{"id":43269,"date":"2016-08-16T11:36:50","date_gmt":"2016-08-16T11:36:50","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=43269"},"modified":"2016-08-16T11:36:50","modified_gmt":"2016-08-16T11:36:50","slug":"mit-kostumen-und-frisuren-entwerfe-ich-bilder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=43269","title":{"rendered":"\u201eMit Kost\u00fcmen und Frisuren entwerfe ich Bilder\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Sieht aus wie in den Siebzigern: Szene aus der ersten Staffel von \u201eThe Get Down\u201c<\/div>\n<p>\u201eThe Great Gatsby\u201c oder \u201eAustralia\u201c: Kost\u00fcmdesignerin Catherine Martin versetzt Zuschauer in l\u00e4ngst vergangene Epochen. Ein Interview \u00fcber die Arbeit f\u00fcr die neue Serie \u201eThe Get Down\u201c und den Hip-Hop der Siebziger.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Frau Martin, Sie haben als Kost\u00fcm- und Produktionsdesignerin f\u00fcr die Filme Ihres Mannes Baz Luhrmann schon die unterschiedlichsten Welten entworfen, sei es die Ostk\u00fcsten-Oberschicht des \u201eGreat Gatsby\u201c oder Ihr Heimatland um 1940 in \u201eAustralia\u201c. Das schwarze New York der ausgehenden Siebziger in \u201eThe Get Down\u201c scheint weiter entfernt von Ihnen pers\u00f6nlich zu sein als alles davor, oder?<\/strong><\/p>\n<p>In gewisser Weise sicherlich. Baz kokettiert damit ja selbst immer: \u201eWas gibt einem alten wei\u00dfen Mann aus Australien das Recht, eine Geschichte aus der Bronx zu erz\u00e4hlen?\u201c Doch f\u00fcr ihn und f\u00fcr mich kommt es einfach darauf an, einen ganz pers\u00f6nlichen Zugang zum Stoff zu finden.<\/p>\n<p><strong>Wie w\u00fcrden Sie den pers\u00f6nlichen Bezug bei \u201eThe Get Down\u201c beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Eines der Themen, die sich durch unsere gesamte gemeinsame Arbeit ziehen, ist die Unterdr\u00fcckung von Kreativit\u00e4t, sind die Widerst\u00e4nde, auf die man als K\u00fcnstler trifft. F\u00fcr Baz wurzelt das in seiner Jugend, als ihm in seiner katholischen Schule in der australischen Provinz eine Nonne sagte, er werde mit Sicherheit niemals im Leben die Werke Shakespeares lesen. Schon in unserem ersten Film \u201eStrictly Ballroom\u201c griff er das auf- da wollen die Protagonisten gegen die Regeln der Tanz-F\u00f6deration mit einem Cha-Cha-Cha beim Turnier antreten. In \u201eThe Get Down\u201c sind es nun diese jungen Kids, die gegen die Umst\u00e4nde aufbegehren. Sie haben nichts, nicht einmal vern\u00fcnftige Musikprogramme in der Schule, deswegen bleibt ihnen nichts als Plattenspieler und ihre Stimme, um Kunst zu schaffen und etwas aus ihrem Talent zu machen.<\/p>\n<p><!-- SHARELINE HOVER Box END --><span style=\"display: block- clear: both-\"><\/span><\/p>\n<p><strong>Die Zeit, in der die Serie spielt, ist hinreichend dokumentiert, \u201eThe Get Down\u201c greift obendrein die Biographien realer Personen auf. Unter welchem Druck stehen Sie da als Designerin, historisch korrekte Arbeit abzuliefern?<\/strong><\/p>\n<p>Letztlich gibt nat\u00fcrlich der Regisseur vor, wo es langgeht. In diesem Fall waren unsere Recherchen unglaublich umfangreich. Mit einigen der realen Beteiligten haben wir eng zusammengearbeitet, HipHop-Legende Grandmaster zum Beispiel. Deren Vorstellungen musste ich nat\u00fcrlich auch gerecht werden.<\/p>\n<p><strong>Klingt nicht nach vielen Freiheiten in den Entw\u00fcrfen.<\/strong><\/p>\n<p>Doch, die gab es schon. Musste es auch geben. Dank Netflix ist \u201eThe Get Down\u201c in 190 L\u00e4ndern auf der ganzen Welt zu sehen, und etliche dieser kulturell h\u00f6chst unterschiedlich gepr\u00e4gten Zuschauer haben sicherlich eine gewisse Ahnung von der Entstehung des Hip-Hop. Aber viele eben auch nicht. Deswegen gab es nat\u00fcrlich immer mal wieder historische Details, die ein universelles Verst\u00e4ndnis wom\u00f6glich erschweren. Die mussten dann innerhalb der Geschichte erkl\u00e4rt werden \u2013 oder ich musste sie weglassen.<\/p>\n<p><strong>Geben Sie doch mal ein Beispiel daf\u00fcr, wo Sie bei den Kost\u00fcmen nicht wirklich authentisch blieben?<\/strong><\/p>\n<p>Mit meiner Ko-Designerin Jeriana San Juan, die mich unterst\u00fctzte und nach der neunzigmin\u00fctigen Pilotfolge die Hauptverantwortung \u00fcbernahm, hatte ich viele Diskussionen \u00fcber S\u00e4ume. Ich fand in vielen F\u00e4llen, dass wir die M\u00e4dchen in zu kurze Sachen steckten. Doch ihr Argument war, dass wir heute nun einmal in einer Zeit leben, in der nur \u201ekurz\u201c auch automatisch mit \u201esexy\u201c assoziiert wird. Das war damals nicht zwingend so. Viele Frauen trugen damals R\u00f6cke und Kleider die bis unters Knie gingen, auch wenn sie sich abends f\u00fcr den Club zurechtmachten. Das w\u00fcrden Zuschauer heute wom\u00f6glich falsch verstehen. Zumal wir genau die gleiche L\u00e4nge bei unserer Protagonistin Mylene schon einsetzen, wenn sie ihre biederen Kirchen-Klamotten tr\u00e4gt. Dazu brauchten wir einen Gegensatz.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/leib-seele\/kostuemdesignerin-catherine-martin-ueber-serie-the-get-down-14389424.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/leib-seele\/kostuemdesignerin-catherine-martin-ueber-serie-the-get-down-14389424.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sieht aus wie in den Siebzigern: Szene aus der ersten Staffel von \u201eThe Get Down\u201c \u201eThe Great Gatsby\u201c oder \u201eAustralia\u201c: Kost\u00fcmdesignerin Catherine Martin versetzt Zuschauer in l\u00e4ngst vergangene Epochen. 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