{"id":40537,"date":"2016-02-20T11:00:00","date_gmt":"2016-02-20T11:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=40537"},"modified":"2016-02-20T11:00:00","modified_gmt":"2016-02-20T11:00:00","slug":"muttermilch-ist-furchtbar-out-dabei-nutzt-stillen-mutter-und-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=40537","title":{"rendered":"Muttermilch ist furchtbar out, dabei nutzt Stillen Mutter und Kind"},"content":{"rendered":"<p>In armen wie in reichen L\u00e4nder stillen nur noch wenige Frauen. Auch weil Kunstmilch-Hersteller immer aggressiver werben. \u00c4rzte prangern das nun an &#8211; denn Stillen nutzt Mutter und Kind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4re Muttermilch ein Medikament, sie w\u00e4re die Wunderdroge schlechthin. Denn sie wirkt nachweislich pr\u00e4ventiv gegen eine Vielzahl von Erkrankungen bei Mutter und Kind &#8211; und das absolut risikofrei. Dennoch ist das Stillen unpopul\u00e4r geworden, und das ist leider ein mehr oder minder globaler Trend. Denn nicht nur in reichen Nationen wird nur noch ein kleiner Teil der Kinder bis zum sechsten Monat gestillt, wie es die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"f5efcffa269012720581c912b2a6cb3b8bcc197e\" href=\"\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/who\">Weltgesundheitsorganisation<\/a> (WHO) empfiehlt.<\/p>\n<p>Auch in L\u00e4ndern mit mittlerem oder niedrigem Bruttosozialprodukt erh\u00e4lt im ersten Halbjahr nur gut jedes dritte Kind ausschlie\u00dflich Muttermilch als Nahrung, nur jedes funfte Kind wird noch uber das erste Lebensjahr hinaus gestillt, w\u00e4hrend es bereits andere Nahrung zu sich nimmt. Diese besondere Ern\u00e4hrungsweise wird in reichen L\u00e4ndern seltener, extrem niedrig sind die Raten in einigen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<ul class=\"RelatedLinkBox middot\">\n<li class=\"context-small serif\"><a href=\"\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/im-wald-verirrte-susan-o-brien-trinkt-eigene-muttermilch-13586675.html\"  title=\"Verirrte Frau in Neuseeland trinkt eigene Muttermilch\" class=\"defaultLink arrowLink  \">Verirrte Frau in Neuseeland trinkt eigene Muttermilch<\/a><\/li>\n<li class=\"context-small serif\"><a href=\"\/aktuell\/gesellschaft\/gesundheit\/stillen-soll-kinder-laut-studie-intelligenter-machen-13491526.html\"  title=\"Langzeitstudie: \u201eStillen macht das Kind schlauer und reicher\u201c \" class=\"defaultLink arrowLink  \">Langzeitstudie: \u201eStillen macht das Kind schlauer und reicher\u201c<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>In England, Irland und D\u00e4nemark werden nur noch ein, zwei beziehungsweise drei Prozent der Babys im Alter von einem Jahr gestillt, w\u00e4hrend sie schon Beikost erhalten. Wenngleich die Angaben je nach Studie schwanken, so sind die Zahlen fur Deutschland nur geringfugig hoher. Nach Angaben des Bundesinstituts fur Risikobewertung werden hierzulande rund zehn Prozent der Kinder nur im ersten Lebenshalbjahr noch ausschlie\u00dflich gestillt. Und Muttermilch zus\u00e4tzlich zu anderer Nahrung erhalten bis zum ersten Geburtstag lediglich acht Prozent der Babys.