{"id":37315,"date":"2015-08-13T11:36:03","date_gmt":"2015-08-13T11:36:03","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=37315"},"modified":"2015-08-13T11:36:03","modified_gmt":"2015-08-13T11:36:03","slug":"oecd-fordert-scharfere-steuerprufung-fur-superreiche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=37315","title":{"rendered":"OECD fordert sch\u00e4rfere Steuerpr\u00fcfung f\u00fcr Superreiche"},"content":{"rendered":"<p>Nur ein Drittel aller L\u00e4nder habe spezielle Abteilungen, um zu pr\u00fcfen, ob Million\u00e4re und Milliard\u00e4re angemessen ihre Steuern zahlen. Die OECD sieht hier Nachholbedarf.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die meisten Staaten der Welt sollten sch\u00e4rfer prufen, ob die Reichen und Superreichen ausreichend Steuern zahlen. Zu dieser Empfehlung kommt die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"445391dae5b45a14262263bc21af8bf893117e5b\" href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/oecd\">Organisation fur wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung<\/a> (OECD) in ihrer neuen Studie \u201eTax Administration 2015\u201c. Die in Paris ans\u00e4ssige Organisation hat darin die Steuerverwaltungen von 56 L\u00e4ndern der Erde auf ihre Effizienz und Struktur hin verglichen. Als ein Manko empfindet sie, dass es in vielen L\u00e4ndern keine speziellen Abteilungen in den Steuerbehorden gibt, die vorrangig auf sehr reiche Burger ein Auge werfen, deren Steuerangelegenheiten oft sehr komplex seien.<\/p>\n<p>Nur ein Drittel der untersuchten Staaten habe Steuer-Sondereinheiten fur \u201eHigh Net Worth Individuals\u201c (HNWI), wie die Superreichen im Technokraten-Jargon genannt werden, moniert die OECD. \u201eW\u00e4hrend es einige Anzeichen fur eine erhohte Aufmerksamkeit fur dieses Segment gibt, sind doch nur relativ wenige spezielle Einheiten zur uberwachung der Steuerangelegenheiten der HNWI gegrundet worden\u201c, kritisieren die Experten. Dies sei \u201eerstaunlich\u201c angesichts des \u201esehr signifikanten Wachstums\u201c der gesch\u00e4tzten Zahlen und des Reichtums diese Steuerzahler.<\/p>\n<h2>OECD pl\u00e4diert fur Spezialisten-Teams in den Finanz\u00e4mtern<\/h2>\n<p>Schon vor gut funf Jahren hat die OECD zur Schaffung spezieller Teams in den Finanz\u00e4mtern fur die Superreichen aufgerufen. Nennenswerte Sondereinheiten haben nach ihren Angaben inzwischen Australien, die Vereinigten Staaten und Gro\u00dfbritannien, aber auch Griechenland und Indonesien. In Griechenland habe ein Steuersonderteam von 125 Mitarbeitern 2013 bei 454 \u201ekomplizierten Aktionen\u201c rund 73 Millionen Euro eingetrieben. In Australien kamen 300 Steuerbeamte auf rund 1,1 Milliarden Dollar von Superreichen, in Gro\u00dfbritannien trieben 375 Steuerbeamte in einer Sondereinheit 222 Millionen Pfund ein.<\/p>\n<p>Die Zahl der Superreichen steigt in fast allen L\u00e4ndern der entwickelten Welt sowie in den Schwellenl\u00e4ndern deutlich. Die OECD verweist auf die aktuelle Studie \u201eWorld Wealth Report\u201c der Beratungsfirma Capgemini und von RBC Wealth Management. Laut dieser Studie stieg die Zahl der Reichen, die ein Investitionsvermogen von mehr als einer Million Dollar ihr eigen nennen, im Jahr 2013 um 15 Prozent oder 2 Millionen Personen auf der ganzen Welt. Ihr Vermogen stieg um fast 14 Prozent auf rund 53 Billionen Dollar. Dieses Vermogen entspricht fast der Wirtschaftsleistung der gesamten Welt in einem ganzen Jahr.<\/p>\n<p>Am meisten Million\u00e4re leben in Amerika, Europa und Asien. In den Vereinigten Staaten gab es laut der Gapgemini-Studie im Jahr 2013 mehr als 4 Millionen Personen mit einem Millionen-Vermogen, in Japan gab es 2,3 Millionen, in Deutschland 1,1 Millionen,  in China 760.000, in Gro\u00dfbritannien 530.000, in Frankreich 470.000, in der Schweiz 330.000 und in Kanada 320.000 Million\u00e4re. In Australien, Italien, Sudkorea, den Niederlanden, Brasilien, Spanien, Russland, Indien und Saudi-Arabien gibt es jeweils zwischen 200.000 und 150.000 Personen, die mindestens eine Millionen Dollar frei verfugbar fur Investitionen haben.<\/p>\n<p>Innerhalb von funf Jahren sei das Vermogen der Reichen und Superreichen der Welt um 20 Billionen gestiegen, hei\u00dft es im  Weltvermogensbericht. Bis 2016 konnte das Vermogen der Reichen auf 64 Billionen Dollar steigen. Unter ihnen gebe es zudem 128.000 Ultra-Reiche mit mehr als 30 Millionen Dollar Investitionsvermogen. Auf diese kleine Gruppe der Superreichen entfalle ein Drittel der 53 Billionen Dollar. Angesichts der Summen an potentieller Steuereinnahmen und der Komplexit\u00e4t solcher Steuerf\u00e4lle empfiehlt die OECD die Einrichtung spezieller Einheiten in den Finanz\u00e4mtern, um Steuerhinterziehung \u201ezu erkennen und davon abzuschrecken\u201c.<\/p>\n<p>Insgesamt bescheinigt die OECD den untersuchten Staaten Fortschritte bei der Steuererhebung. Viele L\u00e4nder h\u00e4tten ihre Steuerbehorden umorganisiert und effizienter gemacht, etwa durch Investitionen in digitale Dienste, eine bessere Vernetzung und eine wirksamere Steuereintreibung. Auch das Management von sehr gro\u00dfen gewerblichen Steuerpflichtigen sei besser geworden. Zur Bearbeitung der Steuererkl\u00e4rungen gro\u00dfer Konzerne h\u00e4tten nun 85 Prozent der Staaten eigene Einheiten in ihren Steuer\u00e4mtern geschaffen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/oecd-fordert-schaerfere-steuerpruefung-fuer-superreiche-13748624.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/oecd-fordert-schaerfere-steuerpruefung-fuer-superreiche-13748624.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur ein Drittel aller L\u00e4nder habe spezielle Abteilungen, um zu pr\u00fcfen, ob Million\u00e4re und Milliard\u00e4re angemessen ihre Steuern zahlen. 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