{"id":36552,"date":"2015-06-27T12:46:48","date_gmt":"2015-06-27T12:46:48","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=36552"},"modified":"2015-06-27T12:46:48","modified_gmt":"2015-06-27T12:46:48","slug":"ein-deutsches-start-up-will-das-wohnen-digitalisieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=36552","title":{"rendered":"Ein deutsches Start-up will das Wohnen digitalisieren"},"content":{"rendered":"<p>Das Haus der Zukunft ist Gegenwart. Zumindest beim Berliner Start-up Yetu. Dort will man das Wohnen digitalisieren und unter ein Technik-Dach bringen. Ob das klappt?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Kleinteilig, inkompatibel, kompliziert, wenig plausibel &#8211; das sind ungef\u00e4hr die Attribute, mit denen die \u00f6ffentliche Meinung immer noch das Thema Smart Home konnotiert. Dabei ist sich alle Welt einig: Das vernetzte Haus kommt, eigentlich ist es in Form vieler Technik-Inseln l\u00e4ngst da. Wir lassen Musik streamen, schauen Netflix, programmieren den Festplattenrekorder von unterwegs und stellen auch schon mal das Heizungsventil aus der Ferne.<\/p>\n<p>Notwendig ist die Heimvernetzung ohnehin, wenn wir nur an das Informationsmanagement denken, das der Umstieg auf regenerative Energien verlangt. Bislang aber brauchen wir daf\u00fcr noch allerlei Boxen und Adapter, Apps und die Ambitionen von Technik-Nerds.<\/p>\n<p>Was also fehlt? Ein Super-Standard vom Kaliber der Mobilfunk-Normen, die den Boom der Mobiltelefone erst m\u00f6glich machten? Oder die Marktmacht kalifornischer IT-Matadore wie Apple und Google? Apples Homekit etwa hat das Zeug, die Smart-Home-Idee voranzubringen. Aber es ist und bleibt ein geschlossenes System. Und Google hat sich mit dem Kauf von Nest zun\u00e4chst auf die Vermarktung eigener Ger\u00e4te festgelegt. Auf den gro\u00dfen Smart-Home-Wurf, so scheint es, m\u00fcssen wir also noch warten.<\/p>\n<h2>Alles aus einer Box<\/h2>\n<p>Den hat sich nun ausgerechnet ein Start-up vorgenommen, das in Berlin statt im Silicon Valley sitzt, auf den Namen Yetu h\u00f6rt und immerhin schon 40 Designer, Ingenieure und Programmierer an seiner Vision stricken l\u00e4sst. Der Teamchef ist kein Unbekannter: Christopher Schl\u00e4ffer geh\u00f6rte bis zum Jahr 2010 dem Management der Telekom an und verantwortete dort den Bereich Produkte und Innovationen.<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/netzwirtschaft\/sicherheit-im-internet-ist-vielen-nutzern-laut-studie-egal-13663544.html\" title=\"Eine Studie offenbart, wie sorglos die Deutschen mit IT-Sicherheit umgehen\" class=\"arrowLink mmoLink \">Eine Studie offenbart, wie sorglos die Deutschen mit IT-Sicherheit umgehen<\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/stil\/drinnen-draussen\/internationale-unterschiede-in-den-wohnraeumen-13645785.html\" title=\"Internationale Wohnvorlieben: Unter fremden D\u00e4chern\" class=\"arrowLink mmoLink \">Internationale Wohnvorlieben: Unter fremden D\u00e4chern<\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/immobilien\/luxusimmobilien-13620797.html\" title=\"Wer braucht schon so viel Luxus?\" class=\"arrowLink mmoLink \">Wer braucht schon so viel Luxus?