{"id":38473,"date":"2015-10-05T10:41:21","date_gmt":"2015-10-05T10:41:21","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=38473"},"modified":"2015-10-05T10:41:21","modified_gmt":"2015-10-05T10:41:21","slug":"emotionen-sind-doch-keine-kleinen-individualisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=38473","title":{"rendered":"Emotionen sind doch keine kleinen Individualisten"},"content":{"rendered":"<p>In dem Animationsfilm \u201eAlles steht Kopf\u201c spielen Emotionen die Hauptrolle.Darin ist eine nicht mehr ganz aktuelle psychologische Theorie eingeflossen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Schaltzentrale in Rileys Kopf erinnert ein bisschen an die Kommandobrucke des Raumschiffs Enterprise: Vor buntem Hintergrund stehen die als kleine Elfen und Kobolde personifizieren Emotionen Ekel, Angst, \u00e4rger, Trauer und Freude an einem Master-Schaltpult, wie man es von der Enterprise kennt. Als die eigentlichen Helden im eben angelaufenen Pixar-Film \u201eAlles steht Kopf\u201c steuern sie von dort das Verhalten der kleinen <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"7ec00b0afe136ecd790fca9b36771a8a514dda19\" href=\"\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/riley\">Riley<\/a> durch die Untiefen der Kindheit, wie einst Captain Kirk und die Seinen die Enterprise durch die Galaxis. Als die Elfj\u00e4hrige vom Land in die wenig anheimelnde Gro\u00dfstadt umzieht, droht das eingespielte Team die Kontrolle zu verlieren. In ihrem metaphorischen Innenleben entspinnt sich ein emotionales Abenteuer.<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/emotionen-sind-doch-keine-kleinen-individualisten-13836878\/sie-fuehren-sich-auf-wie-chefs-13836881.html\"            title=\"36536612\"><img data-src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/wissen\/4242765536\/1.3836881\/article_teaser_marginal\/sie-fuehren-sich-auf-wie-chefs.jpg' title='Sie f\u00fchren sich auf wie Chefs: Angst, \u00c4rger, Ekel ....' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='36536612' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Sie f\u00fchren sich auf wie Chefs: Angst, \u00c4rger, Ekel ....\">Sie f\u00fchren sich auf wie Chefs: Angst, \u00c4rger, Ekel &#8230;.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Emotionen galten schon immer als etwas zutiefst Menschliches, das sowohl unser subjektives Erleben, als auch das soziale Miteinander pr\u00e4gt. Gleichzeitig sind sie fluchtig und schwer zu fassen, insbesondere im Kontext eines kontrollierten Laborexperiments. Empirisch arbeitende Psychologen hielten sich deshalb lange von der Emotion als Untersuchungsgegenstand fern und widmeten sich lieber der vermeintlich besser beschreibbaren Mechanik von Reiz und Verhaltensreaktion. Aus Sicht des lange dominierenden Behaviorismus waren Emotionen bestenfalls Teil der als nicht direkt erforschbar angesehen Black Box des Verstandes. \u201eErst ab den Siebzigern wurden Emotionen langsam zu einem ernstzunehmenden Forschungsthema, das heute einen wichtige Platz in der Psychologie einnimmt\u201c, sagt Ulrich Mees von der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"045998c90ae97cf92a87ed611781d0b91fb74e03\" href=\"\/aktuell\/wissen\/thema\/universitaet-oldenburg\">Universit\u00e4t Oldenburg<\/a>.<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/emotionen-sind-doch-keine-kleinen-individualisten-13836878\/freude-und-kummer-13836882.html\"            title=\"36536614\"><img data-src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/wissen\/2797585586\/1.3836882\/article_teaser_marginal\/freude-und-kummer.jpg' title='... Freude und Kummer' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='36536614' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"... Freude und Kummer\">&#8230; Freude und Kummer<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal galt es zu definieren, was genau man denn da untersuchen wollte. Keine banale Aufgabe, wie Klaus Scherer von der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"677c5a86aadcd041fb805a514192bb4e1c04d136\" href=\"\/aktuell\/wissen\/thema\/universitaet-genf\">Universit\u00e4t Genf<\/a> und Grunder des Swiss Center for Affective Sciences am Beispiel eines Mannes zeigt, der einem auf einem Spaziergang plotzlich mit einem bluttriefenden Messer in der Hand aus dem Gebusch entgegentritt. \u201eMit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit empf\u00e4nden Sie dann, was man gemeinhin eine Emotion nennt. Aber was genau macht genau diese Emotion aus? Der beschleunigte Herzschlag? Der offene Mund und die aufgerissenen Augen? Der stockende Atem? Der plotzliche Drang wegzulaufen? Oder ist es das Gefuhl, dass Sie sich in Gefahr befinden \u2013 etwas, das Sie vermutlich als Angst bezeichnen wurden?