{"id":42013,"date":"2016-05-05T06:08:52","date_gmt":"2016-05-05T06:08:52","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=42013"},"modified":"2016-05-05T06:08:52","modified_gmt":"2016-05-05T06:08:52","slug":"fur-smarte-bessersprecher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=42013","title":{"rendered":"F\u00fcr smarte Bessersprecher"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Mit Schiebeschalter: Das neue Speech Air von Philips ist ein Profi-Diktierger\u00e4t mit Android-Unterbau.<\/div>\n<p>Revolution oder Spielerei? Philips verheiratet das Diktierger\u00e4t mit dem Smartphone. Was bringt es dem Profi? Erster Blick auf das neue Speech Air.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mit professionellem Diktieren sind weder die kurzen Akustikschnipsel fur private Erinnerungen gemeint noch die Gespr\u00e4chsaufzeichnungen, mit denen zum Beispiel Journalisten arbeiten. Fur all das gibt es Smartphone-Apps, die gut funktionieren. Hier geht es um jene, die ein hohes Textaufkommen verarbeiten, teils stundenlang t\u00e4glich wie Anw\u00e4lte und Gutachter oder immer wieder fur einige Minuten wie \u00e4rzte. In solchen Szenarien sind die Anforderungen hoch: schnelle Texterfassung, zuverl\u00e4ssige Transkription, sichere Zuordnung zu F\u00e4llen und die Einbindung in einen Workflow, der s\u00e4mtliche Abl\u00e4ufe automatisiert. Das alles kann kein Smartphone, sondern ist ein Job fur Spezialisten.<\/p>\n<p>Doch nun bringt Philips sein Speech Air auf den Markt: ein Diktierger\u00e4t mit Smartphone-Unterbau. Kann das gutgehen? Mitbewerber Olympus hatte ein \u00e4hnliches Ger\u00e4t vor genau einem Jahr gezeigt. Es hei\u00dft Voisquare, aber niemand konnte es bislang testen, es ist ein Phantom. Die Vorzuge einer solchen Idee liegen jedoch auf der Hand: Standardtechnik, gro\u00dfes Display, Erweiterbarkeit mit Apps, Kamera zum Barcode-Scannen, mehr Konnektivit\u00e4t denn je mit den ublichen Drahtlosprotokollen. Dem ersten gewichtigen Einwand begegnet Philips schon bevor er ausgesprochen ist: Ja, das Ger\u00e4t hat einen Schiebeschalter, auf das gewohnte Diktieren mit Daumensteuerung muss man also nicht verzichten, so aktiviert man Start und Stopp oder navigiert in der Aufzeichnung. Fur Profis ist der Schiebeschalter zentral.<\/p>\n<p>Der erste Blick auf das Speech Air l\u00e4sst das Ger\u00e4t dennoch ungewohnt erscheinen. Es wirkt etwas moppelig, und dieser Eindruck ist nicht der Hohe, sondern der Breite geschuldet. Mit 6,2 &#8211; 12,7 &#8211; 1,5 Zentimeter sowie den uppigen schwarzen R\u00e4ndern uber und unter der Farbanzeige sieht es ein bisschen wie ein \u00e4lteres <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/iphone\">iPhone 4<\/a> aus, dessen Ma\u00dfe jedoch deutlich uberschritten werden. Auch besteht die seitliche Umrandung nicht aus Metall, sondern aus Plastik. Das Display mit einer Diagonale von 4 Zoll (10 Zentimeter) und Auflosung von 800 &#8211; 480 Pixel wurde man bei einem Smartphone als hoffnungslos veraltet bezeichnen. Die weiteren technischen Daten lassen Handy-Begeisterte abermals den Kopf schutteln: 1 Gigabyte Speicher, 16 Gigabyte Flash-Speicher, keine Speicherkarten-Unterstutzung, Akku fest verbaut, kein Mobilfunk, 5-Megapixel-Kamera, Uralt-Prozessor und ein historisches Android-Betriebssystem 4.4.2 bereiten keine Freude. Man kommt an die Standard-Apps wie Browser, E-Mail und Kalender, der Google-Play-Store zum Laden weiterer Software fehlt jedoch.<\/p>\n<h2>Ein Diktierger\u00e4t, das aussieht wie ein altes Smartphone<\/h2>\n<p>Aber: Es ist ein Diktierger\u00e4t. Es ist kein Smartphone und will auch keins sein. Im Vergleich mit einem Oberklasse-Diktierger\u00e4t wirkt das Display riesig, die App fullt den gesamten Bildschirm, und die Menus und Schaltfl\u00e4chen lassen sich nun bequem mit dem Finger bedienen statt uber kleine Tasten. Nicht fehlen darf die gro\u00dfe rote Aufnahmelampe, die sofort den aktuellen Status zeigt. W\u00e4hrend der haptische Eindruck des Ger\u00e4ts fur uns zu sehr den Geschmack von Plastik hat, weist Philips darauf hin, dass der Schiebeschalter identisch sei mit dem des bisherigen Spitzenmodells DPM 8000. Er wirkt indes billiger.