{"id":32377,"date":"2015-01-08T16:38:08","date_gmt":"2015-01-08T16:38:08","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=32377"},"modified":"2015-01-08T16:38:08","modified_gmt":"2015-01-08T16:38:08","slug":"china-investiert-250-milliarden-dollar-in-lateinamerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=32377","title":{"rendered":"China investiert 250 Milliarden Dollar in Lateinamerika"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr den geplanten Aufstieg zur reichen Industrienation brauchen die Chinesen viel \u00d6l. Das sichern sie sich jetzt in Lateinamerika \u2013 und investieren viel Geld. Auch bei einem \u201ealten Freund\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Herbst stellt China seinen neuen F\u00fcnf-Jahres-Plan vor: Bis zum Jahr 2020 soll sich das Pro-Kopf-Einkommen der Chinesen verdoppeln. Die bereits heute zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt will zur reichen Industrienation werden \u2013 und sichert sich daf\u00fcr Rohstoffe auf der ganzen Welt. Nun soll Lateinamerika erobert werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend eines Treffens mit der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (Celac) k\u00fcndigte der chinesische Staatspr\u00e4sident Xi Jinping an, sein Land wolle 250 Milliarden Dollar in Lateinamerika investieren. Im Gegenzug wird \u00d6l nach Fernost verschifft.<\/p>\n<p>Noch sind die Vereinigten Staaten Lateinamerikas gr\u00f6\u00dfter Handelspartner. Doch wie in anderen Regionen auch, etwa in Asien, dr\u00e4ngt China die Vormachtstellung der Amerikaner zur\u00fcck. Pr\u00e4sident Xi besuchte die Region im vergangenen Sommer f\u00fcr zehn Tage. Im Herbst verk\u00fcndete der \u00dcberwachungsstaat China, den Latinos beim Bau ihrer \u00dcberwachungssysteme behilflich zu sein: Ecuador, Bolivien und Venezuela verdanken die Elektronik ihrer Sicherheitszentralen chinesischen Staatsunternehmen.<\/p>\n<h2>Chance niedriger \u00d6lpreis<\/h2>\n<p>Der Handel zwischen dem Reich der Mitte und den L\u00e4ndern Lateinamerikas und der Karibik ist von den Jahren 2000 bis 2013 um das 22-fache auf 275 Milliarden Dollar gewachsen. Der Anteil Chinas an den gesamten Importen der Region stieg dabei von 2 auf 16 Prozent. Schon im Jahr 2010 hatte China die Europ\u00e4ische Union als zweitwichtigsten Lieferanten Lateinamerikas hinter den Vereinigten Staaten abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Allerdings haben Chinas Investitionen in Lateinamerika erst ab 2010 an Bedeutung gewonnen. Seither belaufen sie sich Sch\u00e4tzungen zufolge auf etwa 9 bis 10 Milliarden Dollar im Jahr. Das entspricht etwa 6 Prozent der gesamten ausl\u00e4ndischen Investitionen in der Region.<\/p>\n<p>Bisher entfallen 90 Prozent der chinesischen Kapitalanlagen in Lateinamerika auf die Ausbeutung von Rohstoffen. Und seit der Preis des \u00d6ls f\u00e4llt wie seit sieben Jahren nicht mehr, ist die Zeit g\u00fcnstig f\u00fcr die Chinesen, die Krise vom \u00d6lexport abh\u00e4ngiger L\u00e4nder zu nutzen. Bereits in den vergangenen Tagen hat Chinas Pr\u00e4sident seine Amtskollegen aus Venezuela und Ecuador mit allen Ehren empfangen. Einen \u201ealten Freund des chinesischen Volkes\u201c nannte er Venezuelas Pr\u00e4sident Maduro. Dieser hatte China zuvor als \u201eSchwester\u201c gepriesen.