{"id":40314,"date":"2016-02-01T09:32:21","date_gmt":"2016-02-01T09:32:21","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=40314"},"modified":"2016-02-01T09:32:21","modified_gmt":"2016-02-01T09:32:21","slug":"epidemie-in-lateinamerika-bedrohung-zika-virus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=40314","title":{"rendered":"Epidemie in Lateinamerika: Bedrohung Zika-Virus"},"content":{"rendered":"<p>Das Zika-Virus verbreitet sich ungehemmt in Lateinamerika und verbreitet Angst und Schrecken.  Der Tropenmediziner Peter Hotez erkl\u00e4rt im Gespr\u00e4ch, vor welche Herausforderungen der Erreger die Wissenschaftler stellt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Herr Hotez, bisherige Zika-Ausbr\u00fcche waren lokal begrenzt. Sie sind Kinderarzt, Virologe und Tropenmediziner, wie erkl\u00e4ren Sie diese gro\u00dffl\u00e4chige Epidemie?<\/strong><\/p>\n<p>Wir kennen den Grund nicht, aber das Zika-Virus breitet sich mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit aus. Allein in Brasilien sind bereits mehr als eine Million Menschen infiziert. Vielleicht hat es mit dem derzeit starken El Ni\u00f1o zu tun. Zumindest muss man davon ausgehen, dass Klimawandel und Armut den Ausbruch befeuern.<\/p>\n<p><strong>Warum werden erst jetzt fatale Folgen der Infektionen bekannt, etwa die sogenannte Mikrozephalie bei Neugeborenen?<\/strong><\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/medizin\/epidemie-in-lateinamerika-bedrohung-zika-virus-14042898\/peter-j-hotez-lehrt-tropische-14042900.html\"            title=\"38308151\"><img data-src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/3536518854\/1.4042900\/article_teaser_marginal\/peter-j-hotez-lehrt-tropische.jpg' title='Peter J. Hotez lehrt Tropische P\u00e4diatrie und ist Direktor der National School of Tropical Medicine des Baylor College of Medicine in Houston, Texas.' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='38308151' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Peter J. Hotez lehrt Tropische P\u00e4diatrie und ist Direktor der National School of Tropical Medicine des Baylor College of Medicine in Houston, Texas.\">Peter J. Hotez lehrt Tropische P\u00e4diatrie und ist Direktor der National School of Tropical Medicine des Baylor College of Medicine in Houston, Texas.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Wenn die Erreger nur selten von einer Mutter auf ihr ungeborenes Kind \u00fcbertragen werden, kann es eben sein, dass wir die Auswirkungen erst jetzt sehen, weil der Ausbruch dieses Mal so viele Menschen betrifft. \u00dcber diese Epidemie wurde bisher noch nichts wissenschaftlich publiziert, wir wissen also nicht, welche Informationen wirklich zuverl\u00e4ssig sind. Der Informationsaustausch geschieht im Moment \u00fcber E-Mails, Telefongespr\u00e4che und soziale Medien.<\/p>\n<p><strong>F\u00fchrt das Zika-Virus tats\u00e4chlich zu den beobachteten Kopf-und Gehirnfehlbildungen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben das Virus bei Schwangeren im Fruchtwasser sowie in der Plazenta und im Blut der Neugeborenen gefunden \u2013 das sind wichtige Hinweise. Aber die Situation ist f\u00fcr uns alle frustrierend, viele Fragen k\u00f6nnen wir noch nicht beantworten, und wir setzen nun Puzzleteile zusammen: Was wissen wir \u00fcber verwandte Viren (etwa Erreger von Dengue, Gelbfieber, FSME \u2013 Anmerkung der Redaktion) und solche, die in der Schwangerschaft \u00fcbertragen werden und zu Fehlbildungen f\u00fchren? Wann ist die Gefahr am gr\u00f6\u00dften? Was hilft? H\u00f6chstwahrscheinlich sind Kinder von Frauen gef\u00e4hrdet, die sich im ersten Drittel der Schwangerschaft infizieren, vielleicht noch im zweiten. Im Moment k\u00f6nnen wir Schwangere nur \u00fcberwachen und mit Ultraschall untersuchen. Medizinisch eingreifen k\u00f6nnen wir leider nicht.