{"id":39570,"date":"2015-12-08T16:48:14","date_gmt":"2015-12-08T16:48:14","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=39570"},"modified":"2015-12-08T16:48:14","modified_gmt":"2015-12-08T16:48:14","slug":"bose-falle-mobilfunk-wie-in-der-kolsch-kneipe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=39570","title":{"rendered":"B\u00f6se Falle: Mobilfunk wie in der K\u00f6lsch-Kneipe"},"content":{"rendered":"<p>Kaum ist das Datenvolumen weg, wird es automatisch wieder nachgebucht. Das wirkt auf den ersten Blick kundenorientiert, ist aber eine b\u00f6se Falle.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wie viel Datenvolumen im Mobilfunk darf es denn sein? Neuerdings muss man um Bits und Bytes k\u00e4mpfen. Denn selbst die als \u201eFlatrate\u201c fur unbegrenzten Surfgenuss angepriesenen Vertr\u00e4ge enthalten meist eine feste Volumengrenze, die nicht uberschritten werden darf. Von einer Flatrate kann also gar keine Rede sein. Ist das Volumen erschopft, wird das Tempo drastisch gedrosselt. Doch manche Mobilfunker greifen zu einem Trick. Man werfe einen Blick etwa auf den Blue-Smart-Tarif von Telef&#038;oacute-nica O2. Fur 18 Euro im Monat erh\u00e4lt man ein Datenvolumen von 500 Megabyte. Viel ist das nicht. Aber nun preist O2 seine Datenautomatik an: Mit ihr gebe es \u201eimmer genug Datenvolumen\u201c, weil automatisch bis zu drei Mal im Monat nachgebucht werde. Wie das leere Bierglas in mancher Kolner Kneipe ohne Zutun des Gastes durch ein volles ersetzt wird, erh\u00e4lt der O2-Kunde zu Preisen zwischen zwei und funf Euro ein Extrakontingent von 100 bis 750 Megabyte.<\/p>\n<p>Die Monatsgebuhr steigt demnach um Betr\u00e4ge zwischen sechs und 15 Euro. Den erhohten Datenhunger spuren Smartphone-Nutzer immer ofter. Vor zehn Jahren galt die Faustregel, dass der typische mobile Surfer zwischen 30 und 100 Megabyte im Monat benotigt. Diese Werte kann man heute getrost mit dem Faktor Zehn multiplizieren: 300 Megabyte bis ein Gigabyte sind angesagt. Wer unterwegs oft auf Facebook ist, Twitter nutzt oder gar Fotos mit Instagram hochl\u00e4dt, schopft sein Volumen schnell aus. Bilder und Videos sind Datenfresser, fur den Live-Stream einer Fu\u00dfballubertragung rechne man mit 35 Megabyte in der Minute. Nach einer Viertelstunde sind also 500 Megabyte verbraucht. Youtube-Videos sind etwas schlanker, aber 5 Megabyte je Minute in der geringsten Auflosung gelten als Untergrenze.<\/p>\n<ul class=\"RelatedLinkBox middot\">\n<li class=\"context-small serif\"><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/mobilfunk-router-im-test-car-fi-von-huawei-fuer-das-auto-13937858.html\" title=\"Mobile Router f\u00fcr unterwegs auch im Auto\" class=\"defaultLink arrowLink  \">Mobile Router f\u00fcr unterwegs auch im Auto<\/a><\/li>\n<li class=\"context-small serif\"><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/die-besten-mobilfunknetze-in-deutschland-im-test-13940301.html\" title=\"In diesen Netzen surfen und telefonieren Sie am besten\" class=\"defaultLink arrowLink  \">In diesen Netzen surfen und telefonieren Sie am besten<\/a><\/li>\n<li class=\"context-small serif\"><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/erstes-blackberry-smartphone-mit-android-betriebssystem-13901250.html\" title=\"Blackberry Priv: Blackberry zieht die Notbremse\" class=\"defaultLink arrowLink  \">Blackberry Priv: Blackberry zieht die Notbremse<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Hort man Musik im Streaming-Verfahren direkt uber die Mobilfunkverbindung, sollte man beim Einsatz von Spotify oder Apple Music mit einem Megabyte je Minute rechnen. Internettelefonate, zum Beispiel mit Skype oder Apples Facetime, schlagen ebenfalls auf das Datenvolumen durch, abermals mit rund einem Megabyte je Minute- tendenziell weniger, wenn nur gesprochen wird, und mehr, wenn die Kamera dazukommt. Whatsapp und andere Messenger sind von Hause aus bescheiden. Kurze Nachrichten kosten nur wenige Kilobyte, es sei denn, dass man Fotos oder Videos mitsendet. Weitere Fallstricke fur Fotos und Videos suche man in den eingebauten Cloud-Diensten des Smartphones und den nachtr\u00e4glich installierten. Fast alle Apps wie Dropbox oder Onedrive von Microsoft wollen den Benutzer zum automatischen Foto-Upload verleiten.