{"id":40305,"date":"2016-02-04T09:23:34","date_gmt":"2016-02-04T09:23:34","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=40305"},"modified":"2016-02-04T09:23:34","modified_gmt":"2016-02-04T09:23:34","slug":"ubergewicht-bei-kindern-in-armen-landern-die-ursachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=40305","title":{"rendered":"\u00dcbergewicht bei Kindern in armen L\u00e4ndern &#8211; Die Ursachen"},"content":{"rendered":"<p>Immer mehr und immer mehr kleine Kinder sind zu fett. Nun sind auch arme L\u00e4nder betroffen. Was geht da vor?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Seit Jahren warnen Behorden weltweit: Die Menschheit wird immer dicker. Jetzt versch\u00e4rft die Weltgesundheitsorganisation WHO den Alarm: Die Dicken werden immer junger. Mindestens 41 Millionen Kinder im Alter von unter funf Jahren weltweit sind ubergewichtig oder fettleibig. Und der uberschussige Speck lagert sich l\u00e4ngst nicht mehr nur in westlichen Wohlstandsb\u00e4uchen ab. Allein in Afrika habe sich in den vergangenen 25 Jahren die Anzahl dieser Kinder von 5,4 Millionen auf 10,3 Millionen nahezu verdoppelt. In einer Weltgegend, aus der zugleich noch immer Nachrichten uber Hunger und bittere Armut zu uns dringen, lebt damit ein Viertel der fettleibigen Kleinkinder des Planeten. Fast die H\u00e4lfte findet man in Asien.<\/p>\n<p>Auf diesen beiden Kontinenten hat die Verst\u00e4dterung im vergangenen Jahrzehnt rapide zugenommen. Das sei einer der Hauptgrunde fur die Gewichtszulage bei Kindern und Erwachsenen, sagt Juana Willumsen von der zust\u00e4ndigen WHO-Kommission. \u201eDie Menschen haben in den St\u00e4dten plotzlich ganz andere Moglichkeiten, sich zu ern\u00e4hren, sie kaufen Fast Food, das sie mit der reichen westlichen Welt verbinden, und verschm\u00e4hen Obst und Gemuse, das sie ans einfache, l\u00e4ndliche Leben erinnert.\u201c Bei der zwei Jahre dauernden Erhebung sei den WHO-Experten in Asien, Afrika und Lateinamerika immer wieder eine fatale Assoziation begegnet: Die Menschen verbinden Dickleibigkeit mit Gesundheit und Reichtum. Von den in Wahrheit desastrosen Konsequenzen des ubergewichts fur den Korper wissen sie entweder nichts, oder es ist ihnen egal. \u201eDas sind kulturelle Normen, die uber Jahrhunderte gewachsen sind, die konnen Sie nicht einfach mit ein bisschen Aufkl\u00e4rung beseitigen\u201c, sagt Willumsen.<\/p>\n<h2>Ab wann ist ein Kind ubergewichtig?<\/h2>\n<p>Zu diesem sozialen komme ein biologisches Ph\u00e4nomen: Kinder, die im Mutterleib und in fruhester Kindheit an Unterern\u00e4hrung litten, h\u00e4tten ein hoheres Risiko, ubergewichtig zu werden, wenn sie plotzlich ausreichend Nahrung bek\u00e4men, sagt die WHO-Expertin. \u201eIhre Korper haben sich in der Mangelsituation offenbar angewohnt, aus dem, was sie essen, so viel N\u00e4hrstoffe wie moglich zu ziehen.\u201c Bei einem ausreichenden Angebot an Lebensmitteln fuhre das sp\u00e4ter schnell zu ubergewicht.<\/p>\n<p>Wann aber ist ein Kind einfach ein bisschen moppelig und ab wann zu dick? Bei Erwachsenen orientiert sich die Definition am sogenannten Body Mass Index (BMI). Um ihn zu berechnen, teilt man das Korpergewicht in Kilogramm durch die Korpergro\u00dfe in Metern zum Quadrat. Ein 75 Kilo schwerer und 1,85 Meter gro\u00dfer Mann hat also einen BMI von 21,9 Kilogramm pro Quadratmeter. Das ist laut WHO Normalgewicht. Ab einem BMI von 25 beginnt das ubergewicht, bei 30 die Fettleibigkeit. Diese wird mit steigendem BMI noch einmal in drei Adipositas-Grade eingeteilt. Bei Kindern ist die Einteilung allerdings etwas differenzierter als bei Erwachsenen. Alter, Gro\u00dfe, Geschlecht und Entwicklungsstand werden berucksichtigt. Ob ein Junge oder M\u00e4dchen ubergewichtig ist, l\u00e4sst sich an sogenannten Perzentilkurven ablesen, die dann bestimmte BMI-Kategorien bilden. Diese Kurven finden sich zum Beispiel auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter.<\/p>\n<h2>Fettleibigkeit und Unterern\u00e4hrung schlie\u00dfen sich nicht aus<\/h2>\n<p>Wenn jetzt sogar in Afrika die Kinder dick werden, so konnte man denken, dann seien die Zeiten der Hungersnote wohl vorbei. Einer, dem sehr daran gelegen ist, dieses Bild geradezurucken, ist Rudi Tarneden von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. \u201eEs ist richtig, dass sich in weiten Teilen der Welt gerade Ern\u00e4hrungs- und Lebensgewohnheiten bilden, die nicht gesund fur Kinder sind\u201c, sagt Tarneden. \u201eDoch wir k\u00e4mpfen immer noch haupts\u00e4chlich gegen die Mangelern\u00e4hrung.\u201c Denn auch wenn die Zahl der mangelern\u00e4hrten Kinder unter funf Jahren weltweit seit 1990 um 40 Prozent gesunken ist: Nach wie vor haben 165 Millionen Kinder zu wenig oder zu schlecht zu essen. In Sudasien sind 39 Prozent der unter funf Jahre alten M\u00e4dchen und Jungen aufgrund chronischer Mangelern\u00e4hrung zu klein fur ihr Alter, in Afrika sind es 40 Prozent.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/uebergewicht-bei-kindern-in-armen-laendern-die-ursachen-14043474.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/uebergewicht-bei-kindern-in-armen-laendern-die-ursachen-14043474.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr und immer mehr kleine Kinder sind zu fett. Nun sind auch arme L\u00e4nder betroffen. 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