<\/p>\n<p><strong>Der stellvertretende Gesundheitsminister El Salvadors bat Frauen darum, bis 2018 nicht schwanger zu werden. Ist das hilfreich?<\/strong><\/p>\n<p>Das erscheint mir nicht sehr realistisch. Ich verstehe die Frustration und die Sorgen der L\u00e4nder, in denen das Virus sich jetzt rasch ausbreitet und denen ein starkes Gesundheitssystem fehlt. Die Idee ist wohl, dass sich in K\u00fcrze alle Einwohner infiziert haben und dann durch Antik\u00f6rper vielleicht vor weiteren Infektionen gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<p><strong>Wie wird diese Epidemie weiter voranschreiten?<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, bis Ende Februar wird sich Zika in der ganzen Karibik ausgebreitet haben. Ob es in den Vereinigten Staaten ankommt, kann ich nicht sagen. Das Chikungunya-Virus zum Beispiel ist noch nicht bis dorthin vorgedrungen. Aber wir m\u00fcssen wachsam sein, und aus Gabun wissen wir, dass auch die asiatische Tigerm\u00fccke das Zika-Virus \u00fcbertragen kann. Wie gut, wissen wir nicht, aber sie ist in den Vereinigten Staaten und S\u00fcdeuropa inzwischen heimisch und selbst in S\u00fcddeutschland zu finden.<\/p>\n<ul class=\"RelatedLinkBox middot\">\n<li class=\"context-small serif\"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/weltweiter-gesundheitsnotfall-wegen-zika-virus-aus-brasilien-14039320.html\"  title=\"Wird die Zika-Epidemie zum globalen Notfall?\" class=\"defaultLink arrowLink  \">Wird die Zika-Epidemie zum globalen Notfall?<\/a><\/li>\n<li class=\"context-small serif\"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/zika-epidemie-ein-virus-vor-dem-man-sich-kaum-schuetzen-kann-14037039.html\"  title=\"Zika-Epidemie: Ein Virus, vor dem man sich kaum sch\u00fctzen kann\" class=\"defaultLink arrowLink  \">Zika-Epidemie: Ein Virus, vor dem man sich kaum sch\u00fctzen kann<\/a><\/li>\n<li class=\"context-small serif\"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/massnahmen-gegen-virus-die-zika-epidemie-weitet-sich-aus-14028286.html\"  title=\"Ma\u00dfnahmen gegen Virus: Die Zika-Epidemie weitet sich aus\" class=\"defaultLink arrowLink  \">Ma\u00dfnahmen gegen Virus: Die Zika-Epidemie weitet sich aus<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Zika wird von Stechm\u00fccken \u00fcbertragen, die auch Dengue, Gelbfieber und Chinkungunya verbreiten: Sind sie das Angriffsziel?<\/strong><\/p>\n<p>Am besten ist es, wenn wir verschiedene Ans\u00e4tze gleichzeitig verfolgen. So k\u00f6nnten gentechnisch ver\u00e4nderte Moskitos helfen, die M\u00fcckenplage einzud\u00e4mmen. Und nat\u00fcrlich sollte eine Impfung entwickelt werden.<\/p>\n<p><em>Die Fragen stellte Jakob Simmank<\/em>.<\/p>\n<p><video id=\"fazVideo56846165_contentElement\" class=\"video-js vjs-default-skin vjs-big-play-centered\" style=\"display:none\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"http:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\">Sorge um weitere Ausbreitung des Zika-Virus<\/span><\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/epidemie-in-lateinamerika-bedrohung-zika-virus-14042898.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/epidemie-in-lateinamerika-bedrohung-zika-virus-14042898.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Zika-Virus verbreitet sich ungehemmt in Lateinamerika und verbreitet Angst und Schrecken. 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