{"id":41097,"date":"2016-03-25T15:52:51","date_gmt":"2016-03-25T15:52:51","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=41097"},"modified":"2016-03-25T15:52:51","modified_gmt":"2016-03-25T15:52:51","slug":"der-freihandel-verliert-in-den-vorwahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=41097","title":{"rendered":"Der Freihandel verliert in den Vorwahlen"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">Ger\u00e4t in die Defensive: Pr\u00e4sidentschaftskandidatin Hillary Clinton<\/div>\n<p>Die Globalisierungsgegner Trump und Sanders feiern Triumphe und ver\u00e4ndern das politische Klima in den Vereinigten Staaten. Das Thema Freihandel k\u00f6nnte auch in anderen Bundesstaaten eine wichtige Rolle spielen.<\/p>\n<p><!--more--><!-- SHARELINE HOVER Box END --><span style=\"display: block- clear: both-\"><\/span><\/p>\n<p>In den amerikanischen Vorwahlen bricht sich eine globalisierungsfeindliche Grundstimmung Bahn: Im ersten gro\u00dfen Bundesstaat des Mittleren Westens, in Michigan, haben die W\u00e4hler erkl\u00e4rten Freihandelsgegnern, dem republikanischen Immobilienunternehmer <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\">Donald Trump<\/a> und dem linken Demokraten Bernie Sanders in den jeweiligen Vorwahlen die Mehrheit verschafft. Michigan mit der alten Autometropole Detroit ist der Bundesstaat, der am st\u00e4rksten unter dem Niedergang der klassischen amerikanischen Automobilproduktion gelitten hat. Sowohl Trump als auch Sanders machen den Handelspakt Nafta, der den freien Warenaustausch zwischen Mexiko, Kanada und den Vereinigten Staaten regelt, fur den Verlust von Millionen Arbeitspl\u00e4tzen in den alten Industrieregionen verantwortlich. Globalisierung ist neben einem regionalen Trinkwasserskandal das beherrschende Thema in Michigan.<\/p>\n<p>Die aktuelle Stimmungslage bringt die demokratische Bewerberin Hillary Clinton, die die besten Aussichten auf eine Pr\u00e4sidentschaftskandidatur hat, in Bedr\u00e4ngnis: Sie geriet in einer Kandidatendebatte im Fernsehen in die Defensive, als <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bernard-sanders\">Sanders<\/a> ihr vorwarf, Freihandelsabkommen unterstutzt und dem \u201eOutsourcing\u201c von Arbeitspl\u00e4tzen positive Seiten abgewonnen zu haben. Tats\u00e4chlich hat Hillary Clinton im Laufe ihrer Karriere unterschiedliche Positionen zum Thema Freihandel eingenommen: Fruher hatte sie den Chefberater der Regierung von George W. Bush, Greg Mankiw, scharf attackiert fur dessen liberale Position zur Verlagerung von Arbeitspl\u00e4tzen- 2012 lobte sie dann auf einer Indien-Reise die Vorzuge des Outsourcings. Kurz vor der Fernsehdebatte mit Sanders hatte sie dann eine Steuerreform vorgeschlagen, die Unternehmen fur die Verlagerung von Arbeitspl\u00e4tzen ins Ausland steuerlich empfindlich bestraft. Hillary Clinton hatte sich bereits zu Beginn des Jahres vom von der Regierung Obama ausgehandelten transpazifischen Freihandelsabkommen TPP distanziert, nachdem sie es zuvor als Au\u00dfenministerin unterstutzt und verteidigt hatte.<\/p>\n<h2>Unterstutzer in der wei\u00dfen Arbeiterklasse<\/h2>\n<p>Der Stimmungswandel in der amerikanischen Politik wirft ein neues Licht auf die Aussichten, TTIP, das Freihandelsabkommen mit Europa noch in diesem Jahr unter Dach und Fach zu bringen. Die Perspektive, dass mit einem republikanischen Pr\u00e4sidenten eine Partei das Wei\u00dfe Haus besetzen konnte, die dem Freihandel zugetan ist, schwindet zudem mit den unerwartet gro\u00dfen Erfolgen von Trump. Der Unternehmer sieht sein Heimatland als Verlierer im Warenaustausch mit China und Mexiko.<\/p>\n<p>In nahezu jeder seiner Wahlkampfreden nennt er die Au\u00dfenhandelsdefizite mit beiden L\u00e4ndern als Beleg fur die Schw\u00e4che der Vereinigten Staaten. Trump attackiert best\u00e4ndig Pl\u00e4ne von Ford und dem Lebensmittelproduzenten Nabisco, neue Fabriken in Mexiko zu errichten. Weil Nabisco Produktionslinien in Chicago schlie\u00dft, hat Trump angekundigt, Oreo-Kekse, das bekannteste Produkt des Konzerns, zu boykottieren. Ferner will er, erst einmal im Amt, Apple zwingen, das iPhone in den Vereinigten Staaten zu produzieren statt in Asien. Als attraktiv empfinden viele seiner Anh\u00e4nger auch seine harte Haltung in Fragen der Immigration und seine Verbalattacken gegen Mexikaner und Muslime.<\/p>\n<p>Trump findet seine wichtigsten Anh\u00e4nger unter Wei\u00dfen ohne Collegeabschluss. Er rechnet sich offenbar Chancen aus, diese Gruppe vor allem in jenen alten Industriestandorten zu gewinnen, die unter dem Begriff Rostgurtel (rust belt) zusammengefasst werden: Dazu z\u00e4hlen neben Michigan noch Pennsylvania. Ohio, Wisconsin und Minnesota. Viele aus dieser Gruppe waren den vergangenen Wahlen ferngeblieben, fuhlten sich weder durch den schwarzen Barack Obama noch durch die eher wirtschaftsliberalen Spitzenkandidaten der Republikaner vertreten. Auch der linke Sanders hat viele Unterstutzer in der wei\u00dfen Arbeiterklasse.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/trump-sanders-hilft-freihandels-debatte-bei-us-vorwahlen-14115392.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/trump-sanders-hilft-freihandels-debatte-bei-us-vorwahlen-14115392.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ger\u00e4t in die Defensive: Pr\u00e4sidentschaftskandidatin Hillary Clinton Die Globalisierungsgegner Trump und Sanders feiern Triumphe und ver\u00e4ndern das politische Klima in den Vereinigten Staaten. 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