{"id":38964,"date":"2015-11-11T12:54:47","date_gmt":"2015-11-11T12:54:47","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=38964"},"modified":"2015-11-11T12:54:47","modified_gmt":"2015-11-11T12:54:47","slug":"indien-will-leihmutter-geschafte-beenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=38964","title":{"rendered":"Indien will Leihmutter-Gesch\u00e4fte beenden"},"content":{"rendered":"<p><strong class=\"article_teaser\">Seit der Ank\u00fcndigung herrscht weltweite Verunsicherung unter kinderlosen Eltern.<\/strong><\/p>\n<div class=\"article_body\">\n<p>Pl\u00e4ne der indischen Regierung, das Gesch\u00e4ft mit Leihmutterschaften zu unterbinden, haben kinderlose Paare in aller Welt in Aufregung versetzt. Die milliardenschwere Branche war in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert: Unfruchtbare Paare von allen Kontinenten str\u00f6mten in die rund 350 Fruchtbarkeitskliniken des Landes, f\u00fcr die 25.000 junge Inderinnen Kinder austragen.<\/p>\n<p>Nun will die Regierung den Wildwuchs begrenzen und ausl\u00e4ndische Paare per Gesetz aus den Kliniken verbannen. Seither kommt sie nicht mehr zur Ruhe.<br \/>\n<strong><br \/>\nKritik an &#8222;gemieteten B\u00e4uchen&#8220;<\/strong><br \/>\nBisher lockte das s\u00fcdasiatische Land kinderlose Paare mit niedrigen Kosten, erfahrenen \u00c4rzten und relativ wenig B\u00fcrokratie. Doch mit dem wilden Wachstum der Branche wuchs auch die Kritik an der Ausbeutung meist mittelloser Frauen als &#8222;gemietete B\u00e4uche&#8220;. Ende Oktober k\u00fcndigte die Regierung ein Gesetz zum Verbot kommerzieller Leihm\u00fctter an, gleichzeitig wies sie die Fruchtbarkeitskliniken an, keine Ausl\u00e4nder mehr als Kunden zuzulassen.<\/p>\n<p><strong>Strenge Regulierung statt Verbot<br \/>\n<\/strong>Dies sorgte f\u00fcr einen Aufschrei bei Fertilit\u00e4tsmedizinern, und auch Leihm\u00fctter demonstrierten gegen die Entscheidung. Sie fordern stattdessen eine strengere Regulierung der Branche. &#8222;Warum sollten Ausl\u00e4nder diskriminiert werden? Wir sind doch alle Menschen&#8220;, sagt Nayana Patel, Direktorin der Akanksha-Klinik im westindischen Unionsstaat Gujarat. &#8222;Ich mache dies seit elf Jahren, es ist ein sch\u00f6nes Arrangement. Ein Verbot ist keine L\u00f6sung.&#8220;<br \/>\n<strong><br \/>\nIrisches Paar gibt nicht auf<\/strong><br \/>\nEin irisches Paar will sich von der Anordnung nicht abschrecken lassen. Die Frau kann keine Kinder bekommen und darf wegen eines angeboren Herzfehlers auch keine adoptieren, eine indische Leihmutter war ihre letzte Hoffnung. &#8222;Dies ist unsere einzige M\u00f6glichkeit&#8220;, sagt die 35-J\u00e4hrige in einer Klinik in Neu-Delhi.<\/p>\n<p>Sie und ihr Mann hatten schon vor der Anordnung der Regierung einen Termin bei der Klinik und glauben, damit auch vor Gericht durchzukommen. &#8222;99 Prozent der Kinder, die auf diese Weise zur Welt kommen, werden in liebevoller Umgebung aufwachsen, weil ihre Eltern solche Anstrengungen auf sich nahmen&#8220;, sagt der Mann. &#8222;Es w\u00e4re Wahnsinn, dies zu verbieten.