{"id":35738,"date":"2015-05-15T17:27:05","date_gmt":"2015-05-15T17:27:05","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=35738"},"modified":"2015-05-15T17:27:05","modified_gmt":"2015-05-15T17:27:05","slug":"klimaticker-mai-frackingverbot-meeresrauschen-treibhausdealer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=35738","title":{"rendered":"+++ Klimaticker Mai +++ Frackingverbot, Meeresrauschen, Treibhausdealer"},"content":{"rendered":"<p>Was macht eigentlich die Apokalypse? Unser Glossenticker mit ernsten Nachrichten zum Klimawandel und ihren (weniger ernsten) Pointen. Ein Update \u00fcber einen historischen frackingbericht, \u00fcber Psychokriege und andere Signale f\u00fcr Paris.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>+++ 15. Mai. Ein wissenschaftliches Bollwerk gegen die Gasf\u00f6rderung durch Fracking ist jetzt vom Umweltministerium des Bundesstaates New York herausgebracht worden. Der mehr als 2000 Seiten starke Bericht<a href=\"http:\/\/www.dec.ny.gov\/energy\/75370.html\"> \u201eFinal Supplemental Generic Environmental Impact Statement\u201c <\/a>ist eine  aktualisierte Aufarbeitung der seit den neunziger Jahren gesammelten Informationen zu den Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen der Schiefergasf\u00f6rderung. Im Dezember vergangenen Jahres hatte Gouverneur Andrew Cuomo, ausgestattet mit den entsprechenden Informationen aus der Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung, ein vorl\u00e4ufiges Fracking-Verbot f\u00fcr New York mit Hinweis auf \u201eweitere, noch ungekl\u00e4rte Konsequenzen\u201c erlassen. Dabei geht es vor allem um die Verwendung von Chemikalien im Untergrund, um Erdbebenrisiken, aber auch um die erh\u00f6hte Luftverschmutzung, die mit der verst\u00e4rkten Gasf\u00f6rderung zu erwarten sei. In dem Bericht ist die Rede von gut 1600 Antr\u00e4gen auf Gasf\u00f6rderung, die allein f\u00fcr New York zu erwarten seien, und eine F\u00f6rderung im gro\u00dfen Ma\u00dfstab f\u00fcr die n\u00e4chsten drei\u00dfig Jahre bedeuten w\u00fcrde. Die deutschen Umweltpolitiker sind deswegen hochgradig alarmiert. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und J\u00fcrgen Trittin von den Gr\u00fcnen lassen Twitter \u00fcberwachen und nach dem Hashtag #fleefracking durchforsten. Nachdem die Regierung ihr <a href=\"http:\/\/trittin.de\/trittin\/aus-dem-wahlkreis\/extratip\/20150507_Notizen-aus-Berlin.php\">\u201eFrackingerm\u00f6glichungsgesetz\u201c (Trittin)<\/a> durchgepeitscht hat, rechnen die Okofraktionen in den Parteien n\u00e4mlich mit einer massiven Fl\u00fcchtlingswelle ausgebrannter  amerikanischer Frackingunternehmer, die auf Chemiecontainerschiffen \u00fcber den gro\u00dfen Teich schippern und die gro\u00dfen Schiefergaspotentiale von bis zu 23 Billionen Kubikmeter Gas insbesondere im Norden des Landes erobern k\u00f6nnten. +++<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/klima\/klimaticker\/klimaticker-mai-frackingverbot-meeresrauschen-treibhausdealer-13580216\/strand-gibt-es-an-den-meisten-13317616.html\"            title=\"Mittelmeer\"><img data-src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/wirtschaft\/3554156889\/1.3317616\/article_teaser_marginal\/strand-gibt-es-an-den-meisten.jpg' title='Strand gibt es an den meisten Inseln nicht. ' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='Mittelmeer' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Strand gibt es an den meisten Inseln nicht. \">Strand gibt es an den meisten Inseln nicht. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>+++ 11. Mai. Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich im vergangenen Jahrzehnt beschleunigt. Zu dem Ergebnis kommen Christopher Watson und seine Kollegen vom australischen Klima- und Wetterzentrum In Hobart, Tasmanien, nachdem sie die Satelliten- und Pegelmessungen der letzten beiden Dekaden \u00fcberarbeitet hatten. Die fr\u00fcheren Messungen ergaben einen durchschnittlichen Meeresspiegelanstieg von rund 3,2 Millimeter pro Jahr. Au\u00dferdem sollte sich der Pegelanstieg zuletzt verlangsamt haben. Beides gilt dem Bericht in<a href=\"http:\/\/www.nature.com\/nclimate\/journal\/vaop\/ncurrent\/full\/nclimate2635.html\"> \u201eNature Climate Change\u201c <\/a>zufolge nicht mehr: Als die Forscher die kontinentalen GPS-Daten und damit die Hebungen und Senkungen des Festlandes jeweils mit einberechneten, kamen sie auf insgesamt nur noch 2,6 Millimeter j\u00e4hrlich und einen Anstieg, der sich in den vergangenen zehn Jahren beschleunigt hat. \u201eDas deckt sich nun besser mit den Beobachtungen, die wir von den schmelzenden Eismassen in Gr\u00f6nland und in der Antarktis sammeln\u201c, schreiben die Forscher. Was man daraus lernt? Einiges: Wenn das Absaufen nicht so l\u00e4uft wie erwartet, ist entweder das Wasser zu tief oder der Kopf noch zu hoch. Als Kinder wussten wir sofort, was in so einem Fall zu tun ist: runter tunken. Klimaforscher haben sich offenbar ihr Kinderherz bewahrt. Nicht mehr lang, dann d\u00fcrfen sie auch ins gro\u00dfe Becken.