<\/p>\n<h2>Stillen nutzt Mutter und Kind<\/h2>\n<p>In einem der renommiertesten Medizinerjournale werden nun in einer Artikelserie die weltweit niedrigen Stillraten angeprangert. So sch\u00e4tzen Cesar G. Victoria vom Zentrum fur gesundheitliche Chancengleichheit an der Universit\u00e4t in Pelotas in Brasilien und seine Kollegen, dass rund 823.000 Kindern unter funf Jahren durch die Ern\u00e4hrung mit Muttermilch und 20.000 Muttern durch das Stillen j\u00e4hrlich das Leben gerettet werden konnte (\u201eLancet\u201c, Bd. 387, S. 475). Die Voraussetzung dafur w\u00e4re fur die Epidemiologen allerdings, dass in 75 L\u00e4ndern 90 Prozent der Kinder im Alter von sechs Monaten ausschlie\u00dflich und 90 Prozent der sechs bis 23 Monate alten noch wenigstens teilweise gestillt wurden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Stillen die Mutter insbesondere vor Brustkrebs schutzt, verringert es bei Kindern in \u00e4rmeren L\u00e4ndern das Risiko, an lebensbedrohlichen Durchf\u00e4llen zu erkranken um die H\u00e4lfe, bei Atemwegsinfekten wie einer Bronchitis um ein Drittel. Auch Mittelohrentzundungen und andere Infektionen seien bei S\u00e4uglingen, die Muttermilch erhielten, deutlich seltener zu beobachten. Es sei allerdings ein weitverbreitetes Missverst\u00e4ndnis, so Victoria, dass vom Stillen nur die Kinder aus \u00e4rmeren L\u00e4ndern profitierten.<\/p>\n<p>In den Industrienationen verhindere die Ern\u00e4hrung mit Muttermilch au\u00dferdem das Risiko, am plotzlichen Kindstod zu sterben, um ein Drittel. Die Vorteile der Muttermilch halten zudem lange vor und verringern auch im sp\u00e4teren Leben das Risiko chronischer Erkrankungen wie Allergien, Hautekzeme, Asthma, Fettleibigkeit und Diabetes. Gesundheitsrisiken, die in wohlhabenden L\u00e4ndern stetig zunehmen. Studien, die dem Stillen eine Steigerung der Intelligenz attestieren, sind inzwischen so zahlreich und verl\u00e4sslich, dass sie niemand mehr wirklich anzweifelt.<\/p>\n<h2>Hersteller von Kunstmilch umgehen Regeln<\/h2>\n<p>Nigel Rollins von der Weltgesundheitsorganisation hat untersucht, wie hoch die volkswirtschaftlichen Verluste der ungenutzten Intelligenz-Ressourcen einer Bevolkerung sind, wenn die Jungsten nicht fl\u00e4chendeckend in ausreichender Zahl und lange genug gestillt werden. (\u201eLancet\u201c, Bd. 387, S. 491).<\/p>\n<p>Als eine Hauptursache fur den weltweit versiegenden Muttermilchfluss machen Alison McFadden von der Mutter-Kind-Forschungsabteilung der Universit\u00e4t in Dundee und ihre Kollegen in einem Kommentar die \u201eaggressive\u201c Werbung fur und Verbreitung von Ersatzmilch in allen Teilen der Welt verantwortlich (Bd. 387, S. 413). Der Einfluss der Hersteller wachse rapide. Global stiegen die Erlose aus dem Verkauf von Milchpulver fur S\u00e4uglinge und Kleinkinder von zwei Milliarden Dollar im Jahr 1987 auf 40 Milliarden im Jahr 2013.<\/p>\n<p>In China allein brachte im Jahr 2012 der Verkauf von Muttermilchersatz zwolf Milliarden Dollar ein, die j\u00e4hrlichen Wachstumsraten werden mit 14 Prozent angegeben. Der internationale \u201eKodex Alimentarius\u201c gegen die unredliche Vermarktung von Muttermilchersatz ist ein zahnloser Tiger. Die Hersteller bewerben ihre Kunstmilch direkt bei den Schwangeren und umgehen die dafur erlassenen internationalen Regeln. Nachweislich haben sie in einigen L\u00e4ndern, darunter Bangladesch, Brasilien und die Vereinigten Staaten, versucht, Experten gegen Bezahlung zur Werbung fur ihre Produkte zu bewegen.<\/p>\n<p>Sie suchen den Kontakt zu einschl\u00e4gigen Fachgesellschaften und sponsern deren Kongresse. Auch hierzulande haben Kinder- und Jugend\u00e4rzte die falschen Versprechen der Ersatzmilch-Industrie bereits hinl\u00e4nglich kritisiert &#8211; gemessen an den Stillraten allerdings ohne gro\u00dfen Erfolg.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/muttermilch-ist-furchtbar-out-dabei-nutzt-stillen-mutter-und-kind-14072273.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/muttermilch-ist-furchtbar-out-dabei-nutzt-stillen-mutter-und-kind-14072273.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In armen wie in reichen L\u00e4nder stillen nur noch wenige Frauen. 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