{"id":32787,"date":"2015-01-23T14:17:29","date_gmt":"2015-01-23T14:17:29","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=32787"},"modified":"2015-01-23T14:17:29","modified_gmt":"2015-01-23T14:17:29","slug":"angela-merkel-besucht-matteo-renzi-in-florenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=32787","title":{"rendered":"Angela Merkel besucht Matteo Renzi in Florenz"},"content":{"rendered":"<p>Bundeskanzlerin Merkel besucht den italienischen Ministerpr\u00e4sidenten Renzi in Florenz. Vor der Kulisse der Renaissance-Pracht bem\u00fchen sie sich angesichts des Billionen-EZB-Programms und riesigen Reformbedarfs um einen Perspektivwechsel: Die EU d\u00fcrfe sich \u201enicht im Kleinklein verlieren\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am Freitag in Florenz fiel der Blick Europas zun\u00e4chst weniger auf die beiden Regierungschefs. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Ministerpr\u00e4sident Matteo Renzi wirkten geradezu klein im Schatten des gro\u00dfen Davids von Michelangelo in der Galleria dell\u2019Accademia, vor dem sie die Presse \u00fcber ihr Treffen unterrichten. Das hatte am Vorabend mit einem Essen im Palazzo Vecchio der Medici-Dynastie begonnen und wurde am Morgen bei einem Fr\u00fchst\u00fcck mit Unternehmern beendet.<\/p>\n<p>Dieser Wechsel der Perspektive war ihnen offenbar auch das Wichtigste bei ihrer Begegnung- denn beide sehen sich oft, telefonieren regelm\u00e4\u00dfig im Zuge der aktuellen Krisen. Aber nur selten r\u00fccken sie das gro\u00dfe Bild von Europa und seiner Identit\u00e4t ins Zentrum. Die EU d\u00fcrfe sich \u201enicht im Kleinklein verlieren und nur \u00fcber Wirtschaft reden\u201c, sagte Renzi, und Frau Merkel f\u00fcgte an, Florenz mit seinem Erbe sei ein Auftrag.<\/p>\n<p>Sie als Politiker seien nur ein Glied in der Kette- die Politik m\u00fcsse fortsetzen, was die Renaissance einst f\u00fcr Menschenw\u00fcrde und Humanit\u00e4t geschaffen habe, sagte sie und wandte sich zu der wohl bekanntesten Skulptur in Europas Kulturgeschichte im Atrium der Galerie zur\u00fcck. Selten nehmen sich zwei Politiker so viel Zeit f\u00fcreinander. Aber Renzi, der vor Monaten br\u00fcsk \u00fcber die unflexible Kanzlerin in Berlin geschimpft hatte, wollte ihr Vertrauen zur\u00fcckgewinnen. Das gelang ihm offenbar- denn Frau Merkel mag sichtbar diesen Mann mit seiner toskanischen Ruppigkeit, den sie schon im Sommer 2013, als er noch B\u00fcrgermeister war, neugierig zu sich ins Kanzleramt gebeten hatte.<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290        \"><a href=\"\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/angela-merkel-besucht-matteo-renzi-in-florenz-13387042\/die-politik-macht-sich-bewusst-13387006.html\"            title=\"Germany's Chancellor Merkel Renzi\"><img title='Die Politik macht sich bewusst klein: Angela Merkel und Matteo Renzi bei der Pressekonferenz in der florentinischen Galleria dell\u2019Accademia' height='163' itemprop='contentUrl' alt='Germany&#038;#39-s Chancellor Merkel Renzi' width='290' class='media' src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/3509963961\/1.3387006\/article_teaser_marginal\/die-politik-macht-sich-bewusst-klein-angela-merkel-und-matteo-renzi-bei-der-pressekonferenz-in-der-florentinischen-galleria-dell-accademia.jpg' \/><\/a><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\"title=\"Die