<\/p>\n<p>Ist ungeachtet aller Knausrigkeit das gebuchte Datenvolumen verbraucht, setzte fruher unerbittlich die Drossel ein. Nach dem uberschreiten des Limits wird das Tempo so weit reduziert, dass man sein Smartphone kaum sinnvoll nutzen kann. Die unbeliebte Drossel gibt es noch immer. Aber mit der Nachlieferung weiterer Datenh\u00e4ppchen beginnt die Surf-Bremse deutlich sp\u00e4ter. Das hort sich zun\u00e4chst kundenfreundlich an. Indes geht es den Mobilfunkern naturlich darum, mehr Umsatz zu generieren, obwohl in den Flatrate-Tarifen eigentlich alle Leistungen enthalten sein sollten.<\/p>\n<h2>Fortw\u00e4hrend das Smartphone uberwachen<\/h2>\n<p>E-Plus und Base hatten im vergangenen Jahr eine eigenm\u00e4chtige Vertrags\u00e4nderung dahingehend formuliert, dass sich der Kunde nicht gegen weitere Datenkontingente entscheiden konnte und sogar automatisch nach mehreren Zubuchungen in den n\u00e4chsthoheren Tarif eingestuft wurde. Wer hochstens so viel bezahlen wollte, wie ursprunglich im Vertrag vorgesehen war, musste fortw\u00e4hrend sein Smartphone uberwachen und darauf achten, nur das erworbene Volumen auszuschopfen. Anschlie\u00dfend waren auf dem Smartphone alle Datenverbindungen bis zum Ende des Abrechnungszeitraums zu kappen. Anders h\u00e4tte man den Vertrag nicht einhalten konnen.<\/p>\n<p>Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ging gegen diese Datenautomatik vor- sie hatte keinen juristischen Bestand, uber die Kundenbetreuung kann man sie jetzt dauerhaft deaktivieren lassen. \u00e4hnlich verf\u00e4hrt O2.<\/p>\n<h2>Permanent abschalten lassen<\/h2>\n<p>In den Vodafone-Red-Tarifen wird derzeit ein Datenvolumen automatisch nachgebucht, wenn 90 Prozent des Inklusivvolumens verbraucht sind. Der Kunde kann die Nachbuchung des 250-Megabyte-Pakets fur 3 Euro verhindern, wenn er auf die zugesandte Info-SMS antwortet. Reagiert er nicht, erfolgen bis zu drei Bestellungen im Abrechnungszeitraum. Um den moglichen Extra-Kosten dauerhaft aus dem Weg zu gehen, kann man versuchen, uber die Kundenbetreuung die Funktion permanent abschalten zu lassen. Offiziell wird dieser Weg indes nicht angeboten.<\/p>\n<p>Bedenklich erscheint, dass sich der Verbraucher in diesen F\u00e4llen nicht bewusst fur eine Automatik entscheiden kann, sondern gegebenenfalls mit Zusatzkosten belastet wird, ohne dass die zugehorigen Vorg\u00e4nge von ihm veranlasst wurden. Der Datenverbrauch in den Mobilfunknetzen l\u00e4sst sich vom Laien kaum absch\u00e4tzen und nur schlecht berechnen. Juristen sprechen von einer \u201euberraschenden Klausel\u201c in entsprechenden Vertr\u00e4gen. Der Verbraucher werde unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig benachteiligt, weil er bei Abschluss des Vertrags nicht absehen konne, welche Kosten ihn erwarten und wie er die Kosten kontrollieren konne. Dass er dem Nachladen aktiv widersprechen muss (Opt out), kann man als Kostenfalle verstehen.<\/p>\n<p>Sinnvoll fur den Vielnutzer ist also nur eine Datenautomatik, die vom Kunden bewusst als \u201eOpt in\u201c gew\u00e4hlt wird. So verf\u00e4hrt beispielsweise die Telekom, wo man nach dem Erreichen des Datenlimits selbst t\u00e4tig werden muss, um mit einer \u201eSpeed on\u201c genannten Option weiterhin schnell surfen zu konnen. Das Verfahren ist transparent: Nach Verbrauch des Volumens erh\u00e4lt man eine SMS mit dem Hinweis, dass die Geschwindigkeit gedrosselt wurde. In der Kurznachricht befindet sich ein Link, dessen zugehorige Seite unentgeltlich aufrufbar ist. Hier l\u00e4sst sich dann das Datenvolumen kontrollieren und neues nachkaufen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/boese-falle-mobilfunk-wie-in-der-koelsch-kneipe-13951459.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/boese-falle-mobilfunk-wie-in-der-koelsch-kneipe-13951459.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ist das Datenvolumen weg, wird es automatisch wieder nachgebucht. 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