des Finanzinvestors CVC Capital Partners zahlen. 1,1 Milliarden Dollar flie\u00dfen dabei in bar sowie Aktien an Liberty Media. F\u00fcr die ersten 18,7 Prozent wurden nach Angaben bereits 746 Millionen Dollar an CVC \u00fcberwiesen. CVC war vor zehn Jahren in die Formel 1 eingestiegen und hat seinen Kapitaleinsatz in der Zwischenzeit mit diversen Verk\u00e4ufen von Anteilspaketen auch an den norwegischen Staatsfonds vervielfacht. Die Rendite \u00fcber die Zeit liegt unter dem Strich bei mehr als 1000 Prozent. Weitere Anteilseigner der Formel 1 sind unter anderem der amerikanische Finanzinvestor Waddell &#038; Reed (20,9 Prozent) sowie der 85 Jahre alte Formel-1-Zampano <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/thema\/bernie-ecclestone\">Bernie Ecclestone<\/a>. Dieser besitzt selbst 5,3 Prozent, sein Bambino Trust 8,5 Prozent.<\/p>\n<p>Ecclestone soll im Rennzirkus erst einmal eingebunden bleiben, wie es hei\u00dft. Doch d\u00fcrfte die Zeit des umstrittenen Motorsport-Managers und einstigen Gebrauchtwagenh\u00e4ndels an der operativen Spitze der Formel1 mit dem Deal schnell dem Ende zusteuern. Die CVC-Anteile sichern Liberty Media 100 Prozent Stimmrechte \u00fcber die Formel1.<\/p>\n<p>Die \u00dcbernahme durch Liberty Media passt zum Trend, dass sich in der Sportunterhaltungsindustrie immer mehr spezialisierte Gro\u00dfkonzerne einkaufen und die begehrten Rechtepakete an den Live-Events weiter veredeln und vermarkten. Das Fernsehen und die neuen digitalen Plattformen leben von Sportereignissen. Im Juli hatten die amerikanische K\u00fcnstleragentur William Morris Endeavor (WME) und das Sportmarketingunternehmen IMG den Anbieter der erfolgreichsten Kampfsportserie, Ultimate Fighting, f\u00fcr vier Milliarden Dollar \u00fcbernommen. Dem chinesischen Wanda-Konzern wird Interesse an Gro\u00df\u00fcbernahmen und neuen Turnierformaten im Fu\u00dfball nachgesagt.<\/p>\n<p>Mit der Formel 1 geh\u00f6rt Malone, Besitzer des Baseballteams Atlanta Braves, nun eine globale Sportserie. Weil er sein Imperium in den siebziger und achtziger Jahren auf eine Vielzahl Zuk\u00e4ufe von Kabelgesellschaften gr\u00fcndete, wird er in der Branche \u201eKabel-Cowboy\u201c genannt. Im Liberty-Konzern ist er Oberhaupt eines Geflechts aus Holdings und Untergesellschaften. In Deutschland kaufte Malone 2009 den zweitgr\u00f6\u00dften deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia, zwei Jahre sp\u00e4ter dann Kabel BW. Malone h\u00e4lt auch eine Beteiligung am Medienkonzern Discovery, dazu z\u00e4hlt wiederum der TV-Sender Eurosport. Discovery hatte sich im vergangenen Sommer \u00fcberraschend die TV-Rechte an den Olympischen Spielen f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt von 2018 bis 2024 gesichert. Dem Multimilliard\u00e4r, der mit seinem Faible f\u00fcr Ranches auch gr\u00f6\u00dfter Landbesitzer in den Vereinigten Staaten ist, geh\u00f6rt als Aktion\u00e4r die Mehrheit am Medienkonzerns Charter Communications, der wiederum im vergangenen Jahr f\u00fcr 55 Milliarden Dollar den Rivalen Time Warner Cable \u00fcbernommen hatte.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/die-neue-formel-1-des-kabel-cowboys-14426420.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/die-neue-formel-1-des-kabel-cowboys-14426420.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>John Malone ist 75 Jahre alt und Selfmade-Milliard\u00e4r. 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