Politik macht sich bewusst klein: Angela Merkel und Matteo Renzi bei der Pressekonferenz in der florentinischen Galleria dell\u2019Accademia\">Die Politik macht sich bewusst klein: Angela Merkel und Matteo Renzi bei der Pressekonferenz in der florentinischen Galleria dell\u2019Accademia<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Jetzt lobte sie Renzis \u201eunglaublich ambitioniertes Reformprogramm\u201c, mit dem ein \u201elanger Prozess\u201c beginne, der gewiss Erfolge bringen werde. Im Gespr\u00e4ch mit den Unternehmern habe sie schon h\u00f6ren k\u00f6nnen, dass nun schon manche \u201eweniger Angst vor unkalkulierbaren Kosten\u201c h\u00e4tten, klarer s\u00e4hen und besser planen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Aber auch alle anderen EU-L\u00e4nder m\u00fcssten ihre Reformprogramme weiterhin ernst nehmen, sagte Frau Merkel weiter. Daran \u00e4ndere die Entscheidung der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) nichts, die nun massenhaft Anleihen aufkaufen will. \u201eKeine Zentralbank dieser Welt wird Politik ersetzen k\u00f6nnen, sondern die Politik muss ihre Verantwortung selber wahrnehmen.\u201c<\/p>\n<p><!--[IF !IE]> --><!-- <![ENDIF]--><!--[IF IE]><a title=\"Facebook\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/share.php?u=http%3A%2F%2Fwww.faz.net%2F-gq4-7yxia\"class=\"ArtikelFunktion Facebook Icon GETS-lk-artikel.buttons.facebook-lp-abbinder\"> <\/a><a title=\"Twitter\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/twitter.com\/home\/?status=Merkel+trifft+Renzi%3A+Im+Schatten+des+gro%C3%9Fen+Davids+faz.net%2F-gq4-7yxia+via+%40faz_net\"class=\"ArtikelFunktion Twitter Icon GETS-lk-artikel.buttons.twitter-lp-abbinder\"> <\/a><a title=\"Google+\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/plus.google.com\/share?hl=de&url=http%3A%2F%2Fwww.faz.net%2F-gq4-7yxia\"class=\"ArtikelFunktion GPlus Icon GETS-lk-artikel.buttons.googleplus-lp-abbinder\"> <\/a><![ENDIF]--><a title=\"Video weitersagen\" id=\"informOthersLink9\" class=\"ArtikelFunktion Weitersagen\">Weitersagen<\/a><a title=\"Video empfehlen\" href=\"#\"class=\"ArtikelFunktion Empfehlen First 1_3387316\"><\/a><a title=\"Video merken\" class=\"ArtikelFunktion Merken left\">Merken<\/a><span class=\"Bildnachweis hideMMElements\">&#038;copy- Reuters, reuters<\/span><\/p>\n<p class=\"Bildunterschrift hideMMElements\">Merkel fordert Reformen in Euro-L\u00e4ndern<\/p>\n<p class=\"Bildueberschrift hideMMElements\">Merkel fordert Reformen in Euro-L\u00e4ndern<\/p>\n<p class=\"Bildbeschreibung hideMMElements\">\n<p><span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\">Merkel fordert Reformen in Euro-L\u00e4ndern<\/span><\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/ezb-kauft-anleihen-fuer-60-milliarden-euro-jeden-monat-13384918.html\" title=\"EZB kauft Anleihen f\u00fcr 60 Milliarden Euro \u2013 jeden Monat\">EZB kauft Anleihen f\u00fcr 60 Milliarden Euro \u2013 jeden Monat<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/kanzlerin-merkel-in-davos-die-ezb-ist-unabhaengig-13385059.html\" title=\"Kanzlerin Merkel in Davos: Die EZB ist unabh\u00e4ngig\">Kanzlerin Merkel in Davos: Die EZB ist unabh\u00e4ngig<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/politik\/ausland\/ukraine-konflikt-merkel-bietet-russland-handelszone-an-13386239.html\" title=\"Merkel