{"id":41036,"date":"2016-03-17T07:32:56","date_gmt":"2016-03-17T07:32:56","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=41036"},"modified":"2016-03-17T07:32:56","modified_gmt":"2016-03-17T07:32:56","slug":"gesundheitsapps-ohne-zulassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=41036","title":{"rendered":"Gesundheitsapps ohne Zulassung"},"content":{"rendered":"<div class=\"image_description\">380 000 Fitness-Apps gibt es f\u00fcr Smartphone und Tablet. Doch niemand kontrolliert sie.<\/div>\n<p>Viele Apps versprechen, dass sie uns fitter machen und Wehwehchen bek\u00e4mpfen, damit wir uns wohler f\u00fchlen. In Deutschland jedoch pr\u00fcft bisweilen niemand, ob sie denn wirklich auch nutzen \u2013 und das auf dem sonst stark regulierten Medizinmarkt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In der Medizin ist alles reguliert, was es zu regulieren gibt. Wie viele Zahn\u00e4rzte in einer Stadt ihren Leuchtreklamezahn ins Praxisfenster h\u00e4ngen durfen. Wie viel es die Kasse kostet, wenn ein Arzt seine Lupe auf einen Leberfleck h\u00e4lt. Durch wie viele Studien ein Medikament muss, bis es im Apothekenregal stehen darf. Gesundheitsapps aber durfen bislang versprechen, gesund zu machen, ohne dass je irgendwer nachgeschaut h\u00e4tte, ob sie das wirklich tun. Legt man \u201egesund machen\u201c weit aus, z\u00e4hlen einige Statistiken international bis zu 380.000 Apps dazu.<\/p>\n<p>Diese Zahl ist, n\u00e4her betrachtet, allerdings wohl eher als Sch\u00e4tzung zu werten. Aus den Statistiken wird n\u00e4mlich nicht klar, welche Apps genau z\u00e4hlen, ob sie durch die verschiedenen Stores doppelt gez\u00e4hlt wurden oder wie weit dasThema tats\u00e4chlich ausgelegt wurde. Klar aber ist: Apps zu den Themen Fitness, Gesundheit und Medizin sind zu einem eigenen Markt geworden. Und dieser Berg der mobilen Helferlein ist mittlerweile anscheinend hoch genug, um bis zum Fenstersims der Regulierungsbehorden zu reichen. Vor kurzem hat dort wohl jemand hinausgeschaut, denn plotzlich interessiert sich die Politik fur den Berg.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/europaeische-kommission\">Europ\u00e4ische Kommission<\/a> schreibt ein Grunbuch, l\u00e4sst es von Experten beurteilen und beruft jungst eine Arbeitsgruppe ein. Sie soll einen Plan ausarbeiten, wie man mit diesen Apps umgehen soll. Das Bundesgesundheitsministerium bestellt eine Studie, um uberhaupt erst einmal einen uberblick zu bekommen, was es da drau\u00dfen uberhaupt so gibt, und die Industrie gibt sich vorsichtshalber schon einmal selbst Regeln.<\/p>\n<p>Woher kommt diese plotzliche Aufmerksamkeit? Warum mischt sich der Staat auf einmal ein, nachdem er lang nicht viel fur die Apps ubrighatte? In Deutschland gibt es eine Handvoll Menschen, die sich schon mit Gesundheitsapps besch\u00e4ftigt haben, als diese noch keine Geldspeicher fullten. Urs Vito Albrecht von der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/thema\/medizinische-hochschule-hannover\">Medizinischen Hochschule Hannover<\/a> ist einer von ihnen, Ursula Kramer von der App-Bewertungsplattform HealthOn und Beatrix Rei\u00df vom Zentrum fur Telematik und Telemedizin (ZTG) Bochum sind zwei weitere. Sie dringen schon l\u00e4nger darauf, dass man sich die Gesundheitsapps zumindest einmal anschaut, schlie\u00dflich sind sie etwas Besonderes in den Stores.<\/p>\n<h2>Was Menschen schaden kann, muss gepruft werden<\/h2>\n<p>Ist die App zum Zahlenschiebespiel langweilig oder funktioniert die Mietautosuchapp nicht, ist das schlimmstenfalls \u00e4rgerlich. Zu viel \u00e4rger kann auch krank machen \u2013 aber eine Gesundheitsapp, die falsche Tipps gibt oder Werte nicht korrekt darstellt, macht viel direkter krank. Medizinprodukte sind vor allem deshalb gepruft und wieder gepruft, weil sich der Verbraucher sicher sein soll, dass sie ihm nicht schaden.<\/p>\n<p>Vor allem steht also die Frage: Machen Gesundheitsapps gesund? \u201eIm Bereich der Ern\u00e4hrung gibt es oft den Zwiespalt, ob ein Tipp die Gesundheit fordert oder nur den Absatz von bestimmten Produkten\u201c, sagt Beatrix Rei\u00df. Wirtschaftliche Interessen sind das eine, tats\u00e4chlicher direkter Schaden das andere. \u201eWenn eine Fitnessapp eine ubung falsch beschreibt, tut das dem Nutzer nicht so gut. Berechnet sie eine Insulin-Dosis falsch, schadet sie in jedem Fall\u201c, so Rei\u00df. Deshalb gelte in der Medizin sonst: Was den Menschen potentiell schaden kann, muss gepruft und reguliert werden. Nun ist die Spanne zwischen kurz mal das Bein verrenken und einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel riesig. Zumal es dem Bein auch in der letzten Reihe des schlechten Fitness-Kurses nicht gutgehen kann. Dagegen verrechnen sich \u00e4rzte eher selten beim Insulin.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/leib-seele\/niemand-ueberprueft-gesundheitsapps-14120863.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/leib-seele\/niemand-ueberprueft-gesundheitsapps-14120863.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>380 000 Fitness-Apps gibt es f\u00fcr Smartphone und Tablet. Doch niemand kontrolliert sie. Viele Apps versprechen, dass sie uns fitter machen und Wehwehchen bek\u00e4mpfen, damit wir uns wohler f\u00fchlen. 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