{"id":43118,"date":"2016-08-05T09:13:17","date_gmt":"2016-08-05T09:13:17","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=43118"},"modified":"2016-08-05T09:13:17","modified_gmt":"2016-08-05T09:13:17","slug":"jp-morgan-zockte-ex-haftlinge-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=43118","title":{"rendered":"JP Morgan zockte Ex-H\u00e4ftlinge ab"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">JP Morgan hat anscheinend etwas zu viel an Geb\u00fchren verlangt.<\/div>\n<p>10 Dollar f\u00fcrs Geldabheben am Schalter, 45 Cent f\u00fcr den Kontoauszug und 1,50 Dollar, wenn die Kreditkarte nicht benutzt wird: So kreativ zog JP Morgan Ex-H\u00e4ftlingen das Geld aus der Tasche. Nun wird die amerikanische Gro\u00dfbank verklagt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eigentlich sollte mit dem Programm in den Vereinigten Staaten H\u00e4ftlingen geholfen werden, mit etwas Geld und einem Bankkonto wieder in Freiheit Fu\u00df zu fassen. Doch die gr\u00f6\u00dfte amerikanische Bank <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/jpmorgan-chase\">JP Morgan<\/a> hat es geschafft, mit einer Reihe kreativer Geb\u00fchren die Starthilfe zu einem Klotz am Bein umzufunktionieren, wie aus einer Sammelklage vor einem Gericht in Philadelphia hervorgeht.<\/p>\n<p>Doch von vorn: Im Jahr 2008 gewann die gr\u00f6\u00dfte amerikanische Bank eine Ausschreibung. Inhalt dieser Ausschreibung war, dass ehemalige H\u00e4ftlinge zu ihrer Entlassung eine Kreditkarte bekommen, mit der sie Zugriff auf das Geld bekommen, welches sie im Gef\u00e4ngnis verdient haben oder was ihnen geschickt wurde. Bis hierher klingt es wie ein normales, sinnvolles Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n<p>Die ehemaligen H\u00e4ftlinge sehen das aber ganz anders, wie aus der Klage hervorgeht. \u201eDas war eine Masche, um die am st\u00e4rksten verletzliche Gruppe auszunutzen\u201c, hei\u00dft es in der Anklageschrift. So soll den ehemaligen Insassen nicht m\u00f6glich gewesen sein, \u00fcberhaupt die Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen durchzulesen oder gar zu best\u00e4tigen. H\u00e4tten die H\u00e4ftlinge die Kreditkarte nicht angenommen, h\u00e4tten sie keinen Zugriff auf das Geld gehabt. Einer der an der Klage beteiligten Anw\u00e4lte von Golomb &#038; Honik sprach gegen\u00fcber der Financial Times von einem \u201eFriss oder stirb\u201c-Angebot.<\/p>\n<h2>JP Morgan Chase war bei Geb\u00fchren sehr kreativ<\/h2>\n<p>Das war jedoch nicht alles oder gar das kleinste \u00dcbel, wie die &#8222;Financial Times&#8220; berichtet: So war JP Morgan Chase sehr kreativ, wenn es darum ging, neue Geb\u00fchren zu erfinden. Beispiele gef\u00e4llig? 24,50 Dollar werden f\u00fcr eine neue Karte f\u00e4llig \u2014 normale Nutzer m\u00fcssen 5 Dollar zahlen. 1,50 Dollar kostete es, wenn man die Kreditkarte einen Monat lang nicht nutzte. 45 Cent waren f\u00e4llig, wenn man den Kontostand checken wollte. Und ganze 10 Dollar, wenn an einem Schalter das Geld abgeholt wurde \u2014 was f\u00fcr normale Kunden ganz kostenlos ist. Dagegen waren die 2 Dollar f\u00fcr die Nutzung eines Geldautomaten, der nicht zu JP Morgan Chase geh\u00f6rt, fast schon g\u00fcnstig. \u201eDie Geb\u00fchren stehen in keinerlei Verh\u00e4ltnis zum Aufwand\u201c, so ein Anwalt gegen\u00fcber Bloomberg.<\/p>\n<p>Dass das nicht ganz in Ordnung ist, darauf ist JP Morgan wohl schon selbst gekommen, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht: So zahlte die Bank 446.822 Dollar an Tausende ehemalige H\u00e4ftlinge als Erstattung, weitere 250.000 Dollar wurden an die Kl\u00e4ger zur Erstattung ihrer Ausgaben ausgegeben. Die Sammelklage wurde von Jesse Krimes angestrengt, einem ehemaligen Drogendealer, der mit 157 Gramm Kokain nach dem Abschluss an einer Kunstschule erwischt wurde. Zwischen 2009 und 2015 sa\u00df er daf\u00fcr im Gef\u00e4ngnis. Seine 250 Dollar wurden ebenso auf eine der betroffenen Kreditkarten geladen. Sp\u00e4ter sei er best\u00fcrzt gewesen, weil er eine ganze Reihe von Geb\u00fchren auf seinem (kostenpflichtigen) Auszug gesehen habe. \u00dcber Geb\u00fchren sei er nicht informiert wurden.<\/p>\n<p>\u201eDas ganze Gef\u00e4ngnissystem ist darauf ausgelegt, dich in Hoffnungslosigkeit zu st\u00fcrzten\u201c, sagte er gegen\u00fcber der Financial Times. \u201eEs war f\u00fcr mich einfach unakzeptabel, nach Hause zu kommen und zu versuchen, wieder ein normales Leben zu f\u00fchren und gleichzeitig eine reiche Bank im R\u00fccken zu haben, die dich jagt\u201c, sagte Krimes.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/us-grossbank-jp-morgan-chase-zockte-ex-haeftlinge-ab-14370348.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/us-grossbank-jp-morgan-chase-zockte-ex-haeftlinge-ab-14370348.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>JP Morgan hat anscheinend etwas zu viel an Geb\u00fchren verlangt. 10 Dollar f\u00fcrs Geldabheben am Schalter, 45 Cent f\u00fcr den Kontoauszug und 1,50 Dollar, wenn die Kreditkarte nicht benutzt wird: So kreativ zog JP Morgan Ex-H\u00e4ftlingen das Geld aus der Tasche. 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