bietet Russland Handelszone an\">Merkel bietet Russland Handelszone an<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>EZB-Chef Mario Draghi hatte am Donnerstag angek\u00fcndigt, die Bank werde mindestens 1,14 Billionen Euro in die M\u00e4rkte pumpen, um das Risiko einer Deflation abzuwenden. Renzi begr\u00fc\u00dfte diese EZB-Entscheidung ausdr\u00fccklich als einen Ansporn- denn sie \u201eerlegt uns mit noch gr\u00f6\u00dferer Dringlichkeit auf, unsere Reformen fortzuf\u00fchren\u201c. Sein Land habe schon einige, etwa beim Wahlrecht und auf dem Arbeitsmarkt, auf den Weg gebracht und setze diesen Kurs unbeirrt fort. Er wolle den Prozess sogar nicht beschleunigen. \u201eWir machen das nicht, weil Europa das verlangt, sondern weil es richtig ist\u201c, f\u00fcgte Renzi hinzu. Die EZB-Entscheidung sei im Konzert mit dem Investitionsprogramm der EU-Kommission, dem schw\u00e4cheren Euro-Wechselkurs und der flexibleren Auslegung des Stabilit\u00e4tspaktes ein wichtiges Element f\u00fcr den Aufschwung.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Wahlen in Griechenland sagt Merkel, sie sehe einem m\u00f6glichen Wahlsieg des Linksb\u00fcndnisses Syriza am Sonntag mit Gelassenheit entgegen. Die Griechen w\u00fcrden frei und unabh\u00e4ngig ihren Weg bestimmen. Sie sei sich \u201esicher\u201c, dass danach in Ruhe L\u00f6sungen gefunden w\u00fcrden. Sie w\u00fcnsche sich, dass Griechenland Teil der gemeinsamen Geschichte bleibe. Das Herzst\u00fcck Europas seien die gemeinsamen Prinzipien der Solidarit\u00e4t. Renzi f\u00fcgte an: \u201eWer auch immer der Sieger sein wird, wir werden gelassen und Respekt mit dem neuen Ministerpr\u00e4sidenten zusammenarbeiten\u201c.<\/p>\n<p>Frau Merkel hatte Renzi schon vor Monaten einen Besuch in dessen Heimtatstadt versprochen, in der der mittlerweile 40 Jahre alte Sozialdemokrat mehr als f\u00fcnf Jahre lang B\u00fcrgermeister war. Damals zeigte Renzi seinen G\u00e4sten in Jeans die Kunstwerke von Michelangelo und Vasari. Jetzt f\u00fchrte er die Kanzlerin in dunklem Zwirn durch den Palast und das Museum in den Uffizien nebenan und bot ihr an Medicis Tafel ein Essen mit der ber\u00fchmt deftigen toskanischen Kost: Tomateneintopf, Nudeln mit Sieneser Specksauce und ein Florentiner Steak vom Jungochsen mit Spinat und Kartoffeln.<\/p>\n<p>Er sch\u00e4tze die Kanzlerin nicht nur, hei\u00dft es in seiner Umgebung- er brauche sie auch, nicht zuletzt ihren Druck auf Reformen. Anderseits m\u00fcsse er auch Distanz zur Deutschen wahren, denn seine italienischen W\u00e4hlen f\u00e4nden die Berliner Belehrungen her l\u00e4stig und z\u00f6gen eine engere Freundschaft Renzis mit dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Fran\u00e7ois Hollande vor. Aber mit Verlierern sei der erfolgshungrige Renzi nicht so gern zusammen. Unter der Statue des Davids nahmen Matteo und Angela mit mehr als nur einem Wangenkuss voneinander Abschied.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/angela-merkel-besucht-matteo-renzi-in-florenz-13387042.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/angela-merkel-besucht-matteo-renzi-in-florenz-13387042.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundeskanzlerin Merkel besucht den italienischen Ministerpr\u00e4sidenten Renzi in Florenz. 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