\u201c<\/p>\n<h2>Emotionen und Stimmungen<\/h2>\n<p>Tats\u00e4chlich definieren die meisten modernen Emotionstheorien den Begriff als eine zeitlich koordinierte Kombination von kognitiver Bewertung, physiologischer Erregung, motorischem Ausdruck, einer Handlungstendenz und einem subjektiv wahrgenommenen Gefuhl als Reaktion auf ein als bedeutend wahrgenommenes Ereignis. Die Bindung an einen Ausloser und die zeitliche Begrenzung unterscheiden Emotionen auch von den eher l\u00e4ngerfristigen und unbestimmten Stimmungen. Dabei beeinflussen sich Emotionen und Stimmungen durchaus gegenseitig: Eine depressive Grundstimmung d\u00e4mpft positive und verst\u00e4rkt negative Emotionen, umgekehrt kann sich ein freudiges Erlebnis am Morgen auf die Stimmung des ganzen Tages auswirken.<\/p>\n<p>Aus all diesen Komponenten lassen sich eine schier endlose Vielfalt von Emotionstypen und Subtypen zusammenstellen, die sich meist grob auf zwei Hauptachsen zwischen den Polen angenehm und unangenehm, sowie aktiv und passiv anordnen lassen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch im Reichtum der Begriffe wider, welche fast alle Sprachen fur verschiedene Emotionen kennen \u2013 im Deutschen sind es mehrere Hundert. Das widerspreche der popul\u00e4ren Vorstellung von klar abgrenzbaren Emotionsprototypen, die sich auch in \u201eAlles steht Kopf\u201c widerspiegelt, findet Scherer.<\/p>\n<h2>Die Theorie der Basisemotionen<\/h2>\n<p>Weniger Probleme hat damit sein amerikanischen Kollege Paul Ekman, wissenschaftlicher Berater fur den Film und Begrunder der lange Zeit dominierenden Theorie der Basisemotionen. Ende der sechziger Jahre besuchte Ekman auf Papua-Neuguinea Eingeborene, die damals noch ohne jeden Kontakt zum Rest der Welt lebten. Mit Hilfe eines ubersetzers bat er sie, sich bestimmte emotionale Szenen wie den Tod eines Kindes oder das Wiedersehen mit einem Freund vorzustellen und ihm den dazu passenden Gesichtsausdruck zu demonstrieren. Die \u00e4hnelten weitegehend dem, was Ekman von den Menschen zuhause in Amerika kannte. Er schloss daraus, es gebe eine uberschaubare Zahl abgrenzbarer Basisemotionen, die ebenso wie ihr mimischer Ausdruck universell verbreitet seien. \u00e4hnliches hatte bereits 1872 <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"7bacbcc18f185f29466a4af4a71cf1f359263787\" href=\"\/aktuell\/wissen\/thema\/charles-darwin\">Charles Darwin<\/a> in seinem Buch \u201eVom Ausdruck der Gemutsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren\u201c vermutet und als Beleg fur seine Abstammungslehre gedeutet.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/emotionen-sind-doch-keine-kleinen-individualisten-13836878.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/emotionen-sind-doch-keine-kleinen-individualisten-13836878.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Animationsfilm \u201eAlles steht Kopf\u201c spielen Emotionen die Hauptrolle.Darin ist eine nicht mehr ganz aktuelle psychologische Theorie eingeflossen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[532,429],"tags":[],"class_list":["post-38473","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mensch-gene","category-wissen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38473","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38473"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38473\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38473"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38473"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38473"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}