{"id":40310,"date":"2016-02-02T19:38:27","date_gmt":"2016-02-02T19:38:27","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=40310"},"modified":"2016-02-02T19:38:27","modified_gmt":"2016-02-02T19:38:27","slug":"zika-epidemie-radioaktive-strahlen-gegen-die-blutsauger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=40310","title":{"rendered":"Zika-Epidemie: Radioaktive Strahlen gegen die Blutsauger"},"content":{"rendered":"<p>Ver\u00e4ndert der \u201eGesundheitsnotstand\u201c den Kampf gegen das Zika-Virus? F\u00fcr die Experten muss es jetzt vor allem um den Vernichtungsfeldzug gegen die \u00dcbertr\u00e4germ\u00fccken gehen. Dabei werden auch ungew\u00f6hnliche Ma\u00dfnahmen erwogen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die meisten Infektionsmediziner sind angesichts der Ausbreitung des Zika-Virus einverstanden mit der Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"8302eb14cc2af132caadcbeccc755975087a4ba6\" href=\"\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/who\">WHO<\/a> fur einen \u201einternationalen Gesundheitsnotstand\u201c. Viele Fragen sind zwar weiter offen, etwa der Zusammenhang zwischen den Sch\u00e4delmissbildungen bei Neugeborenen und den an sich harmlosen Zika-Infektionen, da aber solche Viren-Sp\u00e4tsch\u00e4den von anderen Erregern bekannt sind, pl\u00e4dieren die meisten Fachleute dafur, rasch Gegenma\u00dfnahmen zu ergreifen. Als vordringlich gilt dabei die Bek\u00e4mpfung der ubertr\u00e4germucken. Brasilien selbst, wo im Oktober erstmals ein Zusammenhang von Neugeborenen mit viel zu kleinen Kopfen &#8211; Mikrozephalie &#8211; hergestellt wurde und wo bis jetzt schon mehr als 4000 missgebildete S\u00e4uglinge registriert worden sind, hat die Bek\u00e4mpfung der Gelbfiebermucken mit Insektiziden schon seit Wochen landesweit massiv &#8211; auch mit hunderttausenden Soldaten &#8211; forciert. Der \u201einternationale Gesundheitsnotstand, den die WHO wegen der \u201eexplosionsartigen Ausbreitung\u201c des Erregers gestern ausgerufen hat, zwingt auch die anderen L\u00e4nder zum Handeln.   <\/p>\n<p>Jan Felix Drexler vom Institut fur Virologie am Universit\u00e4tsklinikum Bonn und dem Deutschen Zentrum fur Infektionsforschung DZIF ist allerdings skeptisch, ob konsequent genug vorgegangen wird:<strong> <\/strong>\u201eRichtig ist, dass es ein staatliches Mucken-Kontrollprogramm gibt. Auch richtig ist, dass dem Programm schon ofter die Mittel ausgegangen sind und so die Vektorkontrolle str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt wurde. Siehe Dengue: Letztes Jahr gab es mehr als 1,5 Millionen Dengue-F\u00e4lle mit Hunderten Toten \u2013 und das sind gemeldete F\u00e4lle, was bei 200 Millionen Brasilianern eine absurde Durchseuchung bedeutet! Das muss man mal in Relation zu Zika setzen.\u201c Tats\u00e4chlich ist die Gelbfiebermucke oder \u00e4gyptische Tigermucke, Aedes aegypti, der gleiche ubertr\u00e4ger, der auch Dengue und das Chikungunya-Virus verbreitet. <\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/medizin\/zika-epidemie-radioaktive-strahlen-gegen-die-blutsauger-14048834\/gelbfiebermuecke-auch-14048996.html\"            title=\"An aedes aegypti mosquito is seen inside Oxitec laboratory in Campinas, Brazil\"><img data-src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/wissen\/3996469144\/1.4048996\/article_teaser_marginal\/gelbfiebermuecke-auch.jpg' title='Gelbfieberm\u00fccke, auch \u00c4gyptische Tigerm\u00fccke genannt.' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='An aedes aegypti mosquito is seen inside Oxitec laboratory in Campinas, Brazil' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Gelbfieberm\u00fccke, auch \u00c4gyptische Tigerm\u00fccke genannt.\">Gelbfieberm\u00fccke, auch \u00c4gyptische Tigerm\u00fccke genannt.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Was die Gefahr der weiteren Ausbreitung angeht, glaubt die Berliner Infektionsepidemiologin<strong> <\/strong>Christina Frank vom Robert-Koch-Institut, nicht an ein schnelles Ende: \u201eDie Mucken mussen nicht weit fliegen, um das Virus r\u00e4umlich zu verbreiten. Das ubernimmt der Mensch, indem er zum Beispiel unbewusst Mucken uber weite Strecken im LKW mitnimmt, oder indem ein Mensch zum Beispiel als Tourist zwischen seiner eigenen Infektion an Ort A und dem Zeitpunkt, zu dem an Ort B eine andere Mucke das Virus aus seinem Blut wieder aufnimmt, weite Strecken zurucklegt. Wo auch immer dann ubertr\u00e4germucken vorhanden und die Menschen nicht-immun sind, kann es zu explosiven Ausbruchen kommen.