<\/p>\n<p>Die Mikrofontechnik des DPM 8000 sei ebenfalls eins zu eins ubernommen worden. Hier stimmen wir nach ausgiebigen Experimenten zu: Der Vorteil der Philips-Oberklasse ist ihre geradezu legend\u00e4re Nebenger\u00e4uschunterdruckung. Man kann mit einem DPM 8000 selbst in sehr lauter Umgebung ohne die eigene Stimme anzuheben so diktieren, dass die Spracherkennung am PC in einem zweiten Schritt muhelos gelingt. Wir lie\u00dfen das Radio laut laufen und diktierten gleichzeitig in das DPM 8000 und das Speech Air. Nun schl\u00e4gt sich das neue Ger\u00e4t bestens, zumal es mit mehreren Mikros ausgestattet ist, deren Richtcharakteristik und Empfindlichkeit sich einstellen l\u00e4sst.<\/p>\n<h2>Komplizierte W-LAN-Einrichtung und kein MP3-Format<\/h2>\n<p>Jedoch sind einige weitere Besonderheiten zu beachten: Ohne Speicherkarte und Mobilfunkanbindung gelangen die Diktate entweder via Kabel, mitgelieferter Docking Station oder drahtlos mit W-Lan zum Rechner und damit in den Workflow der Weiterbearbeitung. W-Lan soll uber die Freigabe in einen Netzwerkordner laufen, dies einzurichten gelang uns nicht. Nachteilig ferner: Neben dem PCM-Datenformat mit riesengro\u00dfen Dateien wird nur DS2 unterstutzt. Das MP3-Format mit Dateigro\u00dfen zwischen beiden Extremen l\u00e4sst sich fur das neue Ger\u00e4t nicht w\u00e4hlen, was Mac-Nutzer bedauern werden, weil der Spracherkenner Dragon Naturally Speaking fur den Apfel-Rechner kein DS2 unterstutzt.<\/p>\n<p>Einen weiteren Nachteil hat das Speech Air mit vielen besonders gunstigen Android-Ger\u00e4ten gemeinsam: die starke Selbstentleerung des Akkus sogar im Flugmodus. Nach einigen Tagen ist der Akku leer. Das Problem sei dem Beta-Status unseres Ger\u00e4ts geschuldet und werde behoben, sagt Philips. Bis dahin nutze man die mitgelieferte Docking Station, die Ladevorgang und Datenubertragung ubernimmt. Zum Laden muss das externe Netzteil angeschlossen sein, Rechner und USB-Kabel allein sind nicht ausreichend. Fur die Docking Station hat das Ger\u00e4t neben dem Micro-USB-Anschluss einen zweiten Port, der ein Einrasten schon beim Hineinstellen erlaubt. Die Aufnahmezeit liegt bei einigen Stunden, verzichtet man auf W-Lan, lassen sich bis zu 18 Stunden erreichen, sagt Philips. Eine eigene Sim-Karte h\u00e4tte die Akkulaufzeit reduziert und die Systemarchitektur komplizierter gemacht, hei\u00dft es. Wer unterwegs seine Diktate versenden will, dockt das Ger\u00e4t mit W-Lan oder Bluetooth an ein Smartphone an, das als Hotspot eingerichtet ist.<\/p>\n<p>Das Speech Air wurde in Europa entworfen und wird in China gebaut. Das Konzept ist spannend und hat viel Potential. Jetzt mussen die Produktivit\u00e4ts-Apps folgen. Konservative Zeitgenossen mogen bei ihrem DPM 8000 bleiben. Wer einen Blick in die Zukunft des Diktierens werfen will, sollte das Speech Air fur 830 oder 950 Euro (mit zus\u00e4tzlicher Software) in die n\u00e4here Wahl ziehen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/diktiergeraet-philips-speech-air-mit-android-unterbau-im-test-14197227.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/diktiergeraet-philips-speech-air-mit-android-unterbau-im-test-14197227.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Schiebeschalter: Das neue Speech Air von Philips ist ein Profi-Diktierger\u00e4t mit Android-Unterbau. Revolution oder Spielerei? Philips verheiratet das Diktierger\u00e4t mit dem Smartphone. Was bringt es dem Profi? 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