+++<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/klima\/klimaticker\/klimaticker-mai-frackingverbot-meeresrauschen-treibhausdealer-13580216\/lebensraum-fuer-klimaskeptiker-13343979.html\"            title=\"Malediven\"><img data-src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/2183924674\/1.3343979\/article_teaser_marginal\/lebensraum-fuer-klimaskeptiker.jpg' title='Lebensraum f\u00fcr Klimaskeptiker: Zwei P\u00e4ckchen Zigaretten am Tag und ein Blick auf Palmen.' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='Malediven' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Lebensraum f\u00fcr Klimaskeptiker: Zwei P\u00e4ckchen Zigaretten am Tag und ein Blick auf Palmen.\">Lebensraum f\u00fcr Klimaskeptiker: Zwei P\u00e4ckchen Zigaretten am Tag und ein Blick auf Palmen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>+++ 7. Mai. In jedem Klima-Alarmisten steckt auch ein kleiner Klima-Leugner. So k\u00f6nnte man, auf den Punkt gebracht, die psychologische Wirkung der pseudowissenschaftlichen Umtriebe auf die Wissenschaft beschreiben. Australische und britische Forscher haben systematisch die Argumentationsmuster von etablierten Klimaforschern untersucht, wenn sie beispielsweise zu begr\u00fcnden versuchten, weshalb die Erdmitteltemperatur in den zur\u00fcckliegenden anderthalb Jahrzehnten nur unwesentlich gestiegen ist. Der Begriff der \u201eKlimawandel-Pause\u201c oder \u201eHiatus\u201c machte lange die Runde, bis sich schlie\u00dflich sogar der Weltklimarat im bis dahin empiriefreien Raum plausible Hinweise zurechtfriemeln musste, um dann einigerma\u00dfen schwammig festzustellen: Die Erderw\u00e4rmung geht trotz scheinbar stagnierender Temperataur  weiter. Tats\u00e4chlich hat man zuletzt einige Indizien gesammelt, dass sich die Erw\u00e4rmung &#8211; insbesondere in den Ozeanen &#8211; deutlich fortsetzt und offensichtlich eine ganze zeitlang von neutralisierenden Klimaeffekten maskiert wurde. F\u00fcr alle, die die Rede vom Klimawandel ablehnen, ist das nat\u00fcrlich eine L\u00fcge mehr. Michael Smithson von der australischen National University hat  nun zahlreiche Belege in der Literatur gefunden, die zeigen, dass sich die Klimatologen von den Leugnern durchaus beeindrucken lassen. Das Team spricht in dem Aufsatz in<a href=\"http:\/\/www.shapingtomorrowsworld.org\/lewandowskyseepage.html\"> \u201cGlobal Environmental Change\u201c <\/a>vom \u201cDurchsickern\u201c der Klimaskeptikersprache und -argumente. Das tun die Forscher erstens, weil sie sich vor der Stereotype \u201eAlarmist\u201c f\u00fcrchten und deshalb schlechte Prognosen beispielsweise st\u00e4rker abmildern, als es die Fakten eigentlich zulassen. Noch interessanter ist, zweitens, ein sehr verbreitetes anderes psychologisches Ph\u00e4nomen: Die Wissenschaftler, so behaupten die Autoren, f\u00fchlen sich subjektiv in der Minderheit &#8211; selbst wenn inzwischen 97 Prozent von ihnen den Klimawandel als Fakt betrachten. Sie glauben das, weil die Meinung der Leugner ihrem Daf\u00fcrhalten nach \u201e\u00fcberproportional\u201c stark in der \u00d6ffentlichkeit vertreten sei. \u201eZu wissen, dass man anf\u00e4llig ist f\u00fcr den Druck von au\u00dfen, ist schon die H\u00e4lfte des Sieges im Kampf um den Klimwandel\u201c, schreibt Hauptautor Stephan Lewandowsky   von der Universit\u00e4t Bristol. Was er nicht verr\u00e4t: Die Siegermentalit\u00e4t wird in Zukunft pharmakologisch hergestellt. Der Weltklimarat entwickelt mit einem gro\u00dfen Impfstoffhersteller eine Vakzine gegen unlautere Argumente, die vor jeder Publikation und jedem \u00f6ffentlichen Auftritt aufzufrischen ist.+++    <\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/klimaticker\/klimaticker-mai-frackingverbot-meeresrauschen-treibhausdealer-13580216.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/klimaticker\/klimaticker-mai-frackingverbot-meeresrauschen-treibhausdealer-13580216.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht eigentlich die Apokalypse? Unser Glossenticker mit ernsten Nachrichten zum Klimawandel und ihren (weniger ernsten) Pointen. Ein Update \u00fcber einen historischen frackingbericht, \u00fcber Psychokriege und andere Signale f\u00fcr Paris.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50086,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[452,429],"tags":[392,386,1431],"class_list":["post-35738","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-klima","category-wissen","tag-klimawandel","tag-paris","tag-un-klimakonferenz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35738","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=35738"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35738\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=35738"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=35738"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=35738"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}