{"id":32793,"date":"2015-01-22T20:40:09","date_gmt":"2015-01-22T20:40:09","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=32793"},"modified":"2015-01-22T20:40:09","modified_gmt":"2015-01-22T20:40:09","slug":"dein-nutella-wenn-nutella-sich-zum-horst-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=32793","title":{"rendered":"\u201eDein Nutella\u201c: Wenn Nutella sich zum Horst macht"},"content":{"rendered":"<p>Immer mehr Unternehmen schmeicheln ihren Kunden, indem sie deren Namen auf die Produkte drucken. Nach Coca-Cola zieht jetzt Nutella nach. Die Aktion kommt gut an, hat aber auch ihre T\u00fccken.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eBrooklyn\u201c ist erlaubt, \u201eApple\u201c und \u201eSavannah\u201c ebenso. Doch bei so manchem exotischen Vornamen streikt die Nutella-Software dann doch. \u201ePax\u201c und \u201eKnox\u201c zum Beispiel, wie Angelina Jolie und Brad Pritt zwei ihrer Kinder nannten, stehen auf der schwarzen Liste. Und auch bei \u201eJaz Elle\u201c, der Tochter von Steffi Graf, kennt das System keine Gnade: \u201eEs tut uns leid, wir k\u00f6nnen Dir f\u00fcr diesen Namen leider kein Etikett erstellen. Probiere es doch noch einmal mit einem anderen Vor- oder Kosenamen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDein Nutella\u201c hei\u00dft die Aktion, bei der sich jeder Kunde sein pers\u00f6nliches Etikett bestellen kann \u2013 vorausgesetzt, er hat k\u00fcrzlich schon einmal ein Glas Nutella gekauft und es geschafft, den Aufkleber auf dem Deckel zu l\u00f6sen, unter dem sich der pers\u00f6nliche Zugangscode zum entsprechenden Internetformular verbirgt. Was nach Aussage von Nutella ein Kinderspiel ist (\u201eganz einfach mit einem feuchten Schwamm\u201c). Die Internetcommunity sieht das ein bisschen anders. \u00dcber viele Seiten erstrecken sich mittlerweile die Kommentare der Frustrierten und ihre Alternativ-Anleitungen: \u201eProbiere es mit\u2019m F\u00f6hn. Durch das Erw\u00e4rmen l\u00f6st sich der Kleber besser. Hat bei mir beim dritten Glas geklappt.\u201c<\/p>\n<p>So ganz rund l\u00e4uft die Sache mit den Namen also noch nicht, aber der Begeisterung der Markenhersteller tut das keinen Abbruch. In einer Zeit, in der klassische Werbebotschaften weggezappt und weggeklickt werden, sie kaum noch zu den Verbrauchern durchdringen, sucht die Branche nach neuen Wegen, um sich einzuschmeicheln. Was g\u00e4be es da Besseres, als dem Kunden das Gef\u00fchl zu vermitteln, dass es sich um sein ganz pers\u00f6nliches Produkt handelt? Dass er zu seinem eigenen Produktdesigner werden kann? Kurzum: dass er etwas ganz Besonders ist \u2013 selbst wenn seine Eltern ihm einen Allerweltsnamen verpasst haben?<\/p>\n<h2>Vorreiter in der Namenshuberei war Coca-Cola<\/h2>\n<p>Es sind vor allem die gro\u00dfen, allseits bekannten Markenhersteller, die es sich leisten k\u00f6nnen, f\u00fcr eine Zeitlang auf ihren Produktnamen zu verzichten, um mit ihrem charakteristischen Schriftzug aus Unbekannten Marken zu machen. Vorreiter in der Namenshuberei war Coca-Cola. Im Rahmen der Aktion \u201eTrink \u2019ne Coke mit &#8230;\u201c druckte der amerikanische Brausehersteller vor zwei Jahren die 150 verbreitetsten Vornamen auf seine Flaschen und stellte sie in den Handel. Dar\u00fcber hinaus konnte jeder \u00fcber das Internet oder eigens f\u00fcr diesen Zweck gebaute Automaten Flaschen nach Wunsch mit anderen Namen bedrucken lassen.<\/p>\n<p>Die Sache erwies sich als gro\u00dfer Erfolg. Ob f\u00fcr den Eigenbedarf oder als Mitbringsel f\u00fcr Freunde: Allein von den individuellen Flaschen wurden 1,2 Millionen St\u00fcck verkauft. Die Aktion gilt als eine der effizientesten Werbekampagnen der j\u00fcngeren Vergangenheit. \u201eAuf das eigene Logo zu verzichten und den Verbraucher zum Star zu machen \u2013 das war auch f\u00fcr uns etwas sehr Besonderes\u201c, gab Coca-Cola-Manager Michael Willeke im vergangenen Herbst nach der Verleihung des Werbepreises \u201eEffie\u201c zu Protokoll. \u201eEr zeigt uns, dass es sich lohnt, Risiken einzugehen.\u201c<\/p>\n<p>Vor allem in der begehrten Zielgruppe der Teenager konnte das Unternehmen seinen Ruf erheblich bessern \u2013 ein Ziel, das auch Nutella mit seiner Aktion verfolgen d\u00fcrfte. Wie Coca-Cola leidet auch diese Marke unter dem Ph\u00e4nomen, dass ihre treuen Anh\u00e4nger immer \u00e4lter und damit \u2013 zumindest nach den Regeln der Werbung \u2013 immer unattraktiver werden. Der Hersteller des Brotaufstrichs, der italienische Ferrero-Konzern, wollte sich auf Anfrage weder zu den Beweggr\u00fcnden f\u00fcr die Namensaktion noch zu Zahlen \u00e4u\u00dfern. Nur so viel: Es gehe darum, eine \u201ebesondere Verbindung zur Marke\u201c zu schaffen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/dein-nutella-wenn-nutella-sich-zum-horst-macht-13385468.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/dein-nutella-wenn-nutella-sich-zum-horst-macht-13385468.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr Unternehmen schmeicheln ihren Kunden, indem sie deren Namen auf die Produkte drucken. Nach Coca-Cola zieht jetzt Nutella nach. 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