{"id":37383,"date":"2015-08-06T15:01:18","date_gmt":"2015-08-06T15:01:18","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=37383"},"modified":"2015-08-06T15:01:18","modified_gmt":"2015-08-06T15:01:18","slug":"android-apps-geben-heimlich-nutzerdaten-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=37383","title":{"rendered":"Android-Apps geben heimlich Nutzerdaten weiter"},"content":{"rendered":"<p>Smartphone-Apps kontaktieren heimlich Werbenetzwerke und geben Nutzerdaten weiter. Ein einziges Programm steuert allein 2000 fremde Server an. Das Gef\u00e4hrliche f\u00fcr Nutzer: Schn\u00fcffeln ist keine Ausnahme &#8211; sondern die Regel.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ein Albtraum jedes Smartphone-Nutzers: W\u00e4hrend der arglose Besitzer sein Handy beiseitegelegt hat, baut es heimlich, still und leise Datenverbindungen im Hintergrund zu Dritten auf. Das Smartphone ist fur die meisten Menschen der wichtigste Datenspeicher. Auf ihm befinden sich E-Mails, Adressen, Telefonnummern, es enth\u00e4lt s\u00e4mtliche Kommunikation mit <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"47e0b3e1a25a8c8ea5d799a0bc2d6e74a811615d\" href=\"\/aktuell\/technik-motor\/thema\/facebook\">Facebook<\/a> und Whatsapp, den Kalender, die Fotos und eine Historie der Standorte. Schon mit der Verknupfung weniger Informationen lassen sich detaillierte Profile seines Besitzers erstellen.<\/p>\n<p>Der Daten-Albtraum ist fur Nutzer eines Google-Ger\u00e4ts bereits eingetreten. Franzosische Sicherheitsforscher des Unternehmens Eurecom haben 2000 Gratis-Apps fur Android-Smartphones aus 25 verschiedenen Kategorien im <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"4b0b69046058270634f237b07746c318f3b60513\" href=\"\/aktuell\/technik-motor\/thema\/google-play\">Google Play<\/a> Store geladen und auf einem Samsung-Smartphone ausgefuhrt. Der Netzwerkverkehr der Apps nach au\u00dfen wurde abgefangen und analysiert. Demnach steuerten die Programme heimlich insgesamt 250 000 verschiedene Webadressen an und gaben Daten weiter.<\/p>\n<h2>Spionageapp mit exzellenter Bewertung<\/h2>\n<p>Der Spitzenreiter ist Music Volume EQ, eine Equalizer-App zur akustischen Klangeinstellung, die sich im Hintergrund mit 2000 verschiedenen Servern verbindet. Die App ist bis heute im Google Play-Store mit einer exzellenten Nutzerwertung (4,2 von 5 Sternen) ladbar. Hinweise auf ihre Spionaget\u00e4tigkeit gibt es nicht, auch nicht vom Shop-Betreiber Google. Das wundert kaum, denn, wie Eurecom weiter ermittelte, werden die am h\u00e4ufigsten kontaktierten Adressen unter anderem auch von Google betrieben. Es sind Werbenetzwerke und Analysedienste.<\/p>\n<p><meta charset=\"utf-8\"><\/p>\n<style>#dertagbox #telephon {width: 20%-max-width: 90px-min-width: 60px-float: right-margin-left: 40px-margin-right: 40px-}@media (max-width: 400px) {#dertagbox #telephon {width: 80px-float: right-margin-left: 20px-margin-right: 0px-}}#dertagbox {width:100%-max-width:570px-padding: 20px-border: 1px solid #CCC-background-color:#fff-}#dertagbox p{margin: 0 0 20px 0-font-size: 16px-max-width:580px-}#dertagbox #buttonlink{background-color: #C60000-margin: 0px 0px 20px 0px-padding: 5px 10px 5px 10px-float: left-}#dertagbox #buttonlink a{color: #fff-text-decoration: none !important-font: 700 12px Verdana,sans-serif-}#dertagbox #buttonlink:hover {background-color: #890000-text-decoration: none !important-}#dertagbox .clearfix:after {clear: both-content: \".\"-display: block-height: 0-line-height: 0-visibility: hidden-}@media (max-width: 680px) {#dertagbox {width:92%-padding: 4%-border: 1px solid #CCC-background-color:#fff-}}<\/style>\n<p>Die App-Entwickler sammeln also Nutzerdaten nicht fur sich selbst, sondern fur Unternehmen, die mit moglichst vielen Daten passgenaue Anzeigen auf den Mobilger\u00e4ten plazieren wollen. Der Trick ist abermals die Verknupfung von Informationen: Eine App meldet den Standort, die n\u00e4chste Ger\u00e4teinformationen und eine weitere die E-Mail-Adresse. Mit der Werbe-ID von Google werden die drei Informationsh\u00e4ppchen auf den jeweiligen Nutzer zuruckgefuhrt.