&#8220;<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnstige Preise<\/strong><br \/>\nIndien ist seit der Legalisierung der Praxis eine der f\u00fchrenden Nationen f\u00fcr Leihm\u00fctter. J\u00e4hrlich werden bis zu 2,1 Milliarden Euro umgesetzt. Auch Russland, die Ukraine und einige US-Staaten erlauben kommerzielle Leihm\u00fctter. Doch die Kosten in Indien erreichen mit durchschnittlich rund 23.000 Euro nur einen Bruchteil des US-Preises.<\/p>\n<p><strong>In Thailand bereits verboten<\/strong><br \/>\nIn Thailand ist die kommerzielle Leihmutterschaft nach einer Reihe von Skandalen f\u00fcr Ausl\u00e4nder seit diesem Jahr verboten. In Nepal schob das oberste Gericht im August ebenfalls einen Riegel vor und versetzte Dutzende werdende Eltern in Aufregung, bevor die Regierung einschritt und Visa ausstellte, mit denen sie ihre Babys abholen konnten.<\/p>\n<p><strong>Vorschriften schrittweise versch\u00e4rft<\/strong><br \/>\nIn Indien wurden die Vorschriften st\u00e4ndig versch\u00e4rft, seit 2012 sind beispielsweise schwule Paare und Singles ausgeschlossen. Eigentlich sehen die Regeln vor, dass die Paare mit den indischen Leihm\u00fcttern selbst einen Vertrag abschlie\u00dfen. Doch hat sich immer wieder gezeigt, dass viele Leihm\u00fctter keine Kopie erhalten oder den Inhalt nicht verstehen, weil sie nicht lesen k\u00f6nnen. Viele sind zudem nicht vorbereitet auf den bei Leihmutter-Geburten \u00fcblichen Kaiserschnitt. Viele bekommen nicht den vereinbarten Lohn und haben im Notfall keine Krankenversicherung, wie die Frauenrechtsorganisation Centre for Social Research in Neu-Delhi berichtet.<\/p>\n<p><strong>Verbot sei falscher Weg<\/strong><br \/>\nDoch nach Ansicht der Forschungsleiterin des Zentrums, Manasi Mishra, ist ein Verbot der falsche Weg, um diesen Missst\u00e4nden entgegenzutreten: &#8222;Die Branche wird in den Untergrund gehen, und das wird die Verhandlungsmacht der Leihm\u00fctter weiter schw\u00e4chen&#8220;, warnt sie.<\/p>\n<p>Manu Kami hatte gute Gr\u00fcnde, das Kind einer anderen Frau auszutragen: Der Lohn ihres Mannes als Koch reicht mit umgerechnet rund 95 Euro monatlich kaum f\u00fcr die Ern\u00e4hrung ihrer beiden eigenen Kinder. Von den knapp 4.200 Euro, die sie f\u00fcr das Austragen eines Kindes f\u00fcr ein US-Paar erhielt, bezahlte Kami die Schulgeb\u00fchren und ein neues Haus. Die 28-J\u00e4hrige strahlt: &#8222;Es hat ein Schlafzimmer sowie K\u00fcche und Bad&#8220;, erz\u00e4hlt sie stolz.<\/p>\n<\/div>\n<p>Quelle: http:\/\/www.oe24.at\/welt\/Indien-will-Leihmutter-Geschaefte-beenden\/211596196<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit der Ank\u00fcndigung herrscht weltweite Verunsicherung unter kinderlosen Eltern. Pl\u00e4ne der indischen Regierung, das Gesch\u00e4ft mit Leihmutterschaften zu unterbinden, haben kinderlose Paare in aller Welt in Aufregung versetzt. Die milliardenschwere Branche war in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert: Unfruchtbare Paare von allen Kontinenten str\u00f6mten in die rund 350 Fruchtbarkeitskliniken des Landes, f\u00fcr die 25.000 junge Inderinnen Kinder austragen. 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