<\/p>\n<h2>China hat auch einen Fu\u00df auf Kuba<\/h2>\n<p>Nun darf allein Venezuela, dem dieser Tage die Devisenreserven schwinden, auf 20 Milliarden Dollar aus Peking hoffen. Das teilte die staatliche venezolanische Nachrichtenagentur Agencia Venezolana de Noticias mit, nachdem Staatschef Nicol\u00e1s Maduro in Peking mit Xi gesprochen hatte. China soll das Breitbandnetz und die Computerproduktion im Land f\u00f6rdern \u2013 und nat\u00fcrlich \u00d6l. Ecuador hat sich nach eigenen Angaben Kredite \u00fcber 7,5 Milliarden Dollar gesichert.<\/p>\n<p>Die Struktur der lateinamerikanischen Handelsbeziehungen zu China ist dabei nicht anders als die zu westlichen Industriel\u00e4ndern. Lateinamerika liefert Rohstoffe, China verkauft im Gegenzug Fertigwaren und Technologie \u2013 in der vergangenen Dekade war das f\u00fcr Lateinamerika ein gutes Gesch\u00e4ft. Zu Zeiten des globalen Rohstoffbooms konnten die Latinos f\u00fcr Erze, \u00d6l und Sojabohnen immer mehr Handys, Computer und Maschinen aus China kaufen.<\/p>\n<p>In Zeiten billigen \u00d6ls verschlechtern sich die Austauschbedingungen f\u00fcr die Rohstofflieferanten allerdings rapide: Venezuelas Erd\u00f6l, mit dem es die chinesischen Kredite bezahlt, ist nur noch halb so viel wert wie Mitte des vergangenen Jahres. Auch die Preise f\u00fcr Eisenerz aus Brasilien, Kupfer aus Chile und Peru oder Soja aus Argentinien sind eingebrochen. Lateinamerika hofft darum auf chinesische Investitionen in den Ausbau seiner Industrie und der Infrastruktur.<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/250-milliarden-chinas-scheckbuch-13359997.html\" title=\"Kommentar: Chinas Scheckbuch \">Kommentar: Chinas Scheckbuch <span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/santander-will-7-5-milliarden-euro-einsammeln-13359705.html\" title=\"Gr\u00f6\u00dfte Bank im Euroraum will Milliarden einsammeln\">Gr\u00f6\u00dfte Bank im Euroraum will Milliarden einsammeln<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/george-soros-helft-der-neuen-ukraine-ein-gastbeitrag-13355683.html\" title=\"George Soros: Helft der neuen Ukraine!\">George Soros: Helft der neuen Ukraine!<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Allerdings nicht ohne Vorbehalte. In Argentinien w\u00e4chst die Kritik an Abkommen mit China, bei denen die Volksrepublik Infrastruktur finanziert, im Gegenzug aber Auftr\u00e4ge ohne internationale Ausschreibungen erhalten soll und auch chinesische Arbeitskr\u00e4fte unter Vorzugsbedingungen ins Land bringen darf.<\/p>\n<p>Die Vergabe von g\u00fcnstigen Krediten Chinas an Argentinien spiegelt sich im Warenhandel. Argentiniens Defizit im bilateralen Handel mit China stieg 2014 nach Sch\u00e4tzung der Analysefirma Abeceb trotz der Rezession auf einen Rekordwert von 6,3 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>Auch in Kuba, das sich jetzt gegen\u00fcber den Vereinigten Staaten \u00f6ffnet, hat China fr\u00fchzeitig seine Pfl\u00f6cke eingeschlagen. Die Volksrepublik tritt vor allem als Kreditgeber f\u00fcr gro\u00dfe Investitionsprojekte in der \u00d6l- und Gasindustrie sowie in der Elektrizit\u00e4tswirtschaft auf. Zudem ist China bereits Kubas zweitwichtigster Handelspartner nach Venezuela.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/china-investiert-250-milliarden-dollar-in-lateinamerika-13359854.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/china-investiert-250-milliarden-dollar-in-lateinamerika-13359854.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den geplanten Aufstieg zur reichen Industrienation brauchen die Chinesen viel \u00d6l. Das sichern sie sich jetzt in Lateinamerika \u2013 und investieren viel Geld. 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