<\/p>\n<h2>Setzt man die Werbe-ID zuruck, kommt sofort eine neue<\/h2>\n<p>Seit 2014 fordert Google von allen neu veroffentlichten Apps die Nutzung der Werbe-ID. Sie ist offiziell als Tracking-Tool fur Websites gedacht, um zielgerichtete Reklame zu pr\u00e4sentieren. Man kann seine Werbe-ID zurucksetzen (in der App \u201eGoogle Einstellungen\u201c unter \u201eAnzeigen\u201c) und das Einblenden interessenbezogener Anzeigen deaktivieren. Aber das ist nur Kosmetik: Setzt man die Werbe-ID zuruck, wird sofort eine neue generiert, und durch die an die einzelnen Informationsh\u00e4ppchen angeh\u00e4ngten Kennnummern kann der Trackingdienst die Verknupfungen abermals vornehmen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Google immer wieder beteuert, dass die Werbe-IDs \u201eanonym\u201c seien, sind Dienstleister wie Crosswise, Tapad und Drawbridge l\u00e4ngst dazu ubergangen, einzelne Nutzer vollst\u00e4ndig zu identifizieren, mittlerweile sogar uber mehrere Ger\u00e4te hinweg. Weil ein Gro\u00dfteil der Suchanfragen auf mobilen Ger\u00e4ten l\u00e4uft, aber der Kauf eines Produkts uberwiegend am Computer get\u00e4tigt wird, will man die entsprechenden Verknupfungen sehen &#8211; und damit sind die Sp\u00e4hprofis erfolgreich.<\/p>\n<h2>Schnuffeln sei bei Android die Regel<\/h2>\n<p>Im April hatte auch die Fachzeitschrift \u201ec\u2019t\u201c die Programmcodes der 50 beliebtesten Kostenlos-Apps in Deutschland untersucht. Mit zwei Ausnahmen senden alle im Hintergrund an Werbenetzwerke, und wie Eurecom staunte auch die Redaktion in Hannover, dass unterschiedliche Trackingdienste gleichzeitig bedient werden. Die App-Programmierer erhalten umso hohere Einnahmen, je mehr Daten sie uber ihre Nutzer verraten, schreibt die \u201ec\u2019t\u201c. Und deshalb fordern Apps mehr Zugriffsrechte an, als sie fur ihr einwandfreies Funktionieren benotigen. Die wichtigsten Datensammler seien neben Google mit Analytics und Admob die Firmen Flurry und Mopub. Schnuffeln sei bei Android die Regel, es werde alles mitgenommen, was man abgreifen konne, Google unterstutze das System.<\/p>\n<p>Nun hat Google auf seiner Entwicklerkonferenz fur die n\u00e4chste Android-Version mit dem Code-Namen \u201eM\u201c in Aussicht gestellt, dass das Berechtigungssystem fur Apps erneuert werde. Apps konnen bislang auf den Standort oder Fotos nur dann zugreifen, wenn man ihnen bei der Installation die Erlaubnis gibt. Ohne die Einr\u00e4umung der Rechte l\u00e4sst sich das Programm nicht installieren. Sind die Rechte einmal gew\u00e4hrt, konnen Apps ohne Kontrolle jederzeit auf private Daten zugreifen.<\/p>\n<p>Google kopiert kunftig das Rechtesystem von Apple und r\u00e4umt dem Nutzer die Moglichkeit ein, fur acht Berechtigungsarten den Zugriff zu gew\u00e4hren &#8211; und wieder zu entziehen: fur den Standort, die Kamera, das Mikrofon, die Kontakte, die Telefonie-Funktion, die SMS und die Sensoren des Ger\u00e4ts. An der Weitergabe von Werbedaten wird das nicht viel \u00e4ndern. Denn der Zugriff auf Netzwerkverbindungen und das Internet l\u00e4sst sich fur neugierige Apps auch kunftig nicht kappen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/android-apps-geben-heimlich-nutzerdaten-weiter-13731586.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/android-apps-geben-heimlich-nutzerdaten-weiter-13731586.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Smartphone-Apps kontaktieren heimlich Werbenetzwerke und geben Nutzerdaten weiter. Ein einziges Programm steuert allein 2000 fremde Server an. 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