{"id":35730,"date":"2015-05-10T21:37:06","date_gmt":"2015-05-10T21:37:06","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=35730"},"modified":"2015-05-10T21:37:06","modified_gmt":"2015-05-10T21:37:06","slug":"patientensicherheit-im-op-tater-tat-und-tatort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=35730","title":{"rendered":"Patientensicherheit im OP: T\u00e4ter, Tat und Tatort"},"content":{"rendered":"<p>Die deutschen Chirurgen ziehen Bilanz: Werden Behandlungsfehler heute eher verhindert? Einiges deutet darauf hin. Doch Fakt ist: Viele Kliniken haben Sicherheitsma\u00dfnahmen immer noch nicht eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Behandlungsfehler waren lange Zeit kein Thema in der Medizin, obwohl die Heilkunst viele Risiken hat. Das \u00e4nderte sich schlagartig, als vor zehn Jahren der Kongress der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Chirurgie erstmals \u00f6ffentlich \u00fcber unerw\u00fcnschte Ereignisse diskutierte. Zugzwang war unter anderem durch einen sechs Jahre zuvor in den Vereinigten Staaten ver\u00f6ffentlichten Bericht entstanden. Dieser hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass vermeidbare Behandlungsfehler eine relevante Todesursache sind und dass es Behandlungsfehler in dieser Hinsicht sogar mit einigen gro\u00dfen Volkskrankheiten aufnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Viele Staaten waren nach der Ver\u00f6ffentlichung dieses Berichts nicht mehr bereit, die hohen Fehlerquoten weiter zu akzeptieren. Seither sind viele Ma\u00dfnahmen und Initiativen zur Vermeidung von Patientensch\u00e4den bei operativen Eingriffen entwickelt und implementiert worden. In Deutschland wurde damals auch das Aktionsb\u00fcndnis Patientensicherheit gegr\u00fcndet, das sich heute als nationales Programm zum Ausbau der Patientensicherheit versteht. Der diesj\u00e4hrige Kongress der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Chirurgie in M\u00fcnchen hat nun bilanziert, wo die Patientensicherheit in Deutschland steht. Dabei wurde deutlich, dass viele Fortschritte gemacht worden sind, dass aber niemand sicher wei\u00df, wie viele Behandlungsfehler tats\u00e4chlich vermieden werden. Jede dritte bis vierte Klinik hat wichtige Sicherheitsma\u00dfnahmen nicht eingef\u00fchrt. Au\u00dferdem wird die Personalknappheit zum Damoklesschwert.<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/medizin\/patientensicherheit-im-op-taeter-tat-und-tatort-13574597\/operation-ist-vertrauenssache-13142522.html\"            title=\"Operationssaal f\u00fcr Thoraxchirurgie\"><img data-src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/3349068999\/1.3142522\/article_teaser_marginal\/operation-ist-vertrauenssache.jpg' title='Operation ist Vertrauenssache.' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='Operationssaal f\u00fcr Thoraxchirurgie' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Operation ist Vertrauenssache.\">Operation ist Vertrauenssache.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Auf der Habenseite steht, dass heute offen \u00fcber Behandlungsfehler gesprochen wird. Eine Sicherheitskultur wurde etabliert. Positiv ist auch zu verbuchen, dass nicht nach Schuldigen gesucht wird, sondern nach L\u00f6sungen. Die zentrale Frage lautet nicht, wer hat den Fehler begangen, sondern was hat zu dem Fehler gef\u00fchrt und wie kann er in Zukunft vermieden werden. Patientensicherheit ist heute nationales Gesundheitsziel. Vor zwei Jahren trat zudem das Patientenrechte-Gesetz in Kraft, das wichtige Regelungen zur Patientensicherheit enth\u00e4lt. Hedwig Francois-Kettner, Vorsitzende des Aktionsb\u00fcndnisses Patientensicherheit, machte in M\u00fcnchen deutlich, dass es nie darum gegangen sei, Fehler anzuprangern oder Vorkommnisse zu skandalisieren. Das Aktionsb\u00fcndnis hat viele Handlungsanweisungen und Checklisten erarbeitet, die inzwischen bundesweiter Standard sind und an denen sich auch die Haftpflichtversicherer orientieren, wie Peter Gausmann von der Gesellschaft zur Risikoberatung in Detmold sagte.