<\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/stil\/neue-haeuser\/bauen-im-bestand-vom-pferdestall-zum-wohnhaus-13645799.html\" title=\"Vom Pferdestall zum Wohnhaus\" class=\"arrowLink mmoLink \">Vom Pferdestall zum Wohnhaus<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>2008 stellte er mit Larry Page und Sandy Rubin in New York das erste Android-Mobiltelefon vor. Was hat er nun im Sinn? Yetu soll, plakativ gesagt, eine Art Android f\u00fcr das Internet der Dinge werden &#8211; jedenfalls so offen und universell. Die Idee: Alles funktioniert mit einem einzigen K\u00e4stchen, einem Home-Gateway von der Gr\u00f6\u00dfe einer Apple-TV-Box, das einheitliche Bedienoberfl\u00e4chen an alle Arten von Endger\u00e4ten ausgibt, die einen Bildschirm haben, also an Smartphones, Tablets, oder Notebooks, ganz unabh\u00e4ngig vom Betriebssystem. Fernseher bekommen die virtuelle Bedienzentrale einfach \u00fcber HDMI-Kabel zugespielt.<\/p>\n<p>Also: Wenn Musik aus der Deezer-Cloud ert\u00f6nen, Magine Fernsehprogramme zeigen, das Danfoss-Heizventil die Temperatur hochfahren oder das Fitbit-Armband seine Daten auf dem Monitor zeigen soll, dann gen\u00fcgt f\u00fcr all diese Funktionen ein einziges virtuelles Cockpit, das auf dem Smartphone genauso aussieht wie auf dem PC-Monitor.<\/p>\n<h2>Kein neues Google<\/h2>\n<p>Dass all die beteiligten Ger\u00e4tschaften miteinander funktionieren, ist einem \u201eAbstraction Layer\u201c geschuldet, der die Middleware des Systems bereitstellt. Sie setzt in der Cloud alle Befehle so um, dass f\u00fcr Yetu programmierte Apps damit umgehen k\u00f6nnen &#8211; eine offene, f\u00fcr jedermann verf\u00fcgbare Programmierschnittstelle macht es m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Eine App-Distributionsplattform nach Apple- und Google-Vorbild ist nat\u00fcrlich ebenfalls geplant. Der wirtschaftliche Deal soll so aussehen: 80 Prozent der Einnahmen gehen an den Entwickler, 20 Prozent an Yetu.<\/p>\n<p>Anders als Google versteht sich Yetu nicht als Datensammler und -vermarkter: Wer das System daheim einsetzt, soll Herr \u00fcber seine Daten bleiben. Daf\u00fcr sorgt eine chipgest\u00fctzte Verschl\u00fcsselung aller Nutzerdaten im Gateway. Yetu will auch keine Hardware verkaufen. Was die Berliner bisher auf Messen als Gateway zeigten, ist lediglich ein Referenz-Aufbau.<\/p>\n<h2>Telekom und RWE sind eingestiegen<\/h2>\n<p>Aber wie kommt das System dann ins Haus? Yetu setzt auf Kooperationen. Das System soll \u00fcber gro\u00dfe Netzbetreiber und Energieversorger vertrieben werden, die f\u00fcr jeden angeschlossenen Haushalt einen \u00fcberschaubaren Obolus, zum Beispiel 2 Euro im Monat, an die Berliner entrichten. Die Idee ist ambitioniert, aber sinnvoll. Denn das Ziel, zum Vernetzungsgeneralisten zu werden, setzt massenhafte Verbreitung voraus.<\/p>\n<p>Dass Netzbetreiber f\u00fcr solche Kooperationen zu gewinnen sind, hat Yetu schon nachgewiesen. Im November wurde ein Kooperationsvertrag mit der Deutschen Telekom geschlossen, in der vergangenen Woche kam ein Abkommen mit dem Stromversorger RWE hinzu, das zun\u00e4chst ein gemeinsames Pilotprojekt in Gro\u00dfbritannien vorsieht.<\/p>\n<p>Sowohl Telekom als auch RWE betreiben schon eigene Smarthome-Plattformen, finden aber die Idee, zus\u00e4tzlich ein offenes System zu nutzen, offenbar reizvoll. Wir w\u00fcrden da nicht widersprechen, auch wenn der Weg von der Ideenschmiede zum Marktmacher ziemlich steil ist. Aber selbst das World Wide Web geht schlie\u00dflich auf eine Handvoll vision\u00e4rer Streiter zur\u00fcck.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/ein-deutsches-start-up-will-das-wohnen-digitalisieren-13660351.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/ein-deutsches-start-up-will-das-wohnen-digitalisieren-13660351.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Haus der Zukunft ist Gegenwart. Zumindest beim Berliner Start-up Yetu. Dort will man das Wohnen digitalisieren und unter ein Technik-Dach bringen. 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