\u201c <\/p>\n<p>Europa mit seinem vorwiegend gem\u00e4\u00dfigten Klima bietet den ubertr\u00e4germucken zwar immer noch kaum Fortpflanzungsmoglichkeiten, doch viele Experten warnen, was die mogliche Verbreitung durch die Olympischen Spiele im Sommer betrifft &#8211; zumal eine nahe verwandte und an kuhlere Klimate anpassungsf\u00e4hige Stechmuckenart, <em>Aedes albopictus<\/em>, als ubertr\u00e4ger von Dengue-Viren auch beruchtigt ist. \u201eDa im Rahmen der Olympischen Sommerspiele mit einer starken Zunahme des Reiseverkehrs nach Brasilien und somit auch mit einer zus\u00e4tzlichen Anzahl an Infizierten vor Ort zu rechnen ist, besteht die Gefahr des Imports des Zika-Virus durch erkrankte Reisende in weitere tropische Gebiete, wo das Virus bisher nicht vorkommt: einer weiteren Globalisierung des Virus konnte somit Vorschub geleistet werden. Es bedarf also, gerade aufgrund der bekannt gewordenen Komplikationen aller Anstrengung, eine zunehmende Weiterverbreitung zu verhindern\u201c, sagt der Hamburger Virologe Dennis Tappe vom<strong> <\/strong>Bernhard-Nocht-Institut fur Tropenmedizin, dem Nationalen Referenzzentrum fur tropische Infektionserreger. <\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/medizin\/zika-epidemie-radioaktive-strahlen-gegen-die-blutsauger-14048834\/blutproben-von-patienten-die-14048997.html\"            title=\"A health technician shows a blood sample from a patient bitten by a mosquito at the National Institute of Health in Lima\"><img data-src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/wissen\/3912226671\/1.4048997\/article_teaser_marginal\/blutproben-von-patienten-die.jpg' title='Blutproben von Patienten, die am Nationalen Gesundheitsinstitut in Lima auf das Zika-Virus getestet werden.' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='A health technician shows a blood sample from a patient bitten by a mosquito at the National Institute of Health in Lima' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Blutproben von Patienten, die am Nationalen Gesundheitsinstitut in Lima auf das Zika-Virus getestet werden.\">Blutproben von Patienten, die am Nationalen Gesundheitsinstitut in Lima auf das Zika-Virus getestet werden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Auch die Tropenmedizinerin Marylyn M. Addo vom Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf mahnt zur verst\u00e4rkten Aufmerksamkeit:<strong> <\/strong>\u201eDerzeit ist das Problem zun\u00e4chst vor allem fur die derzeit stark betroffenen L\u00e4nder in Sudamerika relevant. Dennoch besteht das Risiko einer Ausbreitung in die Vereinigten Staaten und die Karibik. Das h\u00e4ufige Reiseziel gehort jetzt schon zu den betroffenen Regionen, so dass einige Empfehlungen wie die Empfehlungen fur Schwangere auch uber die Grenzen der betroffenen L\u00e4nder hinaus weltweit eine Relevanz haben.\u201c<\/p>\n<p>Was die Muckenbek\u00e4mpfung in den bereits mehr als 30 betroffenen L\u00e4ndern betrifft, hoffen offenbar viele Regierungen auf neue Ma\u00dfnahmen: So konnte neben der Freisetzung gentechnisch ver\u00e4nderter steriler Moskitos eine nahe verwandte \u201eVerhutungsmethode\u201c zum Einsatz kommen. Mehrere L\u00e4nder Lateinamerikas wandten sich bereits an die Internationale Atomenergiebehorde (IAEA) in Wien, um Hilfe zur Eind\u00e4mmung des <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"fdb391a8b0af42d7038a0b326143c6ab7eb49c8e\" href=\"\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/virus\">Virus<\/a> zu bekommen, wie die Organisation am Dienstag bekanntgab. Bei der bereits mit anderen Insekten erprobten Technik werden Millionen m\u00e4nnlicher Tiere gezuchtet, kurz bestrahlt und dadurch unfruchtbar. Die Tiere, die dadurch nicht radioaktiv werden, werden dann in Wellen jede Woche freigelassen, um sich mit Weibchen zu paaren. Diese legen dann zwar Eier, es schlupft aber kein Moskito. So kann die Population reduziert werden. Die Methode sei aber nur in St\u00e4dten bis zu 200.000 Einwohnern anwendbar, da sonst die Verbreitung der bestrahlten Tiere nicht kontrollierbar sei. Die Technik entwickelte die IAEA gemeinsam mit der Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/medizin\/zika-epidemie-radioaktive-strahlen-gegen-die-blutsauger-14048834\/infografik-aedes-muecken-14053930.html\"            title=\"Infografik \/ Aedes-M\u00fccken \u00dcbertr\u00e4ger des Zika-Virus\"><img data-src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/gesellschaft\/4226587653\/1.4053930\/article_teaser_marginal\/hq\/infografik-aedes-muecken.jpg' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='Infografik \/ Aedes-M\u00fccken \u00dcbertr\u00e4ger des Zika-Virus' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/zika-epidemie-radioaktive-strahlen-gegen-die-blutsauger-14048834.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/zika-epidemie-radioaktive-strahlen-gegen-die-blutsauger-14048834.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00e4ndert der \u201eGesundheitsnotstand\u201c den Kampf gegen das Zika-Virus? 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