<\/p>\n<p>Der Chirurg Matthias Rothmund stellte aktuelle Zahlen zur Einf\u00fchrung wichtiger Sicherheitsma\u00dfnahmen in deutschen Kliniken vor. Die Angaben basieren auf einer vor wenigen Monaten durchgef\u00fchrten Befragung von 3328 Chirurgen. Die meisten von ihnen sind Chef\u00e4rzte oder Ober\u00e4rzte. Rothmund hatte das Thema Patientensicherheit vor zehn Jahren auf die Tagesordnung des damaligen Chirurgenkongresses gesetzt. Nach dieser Befragung nutzen mehr als neunzig Prozent der Kliniken Sicherheits-Checklisten und markieren die sp\u00e4tere Schnittf\u00fchrung mit einem nicht abwaschbaren Stift auf der Haut, um Seitenverwechslungen zu vermeiden. 87 Prozent der Kliniken verwenden Infektionsstatistiken.<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/wissen\/medizin\/patientensicherheit-im-op-taeter-tat-und-tatort-13574597\/nach-einer-hygiene-panne-mit-1631124.html\"            title=\"Neue Hygiene-Panne anm Klinikum Fulda\"><img data-src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/rhein-main\/940579641\/1.631124\/article_teaser_marginal\/nach-einer-hygiene-panne-mit.jpg' title='Nach einer Hygiene-Panne mit nicht sterilisierten OP-Bestecken im Klinikum Fulda. ' data-process-retina='1' height='163' itemprop='contentUrl' onload='processRetinaDerivate(this)-' alt='Neue Hygiene-Panne anm Klinikum Fulda' width='290' class='media' src='\/img\/leer.gif' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Nach einer Hygiene-Panne mit nicht sterilisierten OP-Bestecken im Klinikum Fulda. \">Nach einer Hygiene-Panne mit nicht sterilisierten OP-Bestecken im Klinikum Fulda. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Drei Viertel der Kliniken halten Morbidit\u00e4ts- und Mortalit\u00e4tskonferenzen ab, um zu besprechen, ob bei Komplikationen oder Todesf\u00e4llen vermeidbare Fehler im Spiel gewesen sind und was dagegen getan werden kann. Drei Viertel der Kliniken verwenden Armb\u00e4nder, um Patienten, die sich wegen einer Erkrankung oder mangelnder Sprachkenntnis nicht verst\u00e4ndlich machen k\u00f6nnen, sicher zu identifizieren. Zwei Drittel der Kliniken schulen neue Mitarbeiter oder weisen Mitarbeiter in neue Ger\u00e4te ein. Doch nur drei von vier Kliniken haben ein anonymes Fehlermelde- und Berichtssystem eingef\u00fchrt, obwohl der Gemeinsame Bundesausschuss die Kliniken zur Integration eines Fehlermeldesystems in ihr Qualit\u00e4tsmanagement verpflichtet hat. Damit sollen Gef\u00e4hrdungen angezeigt werden, bevor jemand zu Schaden kommt. Mehr als die H\u00e4lfte der \u00c4rzte hat in der Befragung auch angegeben, dass sie nicht davon \u00fcberzeugt sind, dass ein Fehlermeldesystem tats\u00e4chlich etwas bewirkt. \u201eDie Zahlen zeigen\u201c, so Rothmund, \u201edass kontinuierlich an weiteren Verbesserungen gearbeitet werden muss.\u201c<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/patientensicherheit-im-op-taeter-tat-und-tatort-13574597.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/patientensicherheit-im-op-taeter-tat-und-tatort-13574597.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutschen Chirurgen ziehen Bilanz: Werden Behandlungsfehler heute eher verhindert? Einiges deutet darauf hin. 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